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Jüdischer Friedhof in Kommern

Im 19. Jahrhundert wuchs die zunächst kleine jüdische Gemeinde in Kommern stetig an. Der noch erhaltene Kommerner jüdische Friedhof am Prinzenweg wurde vor 1838/1840 eingerichtet und bis 1937 belegt. 60 Grabsteine sind hier erhalten.

Der Begräbnisplatz ist zur Frontseite hin mit einer Mauer und einem schmiedeeisernen Tor, welches offen steht, abgegrenzt. Er liegt in einem Berghang und ist von Wohnbebauung umgeben.

Der umzäunte, von Hecken umgebene und mit Bäumen bestandene Friedhof ist über das Eingangstor im Prinzenweg frei zugänglich. An seinem Zugang befindet sich eine Tafel mit umfassenden Informationen zum Ort und seiner Geschichte. Aktuell lassen sich 60 Grabstätten zählen. Der knapp 1.900 Quadratmeter Fläche einnehmende Begräbnisplatz befindet sich in einem guten Pflegezustand. 


Grabstätte Eduard Levano
Die aus Portugal stammende und dem jüdischen Glauben angehörige Familie Levano ist seit 1800 in Kommern nachweisbar. Als der Getreide- und Landesprodukte-Händler Eduard Levano (1885-1937), gegen den bereits seit 1933 eine antisemitische Hetzkampagne erfolgt war, in seinem Heimatort Kommern verstarb und hier beigesetzt wurde, verweigerten die National-Sozialisten ihm die Errichtung eines Grabsteins.

Durch die Initiative von Kommerner Schülerinnen und Schülern sowie örtlichen Vereinen und der katholischen Kirche wurde fast 70 Jahre später ein Grabstein geschaffen und am 14. Juni 2006 auf seiner Grabstätte errichtet.

Gedenkstein
Am 1. September 1985 wurde seitens der Ortsgemeinschaft Kommern im Rahmen einer Feierstunde ein Mahnmal unmittelbar gegenüber des früheren Begräbnisplatzes auf der anderen Seite des Prinzenwegs eingeweiht. Es erinnert an das Leben und Wirken der von etwa 1710 bis zum 13. Juli 1942 bestehenden Synagogengemeinde Kommern. Die in Versalien gehaltene Inschrift auf der metallenen Tafel des Gedenksteins lautet:

Zum Gedenken / an unsere jüdischen / Mitbürger – durch / nationalsozialistische
Gewaltherrschaft / 1933-1945 vertrieben / und ermordet
 
Quelle: ► „Jüdischer Friedhof Kommern”.
KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: www.kuladig.de/Objektansicht/O-12423-20110622-22 
Der am Dorfrand liegende jüdische Friedhof (Prinzenweg) legt heute noch Zeugnis einst hier lebender Familien ab; der älteste noch erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahre 1858.

Nachweislich lebten bereits ab Mitte des 16.Jahrhunderts vereinzelt jüdische Familien in Kommern; vermutlich waren sie Nachkommen von Flüchtlingen aus rheinischen Städten, die im Spätmittelalter in der Eifel Aufnahme gefunden hatten. Nach jahrzehntelangem Siedlungsverbot durften erst wieder zu Beginn des 18.Jahrhunderts Juden zuziehen; gegen Zahlung eines jährliches „Judentributs“ erhielten sie einen befristeten Schutz- bzw. Geleitbrief. Ihre dürftigen Erwerbsquellen lagen im Kleinhandel und im Hausiergewerbe, auch manchmal im Geldverleih.

 

Der Aufstieg der Kommerner Juden begann 1820, als der Kommernder Gemeinderat vier jüdischen Kleinkaufleuten Gewerbepatente mit folgender Begründung vergab: „In Erwägung, daß die in dieser Gemeinde anwesenden Juden sich bis heran weder mit Wu­cher noch sonst mit unerlaubten Gewerben abgegeben haben, ist der Gemeinderat einstimmig des Erachtens, dass ein Patent der Ehrlichkeit und der Moral erteilt werden kann.“

 

Erst im Laufe des 19.Jahrhunderts - das Dorf Kommern entwickelte sich zunehmend zum Zentrum am Rande der Eifel - verbesserte sich die wirtschaftliche Situation der ansässigen Juden; ihre berufliche Struktur war nun breiter gefächert. Einige Familien waren recht wohlhabend geworden; die Familie Levano besaß hier Unternehmungen unterschiedlicher Art, u.a. ein überregionales Getreide- u. Futtermittelmonopol. Neben innerörtlichem Handel gingen einige Kommerner Juden dem Hausierhandel nach, der sie auch in abgelegene Eifeldörfer führte.

 

Seit 1848 (oder 1854) besaß die hiesige Gemeinde - ihre Mitglieder waren zumeist religiös-orthodox - eine eigene Synagoge in der Pützgasse; in den Jahrzehnten zuvor hatten die wenigen Kommerner Juden ihren Gottesdienst in einem kleinen Betraum in einem Privathaus abgehalten. Eine jüdische Schule existierte - mit Unterbrechungen - von 1838 bis 1893; als ihr Gründer gilt Heymann Levano.

 

Der jüdische Friedhof wurde vermutlich schon im 18.Jahrhundert angelegt und befand sich am Fuße des Griesberges, am heutigen Prinzenweg.

 

Quelle:  ►Jüdische Gemeinden

Stolpersteine

Wie in zahlreichen anderen Kommunen weisen auch im Mechernicher Ortsteil Kommern sog. „Stolpersteine“ auf die Wohnsitze der einst hier lebenden jüdischen Familien hin; 2003 wurden die ersten Steine verlegt; fast zwanzig Jahre später kamen weitere hinzu: jeweils vier Steine für Angehörige der Familie Kaufmann und Familie Lewin.

Hier wohnten Julius Kaufmann, Jg. 1904, Helene Kaufmann, geb. Herz, Jg. 1913 und Jakob „Jack“ Kaufmann, Jg. 1938, alle deportiert nach Minsk und ermordet am 24.7.1942.
Wohnhaus Mühlengasse 24

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