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Furth / Krems, Stifts- und Pfarrkirche Göttweig, Oberösterreich

Das Stift Göttweig (früher: Köttwein) ist ein Benediktinerkloster der Österreichischen Benediktinerkongregation. Es liegt in der Gemeinde Furth nahe Krems in Niederösterreich auf einem Hügel südlich der Donau am Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes. Im Jahr 2000 wurde es als Teil der „Kulturlandschaft Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

 
 

Das Kloster Göttweig wurde 1083 von Bischof Altmann von Passau gegründet. Eine Brandkatastrophe im Jahr 1718 vernichtete die mittelalterlichen Gebäude fast zur Gänze. Danach erstellte der Architekt Johann Lucas von Hildebrandt die Pläne für eine neue barocke Anlage im Escorialstil. Den Mittelpunkt der Klosteranlage bildet die Stiftskirche, die auf den romanischen Fundamenten des Gründungsbaues errichtet wurde. Über der breitgeschwungenen Freitreppe erhebt sich die klassizistische Westfassade mit den flankierenden Türmen und dem zurückversetzten Mittelgiebel. Die Dachaufsätze der Türme wurden nicht mehr fertiggestellt.

 

Der Zugang für Besucher befindet sich im Norden des Stiftes. Im Bereich des Restaurants und des Klosterladens gelangt man über Gewölbegänge und Treppen in den höher gelegenen Bereich bei der Kaiserstiege bzw. den Stiftshof.

 
 

Im Zuge der baulichen Sanierung des Klostergangs erfolgte vor dem Saisonstart 2009 auch eine inhaltliche Neugestaltung der gleichnamigen Dauerausstellung. Auf dem Weg von der Pforte-Reception in den Stiftshof geben hinterleuchtete Bildtafeln, Foto-Collagen und Zitate aus der Benediktus-Regel in zeitgemäßer Form Einblick in Geschichte und Gegenwart des Klosters sowie in das Leben und die Aufgaben der Mönche.

 
 
 

Den baulichen Mittelpunkt des Benediktinerklosters stellt die Stiftskirche mit ihrer in Altrosa gehaltenen Fassade dar.

 
Stiftskirche
 
 
 
 
Stiftskirche Göttweig und Klostergebäude
 
 
Brunnenobelisk im Stiftshof: Endpunkt der Wasserleitung aus dem Tal, von J. Schmidt 1742.
 

Im Inneren der Stiftskirche zeigt sich der Altarraum vom Anfang des 15. Jh. als weiter Hochchor mit drei Jochen und 5/8-Schluss mit Sternrippengewölbe. Aufgrund der darunterliegenden Krypta ist das Presbyterium gegenüber dem Langhaus stark erhöht. Dominierend ist der Hochaltar von Hermann Schmid aus 1639 mit dem Gemälde des Münchner Hofmalers Andreas Wolff, das die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zeigt.

 

Das Langhaus wird von einem Tonnengewölbe mit Stichkappen überspannt und ist durch die Farbigkeit, Marmor imitierend, sowie den Knorpelstil der Stuckarbeiten geprägt. Zwei der Seitenkapellen im Süden sind dem Klostergründer Altmann von Passau und dem Ordensvater der Benediktiner, dem Hl. Benedikt von Nursia gewidmet.

 

In der Krypta befinden sich das Göttweiger Wallfahrtsbild, eine spätgotische Pietà, zu der auch heute noch jeden 1. Freitag im Monat Wallfahrten stattfinden. In der Altmannikrypta befindet sich der Reliquienschrein des Klostergründers Altmann von Passau, der durch das schmiedeeiserne Tor zu sehen ist. Hier ist auch das Deckenfresko »Vision des Ezechiel« von Johann Martin Schmidt, genannt der »Kremser Schmidt«, zu finden.

 
▲ Lapidarium im ehemaligen Kreuzgangrest mit Springgewölbe. Von hier aus kommt man in die Krypta.
Reliquienschrein in der Stifts- und Pfarrkirche Göttweig

▲ In dem „Altmanni-Krypta“ genannten, südlichen Seitenraum der Krypta befindet sich der Altmanni-Reliquienschrein. Der Schrein ist 1689 datiert, er besteht aus Holz und Glas und ist mit Silberbeschlägen  versehen. Emailmedaillons zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Altmann. Auf dem Deckel des Schreins befindet sich eine Liegefigur des Heiligen, des Stifters von Göttweig (1083).

 
 
Historische Apotheke

▲ Göttweiger Apotheke

Rechnungen für die Stiftsapotheke lassen sich ab 1630 belegen. Sie befand sich ursprünglich im sog. Apothekergang nächst dem Kreuzgang an der Nordseite der Stiftskirche. Die noch erhaltenen Reste aus zwei Apothekerräumen stammen aus dem 2. Drittel des 18. Jahrhunderts und sind jetzt wieder mit Kunst- und Wunderkammer-Exponaten zu einer Schauapotheke vereint. Die typischen Arzneigefäße des 18. Jhs aus Holz werden am Beginn des 19. Jhs von Porzellan- und kelchförmigen Glasgefäßen abgelöst. Große Glaskaraffen entstammen dem ausgehenden 19. Jh. und markieren das zunehmende Abnehmen an trockenen Kräuterarzneien zu Gunsten flüssiger Arzneimittel. Die geschnitzten Rokokoreliefs behandeln hauptsächlich antike Vertreter medizinischer Wissenschaften bis hin zu den christlichen Ärzteheiligen.

 
 
Historische Apotheke
 
 
Detailansicht der prachtvoll verzierten barocken Orgel in der Stiftskirche im Stift Göttweig.

Die Orgel auf der Westempore verfügt über 3.200 Pfeifen, 45 Register und 3 Manuale und wurde von der Firma Walcker im Jahr 1982 in das zum Teil historische Gehäuse eingebaut.

 

▲ Göttweig hat eine alte Orgeltradition. Schon um 1600 gab es zwei Orgeln, die im Presbyterium links und rechts über dem Chorgestühl hängend angeordnet waren. 1703/04 wurden sie auf die für das Chorgebet neu errichtete Westempore transferiert. 1761 schuf Ignaz Gatto der Ältere aus Krems ein neues Werk, das von einem Brüstungspositiv aus gespielt wurde, während Pedal und Hauptwerk in den zwei älteren schräg gestellten Kästen untergebracht wurden. 1914 fiel dieses barocke Instrument dem Geschmackswandel der „Cäcilianer“ (Vinzenz Goller) zum Opfer und konnte wegen der Kriegsereignisse erst 1922 durch ein neues Werk der Firma Rieger aus Jägerndorf ersetzt werden, und zwar unter Verzicht auf das Brüstungspositiv (von dem nur der Prospekt erhalten blieb) und Einbeziehung des ehemaligen Mönchsoratoriums an der Rückwand der Empore. Hier wurden die tiefen Pedalregister und das Schwellwerk untergebracht. Diese Orgel war – wie damals allgemein üblich –pneumatisch, das heißt, die Steuerung der Spiel- und Registertraktur erfolgte mittels Luftströmen. Doch im Laufe der folgenden Jahrzehnte zeigten sich erhebliche Funktionsstörungen infolge von Witterungseinflüssen und Materialschäden, und so entschloss man sich 1982/83 – zum 900jährigen Stiftsjubiläum – für einen Neubau. Die Firma Walcker-Mayer aus Guntramsdorf wurde damit betraut, in die alten Barockgehäuse unter Verwendung wertvoller Register der Rieger-Orgel (tiefe Pedalregister, Zungen und Streicher des Schwellwerks) wieder ein rein mechanisches Instrument mit 45 Registern zu errichten, verteilt auf drei Manuale und Pedal: anstelle des einstigen Brüstungspositiv wurde ein neobarock disponiertes Rückpositiv gebaut, Pedal und Schwellwerk komplett im Oratoriumsgehäuse untergebracht, das Hauptwerk auf die auf die zwei schräg gestellten, wohl nur noch zum Teil originalen Kästen rechts und links aufgeteilt.

 
Seiten-Kanzel der Stiftskirche
 

Das Innere ist beeindruckend: Trotz prunkvoller Ausstattung mit einer Menge an Blattgold wirkt die Kirche nicht überladen – durch die Pastellfarben an den Wänden ergibt sich sogar ein stimmungsvolles Gesamtbild.

 
Seiten-Kanzel der Stiftskirche - Die sanften Pastellfarben an den Wänden ergänzen sich gut mit den vergoldeten Elementen. Der Tabernakel, das Chorgestühl, die Kaiserstühle sowie die Kirchenbänke wurden von Franz Staudinger im 18. Jh. gefertigt.
 
 
"MARIÄ AUFNAHME IN DEN HIMMEL" - Das Hochaltarbild von Johann Andreas Wolff 1694 im Chor der Stiftskirche
 
 
▲ Bruder Berthold im Kloster Goettweig

Berthold von Garsten (*um 1090; †27. Juli 1142) stammte vermutlich aus dem Geschlecht der bayerischen Domvögte von Regensburg und Grafen von Bogen. Er war der erste Abt des Benediktinerstiftes im oberösterreichischen Garsten. Er war zuerst Benediktinermönch von St. Blasien im Schwarzwald und kam dann als Prior 1107 nach Stift Göttweig. Vom Markgrafen Ottokar von Steyr wurde er mit dem Ausbau des Klosters Garsten beauftragt. Dort wurde Berthold im Jahre 1111 dessen erster Abt. Als solcher zeichnete er sich aus durch Frömmigkeit, Güte, seelsorgerischen Eifer und Organisationstalent. Das Kloster verdankte ihm eine bedeutende wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Berthold brachte die Hirsauer Reform nach Österreich. Er starb 1142 und liegt in der Stiftskirche zu Garsten begraben. Schon bald nach seinem Tode wurde er vom Volk als Heiliger verehrt. Im 13. Jahrhundert gestattete der Bischof von Passau für den 27. Juli die Einschreibung Bertholds in das Verzeichnis der Heiligen. Die offizielle Anerkennung des Kults durch Rom erfolgte erst 1970 durch Papst Paul VI. Die Grabeskirche Bertholds ist die ehemalige Stifts- und heutige Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Garsten, mit der Grablege beim Bertholdaltar.

 
 

▲ "Es ist nicht alles Gold was glänzt", sagt ein altes Sprichwort. So auch hier, wenn auch im übertragenen Sinne. Das Geld ist den Benediktinern beim Wiederaufbau ausgegangen, so dass einige Teile unvollendet sind. Bei der Stiftskirche fehlen zum Beispiel die Turmabschlüsse, und beim rechten Turm sind Turmuhr und Turmfenster nur aufgemalt.

 

 

 

Die Geschichte des Stiftes verlief nicht so „strahlend“. Napoleon nutze es zeitweise als Kaserne, im Dritten Reich wurde es 1939 enteignet, die Mönche verbannt, die Gebäude als Gefangenenlager und Ausbildungsstätte für die NS-Elite genutzt. Der Roten Armee diente die teilweise verwüstete Klosteranlage als Kaserne für die Besatzungstruppen. Erst 1945 konnten die Mönche wieder zurückkehren. 1978 – 2004 wurde der gesamte Komplex umfassend restauriert.

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