Föhr 2013: Wandern von Nieblum nach Wyk

Ob im Inselinneren, am Strand oder auf dem Deich: Für Spaziergänger und Wanderer gibt es auf Föhr viele Möglichkeiten die Insel zu entdecken. Eine Wattwanderung - am besten unter fachkundiger Führung - sollten Besucher nicht versäumen. Sie garantiert interessante Einblicke in Flora und Fauna dieser besonderen Landschaft im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die Insel selbst lässt sich auch besonders gut mit dem Rad entdecken: Rund 200 Kilometer Radwege und fünf ausgeschilderte Thementouren von 15 bis 42 Kilometer Länge führen zu den schönsten Plätzen. Die längste Route verläuft als Rundweg um die gesamte Insel. Auf vielen Strecken geht es an den Deichen entlang, durch schmucke friesische Dörfer und vorbei an grünen Wiesen.


Am 25.06.2013 fand die nachfolgend beschriebene Wanderung statt. Der Fußweg von Nieblum über Goting entlang des Südstrandes bis Wyk (Olhörn) beträgt rund 15 km. Rund 3,5 Stunden ist man hier (ohne Pausen) unterwegs. Gegen 11:00 Uhr starteten wir mit dem  Einstieg auf das Watt im Nieblumer Stadtteil Goting. Das Wetter war wechselhaft, Regen - Sonne - Wind und auch ein Gewitter zwang uns zu einer Rast. Wyk erreichten wir erst gegen 15:00 Uhr über Greveling (den Bohlenweg bei Nieblum gab es damals noch nicht), den Teerdeich, vorbei am Golfplatz und Flughafen und die Wyker Prommenade.

---dreieck Das Herz des Nieblumer Stadtteils Goting ist aus Stein gemacht. Genauer gesagt aus dem atemberaubenden Goting Kliff, einem Naturdenkmal und zugleich der einzigen Steilküste auf der gesamten Insel. In neun Metern Höhe manifestiert sich das Kliff im südlichen Teil von Föhr. Von hier ist über Jahrhunderte hinweg massenhaft Land abgebrochen. Findlinge und andere Steine aus dem Geestkern lassen am Kliff bis heute auf die ehemalige Größe der Insel schließen.

---dreieck Einen grandiosen Ausblick vom Goting-Kliff hat man hier nach Amrum mit seinem Hauptort Wittdün. Wer sich mit einem Führer ins Wattenmeer aufmacht, der erlebt eine völlig andere Welt. Mit endloser Ebene, Spuren vergangener Siedlungen – und den Überresten derjeniger, die das Meer geholt hat. Das geht allerdings nicht von hier aus, sondern vom Dunsumer Deich. 

---dreieck Dünenschutz - Inselschutz

Rund, flach und grün: Föhr sieht ganz anders aus, als ihre länglichen Nachbarn Amrum und Sylt. Deren hohe Dünenketten, an denen ständig Wind und Fluten zerren, schütz Föhr weitgehend vor Stürmen und hohen Wellen. Trotzdem gilt dem Inselschutz durch Anpflanzungen höchste Aufmerksamkeit.

---dreieck Die wellenartigen Muster, die sich im Flachwasser am Meeresufer bilden, entstehen durch das Zusammenwirken vieler einzelner Sandkörnchen. Auch wenn die Sandmuster den Seegang des Meeres widerspiegeln, ist ihre Entstehung doch einem gänzlich anderen physikalischen Prinzip geschuldet. Während Fußspuren schnell „herausgewaschen“ werden, bleiben die Sandwellen über längere Zeit bestehen. In Fachkreisen werden diese Wellenmuster Rippelmarken oder kurz Rippel genannt, nach dem englischen Wort „ripple“, das übersetzt „kleine Welle“ oder „Kräuselung“ bedeutet. Rippel treten auf, sobald eine Strömung eine kritische Geschwindigkeit übersteigt, ab der Sandkörner mitgerissen werden. Außerdem muss eine minimale Wassertiefe vorhanden sein, damit sich Rippel bilden können. Sie beträgt das Dreifache der späteren Rippelhöhe. Eine Begrenzung der Maximaltiefe gibt es nicht. Wichtig ist nur, dass eine Strömung an der Grenzfläche vorhanden ist.

Die Strömung sorgt dafür, dass sich eine Rippel formt. Ab einer gewissen Höhe wird die Strömung an der Spitze des Hügels so stark, dass Sandkörner gleich wieder weiterbewegt werden und die Rippel nicht mehr wächst. Hat sich die erste Rippel erst einmal gebildet, wachsen die nächsten in gewissem Abstand dazu senkrecht zur Strömungsrichtung. Die Strömung reißt von der Kuppe einzelne Sandkörner mit, die sich dann in kurzer Entfernung ablagern und der Rippelbildungsprozess beginnt von neuem. Wenn sich die Strömungsgeschwindigkeit nicht ändert, ist auch der Abstand zwischen den Rippeln ungefähr konstant, sodass sich ein großflächiges symmetrisches Muster mit einheitlicher „Wellenlänge“ formt.

Watt ist Leben. Es ist einer der produktivsten Lebensräume der Erde. Die kleinen Lebenwesen sind hier Stars auf dieser großartigen Bühne. Die großen wie Seehund und Schweinswal möchte jeder sehen. Aber Wattwurm, Herzmuschel, Krebs, Krabbe und Wattschnecke sind nicht minder interessant. Die Krabben etwa schmecken nicht nur den Menschen, sondern auch den Fischen, die hier geschützt aufwachsen und sich sattfressen. Deshalb nennt man das Watt auch die Kinderstube der Fische.

---dreieck Am Flutsaum entlang in Richtung Nieblum führt auch eine naturkundliche Strandwanderung mit der Schutzstation Wattenmeer. Die Fachleute kennen zahlreiche spannende Geschichten zu den Seesternen, Muscheln oder Krebsen im Watt vor Föhr. Zudem entpuppen sich graue Blätter als kleine Staaten und in einigen Schnecken leben Krebse.

Blaue Nesselqualle, Cyanea lamarki

---dreieck Welche Quallen gibt es an der Nordsee – und welche sind für Badende gefährlich?

  • Ohrenqualle: Am häufigsten kommt die Ohrenqualle (Aurelia aurita) vor. Sie ist für Badende aber ungefährlich, da ihr Nesselgift nur sehr schwach ist und die menschliche Haut nicht durchdringen kann.
  • Wurzelmundqualle: Ebenso für den Menschenut ungefährlich sind die sogenannten Wurzelmundquallen. Regional unterschiedlich werden sie auch Lungenquallen oder Blumenkohlquallen genannt. (Rhizostoma octopus oder auch Rhizostoma pulmo).
  • Feuerqualle: Nicht so angenehm ist der Kontakt mit der Feuerqualle oder auch Haarqualle genannt. (Cyanea capillata). Der Kontakt mit ihr kann für den Badenden sehr schmerzhaft sein. Besonders bei allergisch reagierende Personen kann das Nesselgift starke Reaktionen, wie z.B. Atembeschwerden, Schwindel, Erbrechen, Fieber und heftige Hautausschläge hervorrufen. Kommt es zu solchen oder anderen heftigen Symptomen, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Nesselqualle: Dann gibt es noch die „blaue Nesselqualle“ Cyanea lamarki. Diese Qualle ist wie der Name schon sagt, blau gefärbt und erreicht aber nicht die Größe einer Feuerqualle. Ebenso ist ihr Nesselgift längst nicht so stark.
  • Kompassqualle: Auch gibt es hier noch die Kompassqualle (Chrysaora hysoscella). Die Wirkung ihres Nesselgiftes auf den Menschen ist vergleichbar mit dem der Nesselqualle (eventuell noch stärker).

 Zum Glück bleibt bei den allermeisten Menschen nach einem Kontakt mit diesen Quallen nur ein leichtes Brennen, das nach ein paar Stunden nachlässt, auf der Haut zurück, so als hätten sie Brennnesseln berührt. Eine ganz leicht gerötete Haut am nächsten Morgen, dass ist alles was an der Begegnung erinnert.

---dreieck Auf Föhr typisch sind die Kartoffelrosen auf dem Wall vor dem Haus oder am Strand. Die Kartoffel-Rose, auch Apfel-Rose, Japan-Rose, Sylter Rose oder Kamtschatka-Rose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rosen innerhalb der Familie der Rosengewächse. Sie ist ursprünglich in Ostasien verbreitet und in vielen Gebieten der Welt ein Neophyt.

Nieblumer Wassersportschule: Hier überraschte uns das erste Gewitter.

Der Wattwurm macht die Drecksarbeit

Wattwürmer graben jedes Jahr einmal das komplette Nordsee-Watt um. Damit schaffen die Sandfresser die Lebensgrundlage für andere Meeresbewohner. Selbst mit viel gutem Willen kann der Wattwurm nicht als besonders ansehnlicher Zeitgenosse bezeichnet werden. Das vordere Ende des etwa 30 bis 40 Zentimeter langen Tieres ist fingerdick, es verjüngt sich zum Schwanz hin. Um Sand aufnehmen zu können, hat der braun bis schwarz gefärbte Wattwurm am Kopfende einen ausstülpbaren Rüssel. An der Mitte seines Körpers sitzen paarweise grellrote Kiemenbüschel. Ob er wohl weiß, dass er optisch kein Genuss ist? Man könnte es glauben, denn an der Bodenoberfläche lässt sich Arenicola marina fast nie Blicken. Sein Zuhause ist ein U. Genau genommen eine U-förmige Röhre im sandigen Wattboden. Er lebt dort in etwa 20 Zentimeter Tiefe und liegt meist waagerecht in seiner Wohnröhre. Die Innenwände hat er mit ein bisschen Schleim verklebt, damit sie nicht permanent zusammenstürzen. Er ist auf ein Leben in der Gezeitenzone spezialisiert und haust dort in sandigem und schlickhaltigem Boden. Mit winzigen wellenartigen Bewegungen sorgt der Vielborster dafür, dass stetig Wasser durch die Röhre fließt – von hinten nach vorne. Dabei filtert der Sand Nährstoffe – also Bakterien, Pflanzenreste oder Algen – aus dem Wasser und der Wurm bekommt frischen Sauerstoff, den er mit den Kiemenbüscheln aufnimmt. Seinen Kopf hat er vorne am senkrechten Gang positioniert, wo er mit dem Rüssel den Sand aufnimmt, der nach unten rieselt. Während der Wattwurm mümmelt, bildet sich oben, am Ausgang der Röhre, ein für alle Wattwanderer sichtbares kleines Loch: der Fresstrichter. Der Wattwurmdarm füllt sich nun langsam mit Sand und ist nach etwa 30 bis 45 Minuten voll. Und nun? Wohin damit? Der Ringelwurm hat – natürlich – vorgesorgt und legt den Rückwärtsgang ein. Mit dem Schwanz voran kriecht er das Ausscheiderohr seiner U-Behausung hoch und drückt, kurz unter der Oberfläche angekommen, den Sand nach oben. Dabei entstehen die für das Watt so typischen kleinen "Spaghetti-Häufchen".

Grevelinger Teerdeich
Greveling

Haus Greveling. Das mit Reet gedeckte Einzelhaus steht in absoluter Spitzenlage zwischen Nieblum und Wyk, in unmittelbarer Nähe zum Meer und nur wenige Schritte vom schönsten Golfplatz Schleswig Holsteins entfernt. Der exklusive Ortsteil Greveling besteht aus wenigen Einzelhäusern unter Reet, die fast alle auf eigenen kleinen "Warften" in exponierter Lage direkt an der Nordsee liegen.

---dreieck DrehortDie Insel Föhr wird immer mehr zu einer beliebten Film-Kulisse: Tanja Wedorn, Schauspielerin aus Witten, drehte hier die Folgen der Serie »Reiff für die Insel«. „Der Inhalt ist platt - etwa so platt wie die Landschaft“ schreibt die NRZ 2015. Und weiter „gut möglich, dass die beschauliche Insel Föhr so viel Fernsehwerbung gar nicht benötigt. Aber wenn die Krimikomödienreihe „Reiff für die Insel“ überhaupt einen positiven Effekt hat, dann den, dass man gleich mal über ei­nen Urlaub auf diesem norddeutschen Kleinod nachdenkt“. So ist es. Als Ferienpension wird das Haus Redlefsen (Hamburger Wäldchen) gezeigt, in dem und um das herum ein Teil der Filme gedreht wurde. 

---dreieck Das Haus Redlefsen, direkt an der Abbruchkante der Geest gelegen, wurde 2003 durch eine Steinschüttung und das unter Sand liegende Deckwerk mit der Wellenüberschlagsicherung (Schwarzdecke) geschützt.

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