Kurzurlaub in Osnabrück 2023

 

Bischofsstadt, Universitätsstadt, Stadt des Westfälische Frieden, Sitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover und Mitglied der neuen Hanse - all das ist Osnabrück. Ob Karl der Große das alles geahnt hat, als er Osnabrück im Jahre 780 gründete? Wahrscheinlich nicht. Aber wer heute die Stadt, die zu den vier größten Städten Niedersachsens zählt, besucht, kann so einiges entdecken.

Auf der oben stehenden Collage sind u.a. die Gebäude "Stadtwaage" (Mitte, Erklärung weiter unten)) und das "Erich Maria Remarque-Friedenszentrum" (rechts) zu sehen. Das 1996 eröffnete, von Stadt und Universität Osnabrück gemeinsam betriebene Erich Maria Remarque-Friedenszentrum beherbergt die Erich Maria Remarque-Ausstellung als Dauerpräsentation zu Leben und Werk des in Osnabrück geborenen Autors von Im Westen nichts Neues sowie das Erich Maria Remarque-Archiv mit der angeschlossenen Forschungsstelle Krieg und Literatur. Die für ein breites Publikum konzipierte Dauerausstellung wird durch Wechselausstellungen im Themenbereich Krieg und Kultur ergänzt; das Remarque-Archiv stellt die weltweit umfangreichste Sammlung von Materialien von und über Erich Maria Remarque und sein Umfeld der breiten Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung. Die direkte räumliche Anbindung dieser beiden Teilbereiche an zentraler Stelle am historischen Marktplatz der Stadt Osnabrück verdeutlicht die Konzeption des Remarque-Friedenszentrums: einerseits die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in Präsentationen für ein breites Publikum in Form von Ausstellungen, Lesungen, Filmwochen, Symposien; andererseits die Heranführung von interessierten Laien an die im Archiv verwahrten Materialien. Die für eine breite Öffentlichkeit konzipierten Veranstaltungen des Remarque-Friedenszentrums sollen dabei Anreize bieten, sich auch mit den Quellen und Materialien auseinander zu setzen. Zu diesen Aktivitäten zählen – neben Führungen durch Ausstellung und Archiv sowie der individuellen Betreuung der Archivnutzer – die Unterstützung von Schulprojekten, die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und wissenschaftlichen Publikationen.

Rathaus Osnabrück

Figuren: Kaiser Sigismund 1368–1437, Friedrich II. 1194–1250, Rudolf von Habsburg 1218–1291, Wilhelm I. 1797–1888, Karl der Große 747–814, Friedrich I. Barbarossa 1122–1190, Arnulf 850–899, Maximilian I. 1459–1519, Ludwig der Bayer 1282–1314. Osnabrück ist vielen als "Friedensstadt" bekannt. Auf der Treppe des Osnabrücker Rathauses wurde 1648 der "westfälische Frieden" verkündet, das Ende des 30-jährigen Krieges.

Das historische Rathaus der Stadt Osnabrück wurde zwischen 1487 und 1512 im spätgotischen Stil erbaut, weist aber bereits deutliche Merkmale der Renaissance auf. Die Frontansicht wird durch ein 18 Meter hohes Walmdach bestimmt. An dessen unterem Ende befinden sich insgesamt sechs Türme, die an Wach- und Ecktürme einer Festung erinnern. Seit 1846 bildet eine große steinerne Freitreppe den Zugang zum Rathaus, nachdem es zuvor über eine einziehbare Holztreppe betreten wurde. An der 500-Jahre alten Eingangstür befindet sich seit 1963 der aus schwerer Bronze gefertigte Türgriff “Friede” des Bildhauers Fritz Szalinski. Er zeigt eine Taube auf einem Balken mit der Aufschrift “Friede 1648” sowie das Stadtwappen in Form des Osnabrücker Rades (s.u.). 

 

Textquellen: erleben.osnabrueck.de, friedensroute.de, osnabrueck.de, wikipedia u.a.

 

 

Von der Rathaustreppe in Osnabrück wurde nach 30 Jahren Krieg in Europa der Frieden verkündet: Der Westfälische Friede, der in den Städten Osnabrück und Münster zwischen 1643 und 1648 ausgehandelt wurde. 

 
 
 
Aus Bronze gefertigter Türgriff “Friede” des Bildhauers Fritz Szalinski.
 

Über dem Eingang thront der Stadtgründer, der fränkische König und spätere Kaiser Karl der Große. Ihm zur Seite stehen seit dem 19. Jahrhundert die acht sogenannten Kaiser-Plastiken, ein Geschenk des preußischen Königshauses an die Stadt Osnabrück.

Im Erdgeschoss des Rathauses befinden sich u. a. der Friedenssaal und die Schatzkammer, in der das Ratssilber, Münzen, Prägestempel, die älteste Schützenkette und wichtige Urkunden aufbewahrt werden. 

Der Friedenssaal wurde ursprünglich als Ratssaal, bzw. Sitzungssaal konzipiert: Ein Raum mit umlaufender Bank und einem spektakulären “demokratischen” Konzept: Alle Anwesenden sahen einander bei den Beratungen ins Gesicht. Es gab keine räumliche Hierarchie, der Rat selbst bildete das Zentrum seiner Entscheidungen. Ab 1643  wurde der Friedenssaal zu einem der beiden Schauplätze  der Verhandlungen des Westfälischen Friedens (1648). Neben Münster wurden hier die Friedensverträge zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) unterzeichnet.

Jeder darf sich hier in das Gästebuch eintragen.

Die Wände des Friedenssaals schmücken die vom flämischen Maler Anselm van Hulle 1648 angefertigten Porträts der 42 europäischen Gesandten des Friedenskongresses und die Bildnisse der Herrscher der damaligen Kriegsparteien (u. a. Königin Christina von Schweden, Ludwig XIV. von Frankreich oder der römisch-deutsche Kaiser Ferdinand III.).

Als zentrales Prunkstück thront ein schmiedeeiserner Kronleuchter aus dem 16. Jahrhundert über dem Raum. Seine drei Ebenen thematisieren bildhaft das Paradies, das Firmament mit Sonne, Mond und Sternen sowie Maria mit dem Jesuskind und drei Vertretern der Stände. Das Rentiergeweih eines Sechsundreißigenders wurde später eingefügt. Die schwedische Königin Christina schenkte es der Stadt Osnabrück zur Friedensunterzeichnung.

 
 
Die Kette der Schützenkönige. Beim Armbrustschießen der Osnabrücker Bürger wurde bereits seit 1441, wahrscheinlich sogar bereits im 14. Jahrhundert, jedes Jahr ein Schützenkönig ermittelt. Die ausgestellte Schützenkette geht zurück auf das 16. Jahrhundert.
▲ Der Osnabrücker Ratsschatz
 
Einst sammelte der Stadtrat wertbeständige Goldschmiedearbeite, um sie bei festlichen Anlässen auszustellen, sie wichtigen Gästen und Partnern zu schenken und als Geldanlage. So kamen Osnabrücker Goldschmiedearbeiten in andere Ratsschätze und umgekehrt. Neben dem in Emden ist der Osnabrücker Ratsschatz der einzige in Norddeutschland, der über die Jahrhunderte erhalten blieb. Allerdings gingen im Zweiten Weltkrieg zwei Becher und der Deckel eines Pokals verloren.
 

Am 13. September 1944 wurde das Rathaus bei einem alliierten Bombenangriff schwer getroffen. Die historische Einrichtung wurde schon einige Zeit zuvor ausgelagert und konnte so gerettet werden. Bereits 1947 begann der Wiederaufbau, der pünktlich zur 300-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens am 25. Oktober 1948 beendet wurde. Am 05. Juli 2019 fand ein Anschlag auf die historische Eingangstür statt. Der nur oberflächliche Schaden konnte jedoch beseitigt werden.

 
Gedenktafel vom 8. Mai 1995 für ermordete Sinti
 

Zwischen 1938 und 1953 wurden Sinti und Roma nicht nur gesellschaftlich, sondern auch räumlich von der übrigen Gesellschaft ausgegrenzt. Sie wurden in der »Papenhütte«, einem Unterbringungsort für als »asozial« stigmatisierte Einwohner Osnabrücks, untergebracht. Die Nationalsozialisten verfolgten Sinti und Roma aus rassistischen Gründen und ermordeten Angehörige dieser Minderheit. Zum 50. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkrieges wurden am 8. Mai 1995 auf dem Osnabrücker Marktplatz zwei Gedenktafeln für die von den Nationalsozialisten ermordeten Osnabrücker Juden und die Osnabrücker Sinti enthüllt. Der Aufstellung der Tafeln ging ein einstimmiger Beschluss des Stadtrates vom 31. Januar 1995 voraus. Die Tafel für die ermordeten Osnabrücker Sinti wurde seitlich der Osnabrücker Stadtwaage aufgestellt. Auf der 150 mal 233 Zentimeter großen Tafel befinden sich 54 Namen. 33 Namen waren einem vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma herausgegebenen Gedenkbuch über die in Auschwitz-Birkenau ermordeten Sinti und Roma zu entnehmen. Weitere 21 Namen konnten durch den Osnabrücker Verein der Sinti und Roma und insbesondere durch die Mitwirkung der in Osnabrück lebenden Überlebenden genannt werden. Da es sich bei allen Opfern um Sinti handelte, wurde die Tafel den Osnabrücker Sinti gewidmet.

 
Männer mit dem Wappenbild der Stadt
 

Die Stadtwaage

 

Die Stadtwaage befindet sich direkt neben dem Rathaus. Heute hat  hier u. a. das Standesamt seinen Sitz. Das Haus wurde zwischen 1531 und 1532 als zweigeschossiges, giebelständiges Gebäude aus Kalkbruchsteinmauerwerk errichtet. Charakteristisch ist der vierstufige Treppengiebel. Im Dachgeschoss halten zwei bärtige Männer das Wappenbild der Stadt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadtwaage 1953 für die Stadtverwaltung wieder aufgebaut.


Das Gebäude diente ursprünglich der Gewichts- und Qualitätskontrolle von Waren (insbesondere Textilien). Die Produkte wurden gemessen, gewogen und auch die fälligen Abgaben bestimmt. Nach eingehender Prüfung erhielten die Waren ein Siegel in Form des Osnabrücker Wagenrades. Auf dem Dachboden der Stadtwaage wurden im Mittelalter zudem Kräuter gelagert. Diese bildeten später die Grut, eine Würzmischung, um das Bier schmackhaft zu machen.

Das Haus befindet sich in zentraler Lage am historischen Markt, zwischen dem Alten Rathaus und der Marienkirche. 

 
St. Marien zählt zu den kunsthistorisch bedeutendsten Baudenkmälern Norddeutschlands. Ihre Baugeschichte reicht weit vor das Datum ihrer ersten urkundlichen Erwähnung 1177 n. Chr. Archäologische Spuren lassen auf einen romanischen Vorgängerbau aus dem 10. Jahrhundert schließen. Der Bau der heutigen gotischen Hallenkirche begann etwa zweihundert Jahre später und dauerte auch ungefähr zweihundert Jahre an. Im Jahr 1543 schloss sich die Kirche der lutherischen Reformation an und wurde evangelisch. Sehenswert sind das Triumphkreuz aus dem späten 13. Jahrhundert, die Kreuzigungsgruppe ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, der Passionszyklus von Albrecht Dürer (1510), der Flügelaltar (1515), der Taufstein (1560), der Abendmahlstisch (1995) und die Predella (1999) sowie die beiden Schreiter-Fenster (1992 und 2016).
 
 

Weitere Informationen zur Marienkirche finden Sie hier.

 
 

Unweit der evangelischen Marienkirche liegt der Dom St. Peter oder ►Petrusdom

Kleine Kirche, Gymnasialkirche bzw. Pauluskirche

Schlicht und bescheiden behauptet die Kleine Kirche ihren Platz an der Nordseite des Osnabrücker Doms. Sie ist keine Pfarrkirche, verfügt also über keine Gemeinde in einem geografisch definierten Pfarrbezirk. Eine Sonderrolle hat die Kleine Kirche schon immer eingenommen. Sie war nie als Pfarrkirche gedacht. Gebaut wurde sie 1683–1685 für das Jesuitenkolleg, das sich im direkten baulichen Anschluss befand, in der Örtlichkeit, die heute den „Klosterflügel“ des Gymnasiums Carolinum darstellt. Der Konvent der Jesuiten stellte die Leitung und einen Großteil der Lehrer für das Carolinum. So war es naheliegend, dass die Kirche der Jesuiten auch der Andachtsraum für die Schüler der 804 von Karl dem Großen gegründeten Karlsschule wurde. Der weitere Name „Gymnasialkirche“ drückt dies aus. Die Kleine Kirche blieb die Kirche des Gymnasiums durch all die Jahrhunderte bis zur weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Und auch in den Wiederaufbaujahren, als die Stadt längst Schulträger geworden war, blieb die enge Verbindung bestehen. Aktive und ehemalige Schüler sowie Lehrer halfen bei der Entrümpelung, brachten Ideen für die Neugestaltung ein und stifteten Ausstattungsgegenstände.

 

 

Einzige Barockkirche

 

Die Kleine Kirche ist die einzige Kirche der Stadt, die im Zeitalter des Barock entstand. Der Westgiebel als Schauseite der Kirche zur Großen Domsfreiheit hin zeigt in zurückhaltender Weise geschwungene barocke Bauformen. Sie kehren im links daneben liegenden Westgiebel des „Klosterflügels“ des Carolinums wieder. Die Kleine Kirche, die neben dem Beinamen Gymnasialkirche auch als Paulskapelle oder Jesuitenkirche bezeichnet wird, entfaltet bei Weitem nicht die Pracht und Schmuckfreude, die andere Jesuitenkirchen in Westfalen auszeichnen. Als Grund wird angesehen, dass den Jesuiten in Osnabrück mit seiner reformatorischen Tradition Gegenwind insbesondere vonseiten des Rates entgegenblies. Zur Zeit der schwedischen Besetzung 1633 wurden die Jesuiten und der Bischof sogar gänzlich vertrieben. Nach dem Westfälischen Frieden kehrten sie zurück. Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg wies den Jesuiten die alte Paulskapelle an der Nordseite des Doms und weitere Häuser rund um den Dom zu. Sein protestantischer Nachfolger Ernst-August von Braunschweig-Lüneburg meinte es erstaunlich gut mit den Jesuiten, hoffte er doch, mit ihrer Hilfe die einstige Osnabrücker Universität wiederbeleben zu können. Er gestattete ihnen 1673, an der Großen Domsfreiheit ein großzügiges neues Konventsgebäude mit Schule zu errichten. Als es fertig war, passte die alte, halb verfallene Paulskapelle aus dem Jahr 1289 nicht mehr in den schicken barocken Rahmen. 1683 wurde sie niedergerissen und an ihrer Stelle die neue, ebenfalls dem heiligen Paulus geweihte Kirche gebaut. Die Finanzmittel, die Fürstbischof und Domkapitel dafür erübrigten, waren bescheiden. So kam es, dass die Steine für das Außenmauerwerk von der alten Franziskanerkirche neben der Katharinenkirche genommen wurden. Den Fußboden entnahm man der ebenfalls verfallenen Ignatius- oder Augustinerkirche am Neumarkt. Auch viele Ausstattungsteile stammten aus aufgegebenen anderen Sakralbauten. Den Hauptaltar lieferte das Dominikanerkloster am Natruper Tor. Gebraucht waren die Beichtstühle ebenso wie die von der Ignatiuskirche genommene spätgotische Kreuzigungsgruppe, die Kalvarienberg-Szene, außen an der Westfassade. Heute sieht man an der Fassade einen Abguss. Das stark verwitterte Original kam 1990 ins Innere der Herz-Jesu-Kirche. Am 13. September 1944 erhielt die Kirche bei einem Luftangriff Bombentreffer und brannte aus. Die Wiederherstellung geschah in schlichter Weise, die dem heutigen liturgischen Empfinden entgegenkommt. Von der früheren Barockausstattung blieb nicht viel mehr als das Henseler-Epitaph von 1666 erhalten. Am 9. November 1950 wurde die Kleine Kirche wiedergeweiht.

Bürgerbrunnen

 
Auf der Brunnenspitze erhebt sich Kaiser Friedrich I. Barbarossa
 

Auf dem Platz des Westfälischen Friedens präsentiert sich seit 1986 der durch den Osnabrücker Bildhauer Hans Gerd Ruwe (1926-1995) als Bronzeskulptur geschaffene Bürgerbrunnen. Ruwe entwarf weitere Brunnen und Skulpturen innerhalb der Stadt, wie z. B. den “Steckenpferdreiter-Brunnen” an der Katharinenkirche, “die Waschfrau” am Vitihof oder “das Tiergericht” am Zoo. Der Bürgerbrunnen wurde 1980 von den Osnabrücker Bürgerinnen und Bürgern anlässlich des 1200-jährigen Stadtjubiläums gestiftet. Die Bronze, die sich aus 1200 Einzelteilen zusammensetzt, wurde bei Ruwe in Auftrag gegeben. Der Brunnen symbolisiert die Osnabrücker Stadtgeschichte anhand verschiedener szenischer Motive. Dabei hat schon deren Ausrichtung eine entsprechende Bedeutung: alle zum Rathaus geneigten Figuren stellen positive Ereignisse dar. Figuren, die in die Gegenrichtung weisen, greifen negative Ereignisse der Stadtgeschichte auf. Außerdem besteht der Brunnen aus drei Schalen. Die größte Schale steht für die Vergangenheit. Durch sie fließt die Osnabrücker Stadtgeschichte in Form von Wasser. Ihre Größe verweist auf das vorhandene Wissen um das Vergangene. Das Wasser fließt weiter in die mittlere Schale, welche die Gegenwart darstellt. Sie steht mit der Vergangenheit in Verbindung, indem das jetzige Geschehen mit dem vergangenen zerfließt. Die kleinste Schale symbolisiert die Zukunft. Sie steht unter dem Einfluss der Gegenwart. Die gegenseitige Verbindung gilt als Mahnung: Die Vergangenheit beeinflusst die Gegenwart und die Gegenwart die Zukunft. Der Brunnen war ursprünglich für den Markt bestimmt, daher sind einige Figuren, wie Barbarossa und Heinrich der Löwe ihm auch zugeneigt.

Kaiser Friedrich Barbarossa verlieh der Stadt 1171 die Stadtrechte. Der Löwe in der großen Schale steht für die verliehene Gerichtsbarkeit.

Bischöfliche Kanzlei

Bischöfliche Kanzlei
Diözesanmuseum

Die Bischöfliche Kanzlei (ursprünglich Fürstbischöfliche Kanzlei) ist ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude. Das 1782 bis 1785 errichtete Gebäude leitete den Baustil des Klassizismus in Osnabrück ein. Es war Sitz der Kanzlei – der Regierung – im Hochstift Osnabrück. Nach dem Ende des Hochstifts 1802 diente es als Land- und Justizkanzlei, bis das Bistum Osnabrück das Gebäude 1896 zurückkaufte. Die Zentrale des römisch-katholischen Bistums Osnabrück hat darin ihren Sitz.

 

Die Regierung im Fürstenbistum Osnabrück hatte zunächst keinen festen Sitz. Sie hielt sich jeweils am Aufenthaltsort des Fürstbischofs auf. Bischof Heinrich III. von Sachsen scheiterte 1578 mit seiner Forderung an die Stände, ein festes Kanzleigebäude zu finanzieren. Auch der evangelische Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel erreichte 1597 sein Ziel eines Regierungsgebäudes nicht. Erst im frühen 17. Jahrhundert nahm die Regierung ihren ständigen Sitz in der Stadt, in einem Gebäude an der Domsfreiheit. Es verfiel, so dass Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg 1652 vom Landtag forderte, einen Neubau zu errichten. Er stellte zwar Mittel bereit, doch, hätten sie für einen Neubau nicht ausgereicht. Erst 1779 wurde der Kauf der Martinikapelle und zwei benachbarter Vikarienhäuser genehmigt, auf deren Grundstücken die Kanzlei errichtet werden sollte. Statt für einen Entwurf des preußischen Hofbaumeisters Heinrich Ludwig Manger entschied man sich für den kostengünstigeren Clemens Lippers, Kanoniker am Stift St. Johann. Er sah ein Gebäude mit zwei Seitenflügeln vor, auf die nach einem Einspruch der Land- und Justizkanzlei aus Kostengründen verzichtet wurde. Errichtet wurde der Neubau schließlich nach den Plänen des Landbaumeisters Franz Schaedler. Ausgeführt wurde er unter Leitung des Maurermeisters Anton Mang. Justus Möser hatte vergeblich dafür geworben, einen Baumeister aus Münster zu beauftragen.

 

Das Gebäude brannte während des Zweiten Weltkriegs bei einem Bombenangriff am 13. September 1944 aus. Es wurde nach Kriegsende von 1948 bis 1950 im Inneren erneuert. Das englische Königswappen erneuerte der Osnabrücker Bildhauer Fritz Szalinski 1966. Dabei veränderte er das Wappen, indem er das sechsspeichige Rad des Osnabrücker Wappens in das Zentrum des königlichen Wappens setzte.

 

Auf rechteckiger Grundfläche befindet sich in der Hasestraße ein freistehender zweigeschossiger Sandsteinbau mit dreiachsigen Mittelrisaliten an der Ost- und Westseite. An der Nord- und Südseite sind die Risalite einachsig. Im Dreiecksgiebel des Risalits zur Hasestraße befindet sich das Wappen Friedrichs von York mit den Wahlsprüchen Honi soit qui mal y pense und Dieu et mon droit. Zum Haupteingang führt eine doppelläufige Treppe. Das Gebäude hat ein Walmdach, das bis 1902 mit Biberschwanzziegeln gedeckt war. Die Fassade ist mit Lisenen und Gesimsbändern gegliedert. Über dem Dreiecksgiebel zur Hasestraße befinden sich drei bekrönende Vasen. Das Gebäude flankierten Sandsteinbrunnen, geschaffen von dem Bildhauer Georg Gerhart Wessel. Einer der Brunnen ist erhalten; er befindet sich im Vorgarten des Hauses Kleine Domsfreiheit 23.

 

Unterhalb des Kanzleigebäudes existiert ein Kellergewölbe, das als Lagerraum bzw. Fahrradkeller genutzt wurde. Zu besonderen Anlässen wird in dem Raum ein Ausschank von Speisen und Getränken betrieben, so z. B. während der Maiwoche und dem Weihnachtsmarkt. Der Erlös kommt dabei Hilfsprojekten der Caritas oder der Malteser zugute. Der Zugang zum Keller erfolgt von der Hasestraße aus, über eine außergewöhnlich niedrige Tür unterhalb der Haupttreppe des Gebäudes.

Bischöfliche Kanzlei

Skulptur „Toleranz, Gleiches Gewicht – Gleichgewicht“

Joachim Bandau gewann 1998 mit seinem Kunstwerk „Toleranz, Gleiches Gewicht – Gleichgewicht“ den Wettbewerb „Toleranz“ von der Herrenteichslaischaft Osnabrück. Die Skulptur besteht aus zwei aus unterschiedlichen Materialien gefertigten Metallplatten (Kupfer und Stahl). Ungeachtet der materiellen und optischen Unterschiede von Halbkreis und Kupfertafel weisen beide Platten dasselbe Gewicht von 11t auf. Es besteht also trotz unterschiedlicher Formen, Farben und Materialien eine grundlegende Gleichheit zwischen den Gebilden. Ähnlich wie jeder Mensch, ganz gleich welche individuellen Eigenschaften oder äußerliche Merkmale er besitzt, stets ein Mensch bleibt. Der zentrale, wirkungsvolle Standort der Skulptur auf dem Theatervorplatz verweist auf die Position der Toleranz in der Gesellschaft, für die auch immer wieder Raum geschaffen werden sollte. Anlass des Wettbewerbs war das 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens und die geplante Umgestaltung des Theatervorplatzes. „Beide Elemente stehen in einem sich gegenseitig bedingenden Verhältnis zueinander. In ihren labilen, kippenden Positionen können sie sich nur gegenseitig halten. Das tragende Element, der Halbkreis, wird in seiner ausgeprägten Seitenneigung durch das lastende Element, die Kupfertafel, fixiert: tragende und lastende Funktionen sind in dieser Konstellation gleichwertig. Nur indem sich beide Teile miteinander verbinden oder verbünden, können sie ein Umstürzen verhindern. Die labile Situation ist jetzt im Gleichgewicht.“

 

Quelle: Joachim Bandau im Osnabrücker Jahrbuch Frieden und Wissenschaft 10/2003

Marcel-Callo-Haus

Das Gebäude diente von 1938 bis 2011, also ganze 86 Jahre lang, als Sitz der Bistumszeitung “Kirchenbote”. Inzwischen ist das Osnabrücker Haus vor allem als Jugendzentrum bekannt. Insgesamt arbeiten hier acht kirchliche Einrichtungen unter einem Dach.

 

Das Marcel-Callo-Haus verdankt seinen Namen dem 1921 geborenen Jugendarbeiter Marcel Callo. Dieser war bereits seit seiner frühen Kindheit bei den Pfadfindern aktiv und trat im Alter von 13 Jahren der Christlichen Arbeiterjugend bei. Im Alter von 22 wurde Callo während des Zweiten Weltkriegs für die Verrichtung von Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Im Lager von Zella-Mehlis machte er es zu seiner obersten Aufgabe, seinen Mithäftlingen zu helfen, war als Krankenpfleger und Chorleiter tätig, verrichtet Gottesdienste und gründete eine katholische Aktionsgruppe aus Pfadfindern und französischen Jungarbeitern. Für seinen Einsatz wurde Callo wenig später von der Gestapo verhaftet und später in das Konzentrationslager Mauthausen / Gusen gebracht. Nach nur wenigen Monaten starb er hier am 19. März 1945 im Alter von gerade einmal 23 Jahren.

1987 wurde Callo von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Deutschlandweit wurde Callo für sein Engagement geehrt. Die Stadt Zella-Mehlis benannte ihren Kirchplatz in Marcel-Callo-Platz um. Heilbad Heiligenstadt ehrte Callo mit einem gleichnamigen katholischen Bildungshaus. Und auch Osnabrück gedenkt mit seinem Marcel-Callo-Haus an das Wirken dieses Widerständlers. Und so findet man nur unweit der beiden Domtürme ein Stück Erinnerungskultur, das heute ganz im Sinne Callos als Knotenpunkt der sozialen Arbeit fungiert.

Hotels

Das DOM-HOTEL-OSNABRÜCK, unser Übernachtungs-Quartier 2023, befindet sich bereits in der dritten Generation im Familienbesitz und gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Hotels in Osnabrück. Hinter der ansprechenden Fassade der empfehlenswerten Herberge warten 35 individuell gestaltete Zimmer mit modernstem Komfort auf ihre Gäste. Das Haus befindet sich in einer ruhig gelegenen Fußgängerzone ca. 5 -Gehminuten vom Dom entfernt. Sämtliche Sehenswürdigkeiten, die Altstadt mit Fußgängerzone, der Marktplatz mit Rathaus, der Osnabrücker Dom und das Theater sind bequem zu Fuß erreichbar.

 
 

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