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Stiftskirche Dürnstein in Österreich

Stift Dürnstein ist ein ehemaliges Kloster in Dürnstein in der Wachau in Niederösterreich. Heute gehören die Gebäude und der große Grundbesitz dem Augustinerchorherren-Stift Herzogenburg, das auch die Pfarre Dürnstein betreut. Der Turm der Stiftskirche mit seiner blau-weißen Färbung gilt als das Wahrzeichen der Wachau. Geweiht ist die Stiftskirche, die seit 1745 auch Pfarrkirche ist, der Aufnahme Mariens in den Himmel (Patroziniumsfest 15. August). Im Jahre 1372 wurde am Platz des heutigen Stifts eine Kapelle gegründet. 1400 wurde diese erweitert und eine Krypta gebaut. Stift Dürnstein wurde 1410 gegründet. Mit der Klosteraufhebung 1788 unter Kaiser Joseph II. kam Stift Dürnstein mit seinen Pfarren und den dazugehörigen Gebäuden zum Augustinerchorherren-Stift Herzogenburg, dem es heute noch angehört. Der dazugehörige große Grundbesitz fiel an die Fürstenfamilie Starhemberg, die den Besitz noch heute verwalten, die Weingärten wurden 1938 an die Winzergenossenschaft Dürnstein verkauft.

 

Dürnstein, die "Perle der Wachau", zählt zu den berühmtesten Gemeinden Niederösterreichs. Die reizvolle Lage, der weithin sichtbare blaue Turm der Stiftskirche, die Kuenringer und nicht zuletzt die Geschichte von Richard Löwenherz machen Dürnstein zu einem Ort, an dem Kunst, Natur und Geschichte eine besondere Einheit bilden.

Das Schloss (links im Bild) wurde von 1622 von Christoph Wilhelm von Zelking an der Stelle von zehn Winzerhäusern erbaut. Es hat einen blockartigen Baukörper um einen kleinen Hof und wird donauseitig von zwei Türmen flankiert. Der Architekt war wahrscheinlich Cipriano Biasino aus Como, der in Krems wohnte und auch die Kremser Pfarrkirche erbaute. Durch Heirat gelangte das Schloss 1634 an die Grafen von Zinzendorf und Pottendorf, die es 1663 an die  Grafen von Starhemberg verkauften. Die Starhemberger nutzten das Schloss nur gelegentlich bei Besuchen des Weinguts und anlässlich von Jagden. Im September 1683 erhielt Kaiser Leopold I., während er als Gast im Schloss zu Dürnstein weilte, die Nachricht von der Türkenbefreiung Wiens. 1937 verkaufte Ernst Rüdiger von Starhemberg das Schloss an die Familie Thiery. In den 1960er Jahren erfolgte ein Umbau zum Hotel. Als solches wird es heute noch betrieben.

Zum bedeutendsten Gebäude der Stadt wurde das ab 1715 barockisierte ehemalige Augustiner-Chorherrenstift. Bauherr war Propst Hieronymus Übelbacher, Baumeister Josef Munggenast, an den Plänen waren vermutlich auch Jakob Prandtauer und Matthias Steinl - nach Ideen des Propstes - beteiligt. 1788 wurde das Stift unter Kaiser Joseph II. aufgehoben und als Pfarre dem Stift Herzogenburg inkorporiert. Der blau-weiße Kirchturm erhielt im Zuge der jüngsten Renovierung wieder seine Originalfarbe und wurde neben der Ruine zum Wahrzeichen der Stadt.

Schiffsanleger Dürnstein
 

Turm Dürnstein: Einst Streitobjekt, jetzt Wahrzeichen

Er, besser gesagt seine Restauratoren, sorgten für ein großes Aufregen in der Wachau: Bei der Restaurierung in den 1980er-Jahren stieß man auf eine blaue Färbung des Glockenturmes. Daher entschloss man sich, dem Kirchturm diese als ursprünglich angesehene Farbe zu geben. In sattem Kobaltblau und Weiß zeigte er sich danach zum ersten Mal wieder. Ungewohnt für die Bewohner der Tourismusregion, die sich anfangs gegen das Blau heftig wehrten. So gingen die Wellen an der Donau hoch. Sogar Hochzeiten wurden deswegen aus Protest abgesagt, denn in einer blauen Kirche heirate man angeblich nicht. Doch das Blau steht für den Triumph Jesu über den Tod, das Braun symbolisiert das irdische Streben. Blau und das Weiß sind theologisches Programm, umgesetzt in barocke Architektur. Das Braun des Klosters symbolisiere das irdische Streben, der blaue Turm den Triumph Jesu über den Tod. Propst Hieronymus Übelbacher war bei der Errichtung des Turms daher nur das Beste gut genug: Smalte-Blau. Blau war in der Barockzeit der teuerste Farbstoff. Fürst Esterhazy wollte für die Färbung seines Schlosses die Farbe in Eisenstadt ankaufen und musste dafür Güter verkaufen.

Dürnstein ist heute ohne blauen Turm nicht mehr vorstellbar denn er ist heute das Wahrzeichen der Wachau. Und das Gute: Auch den Anwohnern gefällt er wieder.

 

◄ Außenseiten des Turmes. Hier stehen vier Obelisken, an deren Basis jeweils drei Apostelköpfe dargestellt sind – vier mal drei ergibt zwölf: Dass die zwölf Apostel nach dem Tod Jesu seine Lehre weiter verbreitet haben, war eine Grundvoraussetzung für die Entstehung des Christentums!

 
 

◄ Eine Ebene darunter findet man Heilige der katholischen Kirche. Man sieht die hl. Mutter Maria, den hl. Johannes Nepomuk, der als „Brückenheiliger“ bekannt ist. Er wurde in Prag in die Moldau gestürzt und dadurch getötet, weil er nicht bereit war, das Beicht-Geheimnis zu brechen. Der hl. Nikolaus wird mit einem Boot gezeigt. Er ist der Patron der Seeleute – sehr passend hier in unmittelbarer Nähe zur Donau. Weiterhin der hl. Augustinus, den Ordensvater der Augustiner-Chorherren. In seiner Hand trägt er ein brennendes Herz.

 
 
 
 

Johannes-Nepomuk-Statue auf der Turmterrasse des Stiftes Dürnstein. Dieses Bild zeigt das denkmalgeschützte Objekt. Durch den Kirchenvorraum gelangt man auf die Terrasse, wo Nepomuk auf die Donau blickt. Im abendlichen Sonnenschein ist das hier eine ganz besonders stimmungsvolle Ansicht.

 
 
 
 
Augustiner Chorherrenstift Dürnstein: Innenhof
 
 
 
 
Kirchenportal
 

Das Kirchenportal will uns aus dieser Welt hinausführen und dem Himmel näher bringen. Betrachten Sie es von unten nach oben! Vier Reliefs zeigen die sogenannten letzten Dinge: Tod und Gericht, Himmel und Hölle. Darauf stehen die mächtigen Statuen der vier sogenannten lateinischen Kirchenväter: Augustinus, Gregor, Ambrosius und Hieronymus. Über dem Torbogen steht der auferstandene Jesus, gewissermaßen als Tor zur jenseitigen Welt. In einer Kartusche darüber ist ein Satz aus dem Buch der Psalmen zu lesen: „Ich freute mich als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern!“ – Sie finden Obelisken als Symbole für die Ewigkeit. Darüber ist die Schlange aus Metall, die Mose als Zeichen diente. Sie steht als Sinnbild für das Kreuz aus dem Alten Testament. Ganz oben ist ein konkreter Bezug zu Dürnstein gegeben: Das Blumenkörbchen ist das Symbol der hl. Dorothea, der Patronin des Stiftes Dürnstein. Am Stiftsgebäude ist es häufig zu finden, da es auch als Wappen des Klosters verwendet wurde.

Gregor
Über dem Torbogen der auferstandene Jesus
Ambrosius

Innenraum

 
 
 

◄ Der Hochaltar bildet das Herzstück des Kirchenraumes. Sein Aufbau lässt sich am besten von oben her erklären. Auf einem Dreiecksgiebel sitzen Gott-Vater und Gott-Sohn. Zwischen ihnen – vor einem orange gefärbten Fenster – thront der Heilige Geist als Taube. Die optische Nähe zur gleichen Darstellung im Petersdom in Rom ist unverkennbar und  nicht zufällig. Das Altarbild darunter zeigt die Himmelfahrt Marias. Nach kath. Glauben ist sie das Bindeglied zwischen dem göttlichem und dem weltlichem Bereich.

 
 

Wieder darunter befindet sich der Tabernakel. Dort wird das heilige Brot aufbewahrt. Die Christen glauben daran, dass Jesus im Heiligen Brot anwesend ist. Dieser Glaube bildet das Zentrum des christlichen Gottesdienstes. Die Ausführung des Tabernakels als Weltkugel ist etwas Besonderes und nur sehr selten zu sehen.  Der dreistufige Aufbau des Altars führt also von der himmlischen Ebene der Dreifaltigkeit über die Zwischenebene der Himmelfahrt Marias zur irdischen Ebene mit der Weltkugel.

 
 
Der Wiener Hofstuckateur Santino Bussi hat Stationen aus dem Leben Jesu meisterhaft in Szene gesetzt: Geburt, Anbetung durch die Könige und Auferstehung. Darunter finden sich in den runden Medaillons die Portraits der zwölf Apostel. In den Seitenkapellen sind unterhalb der Decke in eckigen Portraits Propheten aus dem Alten Testament zu sehen.
Die Stuckdecke wird zum Altarraum hin von einer goldenen Wappenkartusche abgeschlossen. Unter der prangt ein breites Spruchband in lateinischer Sprache: „Superis curae est qui superos curat“ – „Die Himmlischen kümmern sich um den, der sich um die Himmlischen kümmert.“
Ein Unikat ist der frei drehbare Tabernakel in Form eines Holzglobus
 

Die Stiftskirche besitzt einen eindrucksvollen lichten Innenraum. An das Langhaus schließen Seitenkapellen, darüber liegen kräftig aus- und einschwingende Emporen. Die Gewölbe wurden vom kaiserlichen Hofstukkateur Santino Bussi mit zartem Bandelwerk und figuralen Szenen dekoriert. Etwa 100 individuell gestaltete Putti sind Im ganzen Kirchenraum verteilt. Der Hauptaltar zeigt eine Himmelfahrt Mariä von Carl Haringer. Ein Unikat ist der Die Stiftskirche besitzt einen eindrucksvollen lichten Innenraum. An das Langhaus schließen Seitenkapellen, darüber liegen kräftig aus- und einschwingende Emporen. Die Gewölbe wurden vom kaiserlichen Hofstukkateur Santino Bussi mit zartem Bandelwerk und figuralen Szenen dekoriert. Etwa 100 individuell gestaltete Putti sind Im ganzen Kirchenraum verteilt. Der Hauptaltar zeigt eine Himmelfahrt Mariä von Carl Haringer. Ein Unikat ist der frei drehbare Tabernakel in Form eines Holzglobus, der mit 44 Szenen aus dem Leben Jesu geschmückt ist. Er stammt wahrscheinlich von Johann Schmidt, ebenso die vergoldeten Reliefs an der Kanzel und die meisten anderen Bildhauerarbeiten an den Stiftsgebäuden und in der Kirche. Sein Sohn Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) schuf 1767 die hervorragenden Altarbilder der hl. Monika und der hl. Katharina in den beiden mittleren Seitenkapellen. der mit 44 Szenen aus dem Leben Jesu geschmückt ist. Er stammt wahrscheinlich von Johann Schmidt, ebenso die vergoldeten Reliefs an der Kanzel und die meisten anderen Bildhauerarbeiten an den Stiftsgebäuden und in der Kirche. Sein Sohn Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) schuf 1767 die hervorragenden Altarbilder der heiligen Monika und der heiligen Katharina in den beiden mittleren Seitenkapellen.

 

Seitenaltar Augustinus

Auf diesem Bild ist der heilige Augustinus, Ordensvater der Augustiner-Chorherren, dargestellt, typisch mit dem brennenden Herzen in der Hand. Er kniet vor Jesus und Maria und hofft auf das Ewige Heil.

▲ Seitenaltar Monika

Die hl. Monika ist die Mutter des hl. Augustinus, dem Ordensvater der Chorherren. Sie ist auf dem vom Kremser Schmidt gemalten Bild umgeben von der hl. Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers, und der hl. Anna, der Mutter Marias. Darunter befinden sich die Reliquien des römischen Katakombenheiligen Clemens. Diese Art von Heiligenverehrung erfreute sich in der Barockzeit großer Beliebtheit: Die Skelette der Märtyrer aus der frühchristlichen Zeit wurden zum Zeichen ihrer himmlischen Herrlichkeit festlich geschmückt und zur Verehrung in Kirchen präsentiert.

 
 

Seitenaltar Katharina
An diesem Seitenaltar ist die Enthauptung der hl. Katharina von Alexandrien zu sehen. Sie ist umgeben von den heiligen Jungfrauen Barbara und Apollonia sowie zwei weiteren Jungfrauen. Auch dieses Bild wurde vom Kremser Schmidt gemalt. Darunter befinden sich die Reliquien des römischen Katakombenheiligen Faustinus. In der Barockzeit war diese Art der Heiligenverehrung sehr beliebt: Zum Zeichen ihrer himmlischen Herrlichkeit wurden die Skelette der Märtyrer aus der frühchristlichen Zeit festlich geschmückt und zur Verehrung in Kirchen präsentiert.

S. FAVSTINO
 
 
 
 
 

Links und rechts an den Wänden sehen wir ein Chorgestühl. Hier hat die Klostergemeinschaft an festlichen Tagen die Gebete gesprochen und gesungen. Die Texte und Reliefs veranschaulichen eines der großen kirchlichen Lobgebete: „Te Deum laudamus“ – im deutschen gut bekannt als das Lied „Großer Gott, wir loben dich.“

 
 

◄ Rechts am Triumphbogen befindet sich als Gegenkanzel eine aus dem Jahr 1724 stammende Darstellung Johannes Nepomuks mit Putti, Lorbeerkranz und der Märtyrerpalme. Auf dem Sockel sind weiters drei aus Gold gefertigte Reliefs mit Szenen aus dem Leben des Heiligen angebracht. Entworfen wurde dieses Objekt von Carl Haringer, die Bildhauerarbeiten stammen aus der Werkstätte von Johann Schmidt und die Tischlerarbeiten von Hippolyt Nallenburg.

 
 

► Reliefs mit Szenen aus dem Leben des Heiligen: In der Mitte sieht man, wie der tote Nepomuk aus der Moldau geborgen wird, links ist die Beichte dargestellt, rechts ist der tote Nepomuk zu sehen und darüber die Zunge in einer Art Monstranz.

 

 
 
Barockorgel
 
 
Portal des ehemaligen Augustinerchorherrenstiftes
 

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