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Logbücher des Lebens:
"Sprechende" Grabsteine auf Föhr

Alte Steine erzählen die Geschichten, vom Wind schief gestellt und vom Wetter geschliffen, einige von Moos bewachsen, und fast alle mit einem Anker, einem Herz und einem Kreuz verziert, den Symbolen der christlichen Seefahrt. 

Zuerst waren es fliesenähnliche Sandsteinplatten, mit einer Bohrung, in der ein Holzstab oder Walknochen Halt fanden, um die Platte in schräger Lage aufstellen zu können. Dann kamen die größeren "Bremer Steine" auf, die man aus den Steinbrüchen bei Bremen (in den meisten Fällen als Rohlinge) nach Föhr holte. Erst nach 1700, als mit dem Wahlfang (wie man annimmt) ein gewisser Wohlstand auf die Insel kam, wurden aufrechtstehende Grabsteine Brauch. Oft konnten die Hinterbliebenen eines Verstorbenen erst Jahre nach der Bestattung den Stein setzen lassen, wenn sie finanziell dazu in der Lage waren (wobei man auch mal einen älteren Stein abschleifen und mit einer neuen Inschrift versehen ließ). 

Auf dem Friedhof des Dorfes Süderende, im Westen der Insel, neben dem Backsteinturm der Pfarrkirche „Sankt Laurentii“, sprechen die Steine. Zum Beispiel über Früd Faltings, geboren am 23. Dezember 1783, der 1811 Ingke Olufs zur Frau nahm, die ihm drei Kinder gebahr. 23 Jahre lang führte er ein Schiff aus Kopenhagen und brachte seine Familie zu Wohlstand. So steht es in schwarzen Buchstaben auf weißem Grund, und wer wissen möchte, warum Föhr die Insel der Kapitäne ist, sollte verweilen und weiterlesen.

Typische Grabsteine auf dem Friedhof in Süderende aus mehreren Jahrhunderten

Die Bildersprache der Reliefs
Die bildliche Darstellung und das Rahmenwerk auf einem Grabstein dienten nicht nur der Zierde. Sie geben im Stil des Barock und Rokoko (nach Kupferstich-Vorlagen aus der Zeit) symbolhaft Auskunft über Lebensauffassung, Beruf, Rang und Familie des Toten. Wir sehen Engel, Sinnbilder der Gerechtigkeit, des Glücks, die Zeichen von Glaube, Liebe und Hoffnung' stolze Schiffe, Mühlen und oft den Familienbaum. Die Tulpen darin bedeuten männliche, die sternförmigen Blumen weibliche Famitienmitglieder. Geknickte Blüten zeigen, daß die Betreffenden vor dem Bestatteten gestorben waren.

 

Inschriften:  Sie erzählen in eindrucksvoll verdichteter Sprache von ergreifend schlichten oder schweren Schicksalen. Und wir erkennen: Was in einem (auch sehr langen) Menschenleben wesentlich ist, läßt sich tatsächlich auf einer ca. 160 x 70 cm großen Steintafel aufschreiben! Am Anfang steht oft ein Leitspruch oder ein Bibelvers. Erfolge eines Verschiedenen werden genau aufgezählt. Der nicht so Glückliche wird wenigstens ob seiner Ehrbarkeit gelobt. Und immer bat man um den Segen Gottes fur den dahingegangenen, in kunstvoll gestalteten Abktürzungen, siehe wie folgt:

J.S.G.G.S. = Ihren Seelen Gott gnädig sei
D.S.G.G.S. = Deren Seelen Gott gnädig sei
I.S.S.G.G. = Ihrer Seele sei Gott gnädig
D.S.G.G.I. = Deren Seelen Gott gnädig ist
G.S.S.S.G. = Gott sei seiner Seele gnädig.

Auf den Friedhöfen von Süderende und Nieblum wimmelt es vor nautischen Symbolen. Kreuz, Herz und Anker versinnbildlichen die Trias von Glaube, Liebe und Hoffnung. Wale sind prustend in die Stelen gemeißelt, stattliche Schiffe ziehen ihre Bahn durch steinerne Wellen. Meist wird die Lebenszeit bis auf den Tag ausgerechnet, das Schicksal von Kindern und Kindeskindern ebenfalls ausführlich gewürdigt. Ganze Logbücher des Lebens sind so in den Stein gehauen. Die hiesigen Bildhauer waren freilich einfache Handwerker. Oft fingen sie oben mit großzügigen Lettern an und mussten wegen Platzproblemen die Buchstaben von Zeile zu Zeile kleiner schlagen. Ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts waren die goldenen Zeiten Föhrs vorbei. Um der Armut zu entgehen, wanderten nun ganze Dorfgemeinschaften nach Amerika aus. Für die verbliebenen, weniger wohlhabenden Insulaner mussten nun ein schlichter Feldkopfstein oder bescheiden gestaltete Sandsteinfliesen mit den Initialen und dem Sterbedatum genügen. Aus dem Eiland der Abenteurer war bescheidenes Agrarland geworden. Noch heute ist Föhr mit seinem properen Hauptstädtchen Wyk und dem guten Dutzend adretter Dörfer darum die "grüne Insel".

 

Neben den nautischen Sinnbildern beeindrucken die Grabsteine von Föhr auch mit floralen Symbolen, die das Schicksal der Familien auf den ersten Blick offen legen. Auf vielen Grabmalen erkennt man links den Vater und seine Söhne, meist durch blaue Glockenblumen dargestellt, rechts die Mutter und ihre Töchter, versinnbildlicht durch rote Sternblumen. Die Eltern sind durch die oberste große Blüte dargestellt, der Nachwuchs, als wortwörtliche Sprösslinge, weiter unten. Auf den ersten Blick weiß man durch die Zahl der gebrochenen unteren Stängel, wie viele Kinder starben, bevor die Eltern bestattet wurden. Der jüngste der nach alter Tradition gestalteten Grabsteine auf dem Friedhof von Süderende stammt aus dem Jahr 1989 und ist einem Geschwisterpaar aus Oldsum gewidmet, das bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn ums Leben kam. Ein zeitgenössisches Schicksal, eingemeißelt nach uralter Art auf die Rückseite einer Renaissance-Stele.

 

Nicht jede Föhrer Ehe war übrigens "vergnügt", wie es auf dem Grabstein von Rickmer Arfsten und seiner Frau Mattje heißt, und nicht jeder ist neben seiner wahren Liebe in die Erde gelegt.

 

Oluf Braren etwa ist mit seiner Frau Meete Braren bestattet, die der Schullehrer verließ, um mit seiner ehemaligen Schülerin Ing(k) Peter Matzen zusammenzuleben. Der illegitime Sohn des Paares starb schon als Kleinkind an einer schweren Behinderung. Oluf Braren hat die Geliebte und das Kind mit dem Wasserkopf in einem anrührenden Ölbild verewigt. Als Maler wurde er erst lange nach seinem Tod bekannt, auch hier holte ihn das Unglück noch ein, denn fast alle Bilder verbrannten bei einer Ausstellung. 

 

Matz Peters, der später den weltläufigeren Namen Matthias Petersen annahm, war dagegen schon zu Lebzeiten so berühmt, dass sein Grabstein in Latein gemeißelt wurde. 373 Wale hatte er gefangen. Doch auch der erfolgreiche Kapitän musste Bitteres erleben. Drei Söhne verlor er bei Zusammenstößen mit Piraten. Wie ein Zuspruch mutet darum die Botschaft an, die seinen Stein beschließt: "Tod kann es nicht genannt werden, sondern ein neues Leben. 

St. Laurentii in Süderende

"Nun bin ich in dem Hafen meiner irdischen Vollendung angelangt", suchte sich der einstige Kapitän als Leitspruch für sein Grabmal aus. Unter diesem gottergebenen Motto findet sich das abgetakelte Schiff des Seefahrers in Stein gehauen. Das achtern festgemachte Beiboot soll der Seele des Verstorbenen dabei dienen, vom Diesseits ins Jenseits zu wechseln. Auch den Himmel erreicht ein erfahrener Nautiker auf maritimem Gerät. Näheres zum Leben des Schiffsführers folgt in weiteren Lettern: "Neben diesem Monument liegen die irdischen Theile der beyden Eheleute des Commandeurs Matz Jungrördenund dessen Frau Elen Matzen, geb. Lorenzen aus Oldsum, die vom 4 Nov. 1787 an, in einer mit zwei Kindern, einem Sohn und einer Tochter, gesegneten Eheverbindung 26 Jahre und 310 Tage gelebt haben." Der Grabstein, von oben bis unten beschrieben, teilt ferner mit, dass Matz nach kurzer Krankheit 1814 mit 55 Jahren starb und nur einen Enkel erlebt hatte, während seine Frau Elen, bevor sie "nach langjähriger Schwachheit" 1820 in genau gleichem Alter wie der Gatte verschied, "5 Jahre und 159 Tage" den Witwenstand zu ertragen hatte, dabei aber immerhin noch vier Enkel groß werden sah. Die Grabstelle der beiden Eheleute findet sich auf dem Friedhof von St. Laurentii im Westen der Nordseeinsel Föhr. Nicht allen Seeleuten war es vergönnt, den letzten Atemzug auf ihrer Heimatinsel zu tun. Manche starben an fernen Gestaden, manche fanden auf See ein Grab. Wenn sie nicht im Wochenbett starben, überlebten die Frauen ihre Männer oft um Jahrzehnte. Elen Flohr, die auf dem prunkvollsten aller Föhrer Grabsteine verewigt ist, war mehr als ein halbes Jahrhundert Witwe und bekleidete sogar das hoch angesehene Amt einer Juratin. Eben noch war der grasüberwucherte Gottesacker in gleißendes Sonnenlicht getaucht, jetzt liegen die Steine im Schatten. Regen weht mit einer Windböe heran. Die Luft riecht nach Salz. Hinter dem Deich wogt die Nordsee in exzentrischen Tönen von Giftgrün, Quecksilber und Anthrazit.

Alte Grabplatten /-steine im Nordchor der St. Laurentii-Kirche, Süderende

Die Grabstein bzw. -platten aus dem 17. Jahrhundert sind z.T. stark verwittert und kaum zu entziffern.

 

Grabstein rechts:

Anno 1624 den 19 Aprilis is der ehr und veel doget same Fruwe Margrete Olefs  Selige Olef Arfestens Nagela tene wedewe salich in dem Heren ent:slapen ehres [lder] r im 60 Jahre dererse. . . G . G . IS  (Gott gnädig ihrer Seele?)

 

Dies ist der weitaus älteste Stein von St. Laurentii. Der Text ist in Plattdeutsch gehalten, das damals Kirchen- und Amtssprache war. Hier die Übersetzung des Textes:

 

Im Jahr 1624 den 19. April ist die ehr- und viel tugendsame Frau Margrete Olefs des verstorbenen Olef Arfsten nachgelassene Witwe selig in den Herrn entschlafen. Ihres Alters im 60. Jahre.

 

In den Ecken der Grabplatte aus „Namurer Marmor“befinden sich Kreisfelder mit den Evangelistensymbolen:
Matthäus – geflügelter Mensch
Markus – geflügelter Löwe
Lukas – geflügelter Stier
Johannes – Adler

In der Mitte befindet sich ein Beschlagwerkkreis mit den Buchstaben“ ihs“ (Anfang des Namens Jesu im Griechischen) in Unzialschrift. Auf dem Beschlagwerk stehen die Initialen der Verstorbenen „MO“.


Margrete Olefs (auch Olufs) war die Frau des vor ihr verstorbenen Westerlandföhrer Landvogts Oluf Arfsten, der im Jahre 1599 vermutlich den Korb der Kanzel von St. Laurentii gestiftet hat. Wahrscheinlich hat ihr Sohn, Erich Olufs, der wie sein Vater Landvogt war, seiner Mutter diese schöne Platte anfertigen lassen.

 

 

Grabplatte Mitte:

Hier ruhen die Gebeine des weiland ehr samen nunmehro, in dem Herrn entschlaffenen Jung Früd Rörden, welcher in verschiedene Jahren auf Grönland als Commandeur gefahren, gebohren AD 1668 D: 24 Dec: in Klintum. AQ 1697 hat er sich in dem Heili: Ehestand begeben, worin er 42 1/2 Jahr vergnügt gelebet, Gestorben AQ 1741 D: 13 Jun. Sein gantzes Alter gebracht auf 72 Jahr 23 1/2 Wochen. Imgleichen seine hinterlassene Wittwe die weiland und ehrsame Kerrin Jung Früdden So AO 1672 D: 18 August 1672 in Oldsum gebohren AQ 17~ D. – gestorben, im Wittwestände gelebet — Jahr und ihr gantzes Alter gebracht auf – Jahr – Wochen

 
Diese gewaltige Grabplatte aus hellem Sandstein lag früher nördlich der Kirche. In gehobener Sprache wird hierauf vom Leben des Commandeurs Jung Früd Rörden und seiner Frau Kerrin Jung Früdden berichtet. Die Wendung, daß sie eine „vergnügte“ Ehe geführt haben, ist auf vielen Föhrer Steinen zu finden. Hier hat offensichtlich ein Bedeutungswandel stattgefunden. Heute würde man von einer „zufriedenen“ Ehe sprechen.


Die Grabplatte mit einem Segelschiff unter vollen Segeln befindet sich im Nordchor der Kirche. Die Todesdaten der Ehefrau sind nach ihrem Tode nicht eingehauen worden. Kerrin erreichte wohl ein hohes Alter. Mit 88 Jahren (1760) lebte sie noch bei ihrem Sohn Bho in Oldsum, wo sie sich mit ihren 9 Enkeln beschäftigte.

Grabstätte des Matthias Petersen (Matz Peters)

Der weit über die Grenzen Föhrs hinaus bekannteste Grabstein ist wohl der des Matthias Petersen oder auch genannt des "Glücklichen Matthias". Übersetzt steht auf seinem Stein:


Matthias Petersen geb: in Oldsum den 24 Dec: 1632, gest: den 16.Sept: 1706,

Er war in der Schiffahrt nach Grönland sehr kundig, wo er mit unglaublichem Erfolg 373 Wale gefangen hat, sodaß er von da an mit Zustimmung aller den Namen “Der Glückliche” annahm; und dessen Frau Inge Matthiessen geb: den 7 Oct: 1641 gest: den 5 April 1727 Ruhig im Tode ist der, welcher weiß, daß er aus dem Tode wiedererstehen wird; Tod kann das nicht genannt werden, sondern ein neues Leben.

Matthias Petersen, der eigentlich Matz Peters hieß, galt als der erfolgreichste Walfänger von Westerland-Föhr. Die Grabplatte aus hellem Sandstein, die aufrecht in einen modernen Zernentfuß gestellt wurde, erzählt uns, daß der Commandeur im Laufe seines Lebens durch unglaubliches Glück 373 Wale fing, was ihm den Beinamen “Der Glückliche” (Felicis) einbrachte. Dieses Fangergebnis war nur möglich, weil M. Petersen als Commandeur noch an der sog. “Baienfischerei”, die gegen 1660 abrupt zu Ende ging, beteiligt war. Die Walfänger stießen damals in den Buchten (Baien) auf ungeheure Mengen von Walen, so daß sie die für eine erfolgreiche Reise erforderliche Anzahl von Tieren in kurzer Zeit in den Buchten erlegten. Die Beutetiere konnten danach direkt an Land geflenst (abgespeckt) werden. Vor Ort wurde der Speck in riesigen Kupferpfannen ausgelassen, und so konnte der zu Beleuchtungszwecken begehrte Tran gewonnen werden. Nach wenigen Jahrzehnten Raubfang waren die Baien leergefischt. Nun begann die See- oder Eisfischerei, die weitaus mühevoller, gefährlicher und ertragsärmer war. Man suchte den Wal fortan im offenen Wasser und jagte den bis zu 18 Meter langen Giganten von kleinen Schalupen aus. Das Flensen der harpunierten Wale geschah nun längsseits des Schiffes an der Backbordseite (links). Der Speck wurde in Stücke geschnitten, in Fässer gepackt und erst später in zahlreichen Tranbrennereien, die wegen des entsetzlichen Gestankes weit außerhalb der Heimathäfen lagen, ausgelassen.

Der Glückliche Matthias erreichte sein legendäres Fangergebnis auch durch die lange Fahrenszeit als Commandeur. Dem Zwanzigjährigen vertraute man bereits die Führung eines Walfangschiffes an. 50 Jahre lang fuhr er als Commandeur. Verbunden mit diesen Erfolgen wurde er auch ein vermögender Mann. Während der letzten Lebensjahre verließ ihn das Glück. Er wurde 1702 während des spanischen Erbfolgekrieges von einem französischen Kaperschiff aufgebracht und konnte sich und die Mannschaft nur durch die Zahlung von 8.000 Reichstalern (nach heutiger Kaufkraft ca. 300.000 Euro) freikaufen. Dies war seine letzte Fahrt. 1701 wurde sein ältester Sohn Matz, ebenfalls Commandeur, von einem franz. Kaper aufgebracht, nach St. Malo geführt und blieb seitdem verschollen. 1702 fielen seine beiden Söhne Ock und John im Gefecht mit einem franz. Piraten. Im Gotteshaus von St. Laurentii erinnern der 1. und 3. der Kronleuchter aus Messing an den “Glücklichen Matthias”. Gemeinsam mit seinem Bruder stiftete er sie 1677 seiner Gemeinde. Matthias Petersen, der um die Wichtigkeit einer guten Ausbildung wußte, ließ seine Kinder von einem Privatlehrer unterrichten. So konnte sein Sohn Clement studieren. Er wurde Prediger in Schwesing. Wahrscheinlich hat er den lateinischen Text auf der Grabplatte seines Vaters verfaßt. Ein anderer Sohn, Peter Mattiessen, besuchte die Lateinschule in Husum, studierte in Jena und wurde Landvogt von Osterlandföhr, Gerichtsvogt von Wyk und gleichzeitig Landvogt von Sylt. Dessen Sohn, ein Enkel des “Glücklichen Matthias”, auch ein Peter Mattiessen, wurde ebenfalls Landvogt von Osterlandföhr, dazu Birkvogt von Westerlandföhr und Amrum. Durch Struensee, einen Studienfreund, wurde P.M. 1771 zum Bürgermeister von Kopenhagen berufen. Nach der Ermordung Struensees wurde er Direktor des dänischen “Handels- und Fischereiinstituts” in Altona. Von hier aus vermittelte er viele Föhrer Seefahrer, vor ‘allem auch Kapitäne, an den “Grönlandhandel”. Nach seinem Tode im Jahre 1706 wurde mit dem “Glücklichen Matthias” recht unrühmlich umgegangen. Als nämlich seine Erben nach 14 Jahren noch immer nicht die versprochenen 100 Reichstaler für sein Begräbnis in der Kirche vor dem Altar bezahlt hatten, wurde er kurzerhand auf den Friedhof umgebettet – was freilich auch kein schlechter Platz ist. 

Grabstein der Eheleute Ocke Hinrich Flor
und Thur Flor geb. Rickmers

Ein frisch bemalter Grabstein, der sehr häufig für Reiseführer fotografiert wird. Das frisch renovierte Grabzeichen für den Kapitän und Kommodore (Ehrentitel für dienstälteste Kapitäne) Ocke Hinrich Flor. 1827-1852 führte er mehrere Schiffe für eine Hamburger Reederei.

Wir haben hier keine bleibende Stätte,
sondern die zukünftige suchen wir.

Dieses Grab umschließt die irdische Hülle der beiden Eheleute Ocke Hinrich Flor und Thur Flor geb. Rickmers aus Oldsum, welche 1818 den 23 Jan. zur vereinten irdischen Wallfahrt den Bund der Ehe schloßen.
Beide sind geboren in Oldsum, er 1794 den 21 August, und sie 1791 den 4 Juli. In früher Jugend trat er den wechselvollen Beruf eines Seefahrers an und von der milden Hand der Vorsehung mit Glück gesegnet führte er seit 1824 als Capitain nach einander mehrere Schiffe, meistens von Hamburg nach Newjork. Nachdem er sich 1852 in seine Geburtsheimath zurückgezogen hatte, verwandte er die letzte Zeit und Kraft seines Lebens darauf, das Wohl seiner Familie und in dem ihm aufgetragenen Amte eines Schulpatrons das Beste der Gemeine zu fördern, bis ihn der Herr des Lebens nach einem schweren letzten Leiden 1856 den 6 Mai durch den Tod zur ewigen Ruhe einberief, da er 61 Jahre 8 Monate 15 Tage hienieden gelebt hatte.
Thur Flor, die treue Gattinn, die sorgsame Hausfrau, die lieben Mutter, entschlief nach langem Leiden 1852 den 2 Februar in einem Alter von 60 Jahren 6 Monaten 29 Tagen.

Die hinterlassenen Kinder, ein Sohn und 2 Töchter setzen ihren Eltern dieses Denkmal, und ihnen, wie den Schwiegerkindern und Enkeln bleibet ihr Andenken im Segen.

Grabstein der Friederika Knudsen geb. Braren

Zum Andenken der verstorbenen
Friederika Knudsen geb. Braren,
geb. d. 14. März 1809, verheirathet d. 3. Aug. 1832
mit Friedrich Knudsen
mit welchem sie eine 50 jährige, glückliche
und zufriedenen Ehe geführt hat,
vom Herrn mit 4 Kindern gesegnet ward,
1 Sohn und 3 Töchter.

Der Sohn*** ist der Mutter bereits vorangegangen,
er starb den 24. Decbr. 1852,
in Rio=Janeiro, 16 Jahr alt,
sie entschlief den 6. Aug. 1882 im Alter von
72 Jahr 4 Monate 21 Tage.

Sie war uns eine getreue, liebevolle Gattin und
Mutter, ihr Andenken bleibe bei uns in Segen!
Sie ist nun angekommen.
Wir pilgern noch dahin.
Sie ist nun angekommen.
Der Tod war ihr Gewinn.

Querverweis:**** Sohn Hinrich Cornelius, der als Junge an Bord seines Vaters war. Er starb an gelbem Fieber Weihnachts-Abend 1852. Knudsen  soll später gesagt haben, dass nach diesem traurigen Vorfall die See für ihn schwarz geworden sei. Da sein einziger Sohn nun nicht mehr lebte, blieb er an Land. Sonst wäre er noch weiter gefahren, um seinem Sohn den Weg ins Berufsleben zu ebnen. 

Friederika Knudsen, geb. Braren wurde am 14. März 1809 in Süderende, Föhr geboren. Sie starb am 06. August 1882 in Süderende, Föhr. Am 19. Juni 1829 heiratete Friederika aus Süderende Hark Ketels aus Toftum. Hark war der Bruder von Erk Ketels und Sohn von Ketel Harken. Nach dessem frühen Tod bewohnte sie das Haus Süderende 36 (früher: 247) zunächst allein. Ihr Vater, Früd Braren, der auf der anderen Straßenseite wohnte, hatte das Haus erworben und für die Heirat seiner ältesten Tochter ausgebaut. Am 3. August 1832 heiratete Friederika Ketels in zweiter Ehe den Kapitän Friedrich Knudsen aus Utersum. Von ihm ist eine Porträt-Miniatur erhalten. Er ließ sie in Antwerpen farbig in einem goldenen Medaillon anfertigen für seine Braut, die 22-jährige Witwe Friederika Ketels.

Friederika Knudsen war offenbar reiselustig. Zwei ihrer Enkel erzählen davon in ihren Lebenserinnerungen. Für eine Frau von dieser abgelegenen Insel war das auf jeden Fall ungewöhnlich. Sie reiste zum Beispiel mit ihrem Mann nach England. Öfter besuchte sie ihn in Hamburg oder Antwerpen, wenn sein Schiff ihm keine Zeit ließ, nach Föhr zu kommen. Scherzhaft erzählte er von ihr, das Interessanteste für sie sei immer das Kaspertheater auf der Straße gewesen.

Solches Treffen konnte bei der Unsicherheit des damaligen Verkehrs und der Nachrichten Verhältnisse missglücken. Einmal ist es passiert, dass die Eheleute beinahe aneinander vorbeigefahren wären. Der Vater hatte in einem Brief, schon von Rio aus, seine Frau gebeten, sie möchte ihn dann und dann in Antwerpen erwarten. Aber die Sachlage änderte sich. Es folgte ein zweiter Brief mit der Nachricht, das Schiff müsse doch ins Dock, er würde nach Hause kommen. Solche zweite Nachricht bedeutete natürlich für die ganze Familie eine viel größere Freude; aber dieser Brief ist nie angekommen. Er ging verloren. Nun reiste der Vater nach Norden, die Mutter nach dem Süden. Von Hamburg nach Antwerpen benutzte man damals ein Segelschiff. Aber ehe die Postkutsche in Hamburg war, will es der Zufall, dass die beiden Postwagen, der von Hamburg und der von Leck kommende, zu gleicher Stunde in den Posthof zu Rendsburg einfahren. Der Vater blickt gerade aus dem Fenster und wen sieht er? Seine Frau in ihrer friesischen Tracht, die eben dem anderen Postwagen entsteigt. Es dauert nicht lange, da liegen sich die beiden in den Armen und machen nun die Reise zur Heimat gemeinsam.

Friederika Sicilia Knudsen starb im Alter von 72 Jahren an Krebs.

Grabstein des Friederich Knudsen aus Süderende

Ich weißs, an welchen ich glaube,
und er kann mir meine Beilage bewah-
ren bis an jenen Tag. 2. Thim. 1,12

Im Glauben an den Todesüberwinder
entschlief am 5. Aug. 1884
Friederich Knudsen aus Süderende.

Geboren in Ütersum d. 29. April 1807 wid-
mete er sich nach der Konfirmation 30 Jah-
re der Seefahrt. Nachdem er 16 Jahr die Stel-
lung eines Schiffsführers bekleidet, war er
noch 31 Jahr in der Heimat zur Freud
und zum Segen seiner Kinder und Kindes-
kinder rastlos thätig. Der Dank folgt
ihm in die Ewigkeit, zu deren Ruhe der Herr
der Seele de 77jährigen Greises abberufen hat.
Sein Leib harret der Auferstehung neben
seiner treuen Gattin.

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut
Machs nur mit meinem Ende gut.

Friederich Knudsen wurde am 29. April 1807 in Utersum, Föhr geboren. Er starb am 5. August 1884 in Süderende, Föhr. Er heiratete Friederika Sicilia Braren am 3. August 1832.

 

Friederich war Kapitän. Friedrich Knudsen war der jüngste seiner Geschwister. Seine Mutter starb 1820, als er 13 Jahre alt war. Darauf übernahm seine Tante, die jüngste Schwester seines Vaters, Marien Knudten, auch Maike genannt, den Haushalt und die Erziehung der Kinder. Nach der Schulentlassung ist er dann zur See gegangen, wie sein Vater auch.


Sein erstes Schiff soll die Kuff "Godfred" gewesen sein. Die Reise ging von Kiel nach Russland. Gemeint sind sicher die baltischen Staaten, die damals unter russischer Herrschaft standen. Er soll dann nach Hamburg gekommen sein, wo er auf einem Neubau anheuerte. Mit diesem Schiff, geführt von Kapitän Fokkes von der Insel Juist und weiteren Schiffen, ist man dann um Kap Horn gesegelt. Für diese Reise soll Kapitän Fokkes eine Auszeichnung in Form einer Prämie erhalten haben. Er soll dann bei den Holländern nach Ostasien gesegelt sein und ist hier mit 19 Jahren schon Bootsmann gewesen. Später fuhr er dann als Obersteuermann unter Kapitän Nickels Rickmers aus Oldsum auf der Brigg "Forester". Die Brigg war in Massachussets beheimatet und gehörte dem Reeder Whateland. Sie war um 1820 in Boston/USA erbaut und mit 243 Rt. vermessen. Dieses Schiff wurde dann um 1830 an die belgische Reederei "Kempeneers et Otto Neddugendal" in Antwerpen verkauft und erhielt den Namen "Plantin". Dann übernahm Friedrich Knudsen das Schiff als Kapitän. Schon im Alter von 23 Jahren war er Kapitän und soll an Bord ein sehr gestrenger Herr gewesen sein. Bei den Mannschaften war er deshalb als "Teufel von Antwerpen" verschrien. Bis ca. 1853 hat er die hölzerne Brigg "Plantin" ohne besondere Zwischenfälle gefahren. Nur einmal kam er mit dem Schiff auf der Barre von Rio Grande fest. Dieser Vorfall, soll er gesagt haben, habe ihm die Fahrt an der Küste verleidet. Seitdem fuhr er lieber zwischen Europa und der Ostküste von Südamerika. Außer Antwerpen wird er sicher dabei auch Altona angelaufen haben, weil in den auf Föhr vorhandenen Unterlagen zu lesen ist: "Er fuhr von Altona usw". Er hat bei dieser Fahrt verhältnismäßig gut verdient, weil er wohl auch Waren auf eigene Rechnung mitgenommen hat. Eine goldene Taschenuhr, die bei diesem Handel nachgeblieben war, hat er später seinem Enkel Pastor Hinrich Cornelius Ketels geschenkt. Häufiger waren in der Besatzung auf Verwandte zu finden. Sein Neffe Cornelius Lorenz Knudten, geb. 1832, war bei ihm als Leichtmatrose an Bord. Auf einer Rückreise fiel er bei der Insel Wight im Englischen Kanal vom Klüverbaum und ertrank. In den Geschlechterreihen St. Laurentii steht, dass sich das Unglück auf der Reise von Valparaiso nach Hamburg ereignet haben soll.  Einmal fuhr er mit seinem Schwiegersohn Johann Erich Ketels als Steuermann auf der "Plantin" von Antwerpen nach Rio de Janeiro, Bahia und Pernambuco und zurück. Als er mit der Fahrt nach Südamerika begann, kannte man dort das gelbe Fieber noch nicht. Später hat es dann viele von seiner Besatzung dahingerafft. So auch seinen Sohn Hinrich Cornelius, der als Junge an Bord war. Er starb an gelbem Fieber Weihnachtsabend 1852. Er soll später gesagt haben, dass nach diesem traurigen Vorfall die See für ihn schwarz geworden sei. Da sein einziger Sohn nun nicht mehr lebte, blieb er an Land. Sonst wäre er noch weiter gefahren, um seinem Sohn den Weg ins Berufsleben zu ebnen. Friedrich Knudsen war erst 46 Jahre alt, als er die Seefahrt aufgab. Er hatte in den 23 Berufsjahren ein Vermögen von Rm 30.000,-- erworben, das durch Sparsamkeit seiner Frau und Zinsen auf 60.000,-- anwuchs. Das entspricht einer heutigen Kaufkraft von ca. € 400.000. Er wohnte im Haus Süderende 36 (früher 247) und erwarb 1851 das Haus Süderende 31 (früher 243) für seine Tochter Osina.

Grabstein der Eheleute Julius August Ketels
und Ingke Christine Ketels geb. Knudsen

Hier ruhen im Frieden Gottes
unsere lieben Eltern
Julius August Ketels
geb. in Klintum 31. Juli 1839,
gest. in Süderende 26. Feb. 1916.
Ingke Christine Ketels geb. Knudsen
geb. in Süderende 18. Jan 1840,
gest. das. 16. Sept. 1918.

Nach 30jähriger Grönlandfahrt des Vaters durften
die Eltern noch über 30 Jahre sich gemeinsam dem
Aufbau ihres Hauses im Geiste der Liebe und des
Glaubens widmen. – Ihr jüngster Sohn
Hinrich Cornelius Ketels
starb schon ½ Jahr nach der Mutter in Neumünster
eben aus dem Feldzuge glücklich heimgekehrt.

 

Wir danksagen dem Vater, der uns tüchtig gemacht
hat zum Erbteil der Heiligen im Licht.

Julius August Ketels wurde am 31. Juli 1839 in Klintum, Föhr geboren. Er starb am 26. Februar 1916 in Süderende, Föhr. Er heiratete 1865 Cornelia Hayen und nach deren Tod Ingke Christine Knudsen aus Süderende am 20. Januar 1876.

In der Nacht vom 31. Juli zum 1. August geboren bekam er den Namen "Julius August", denn damals konnte man nicht mit Sicherheit sagen, ob er vor oder nach Mitternacht zur Welt kam. Julius August fuhr wie seine Brüder Johann Erich und Ernst Johann auf den Proviantschiffen des Grönlandshandels. Am 26. 1. 1860 schrieb er an die Direktion, er habe nunmehr sein Steuermanns-Examen abgelegt, nachdem er sechs Jahre dem Grönlandhandel gedient habe, und zwar von 1854 bis 1856 auf der LUCINDE, 1857 auf der PERU sowie 1858/59 auf der NORDLYSET. Daraufhin erhielt er mit 21 Jahren eine Stelle als zweiter Steuermann. Diese Position bekleidete er auf der NEPTUNUS 1860/61 und der LUCINDE, NEPTUNUS, TJALVE und HVALFISKEN von 1862 bis 1866 sowie auf der PERU von 1867 bis 1871. Im April 1864 erwarb er vor dem Magistrat in Kopenhagen die Befähigung zum ersten Steuermann und fuhr auf der MARGARETHE SUURBALLE.

1865 heiratete Julius August Ketels Cornelia Hayen. Sie starb schon 1873 und hinterließ zwei Töchter und einen Sohn. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Ingke Christine Knudsen aus Süderende, die mit Riewert Rörden verlobt war, ihm den Haushalt geführt hat, da er zur See fuhr. Ihr Verlobter galt seit 1868 als auf See verschollen. Am 20. Januar 1876 heiratete er dann Ingke Christine Knudsen. Die Familie wohnte zunächst im Haus 118 in Oldsum. Als sein Schwiegervater dann 1884 starb, gab er die Seefahrt auf und übersiedelte in das Haus Süderende 36 seiner Schwiegereltern.

Als erster Steuermann fuhr er auch 1872 und 1873 auf der NEPTUNTUS und bis 1883 auf der CONSTANCE, LUCINDE, TJALFE, HVALFISKEN, CERES und NORDLYSET. Er wohnte zunächst in Oldsum, Haus 135. Als Kapitän übernahm Julius August 1884 die LUCINDE, die er nur einen Sommer befehligte, um dann die Seefahrt nach einem Schlaganfall aufzugeben und in Süderende eine kleine Landstelle zu betreiben. Das konnte er sich leisten, denn er erbte von seinem Schwiegervater Friedrich Knudsen und übernahm dessen Haus und Hof Süderende 36.  Die "Lucinde" wurde 1846 in Holbæk, DK erbaut und machte insgesamt 60 Reisen nach Grönland. Sie sank 1923.

 

Am 26. Januar 1916 bekam er einen zweiten Schlaganfall, der seinen Tod herbeiführte. Er war 77 Jahre alt geworden.

 

Ehefrau(en)

Cornelia Jacob Hayen Ketels 1842–1873 (m. 1865)

Ingke Christina Knudsen Ketels 1840–1918 (m. 1876)

 

Kinder (vermutet):

Johanna Ketels Jürgens 1866–1941

Cornelius Riewert Ketels 1876–1945

Elene Henriette Ketels Nickelsen 1881–1952

Hinrich Cornelius Ketels 1883–1919

Grabstein der Eheleute Christian Friedrich Braren aus Oldsum
und Keike geb. Ketels

Das Stabkreuz - es gleicht einem Hirtenstab. Auf Kreuzdarstellungen jenseits der Glaube-Hoffnung-Liebe-Symbolik trifft man auf Föhrer Friedhöfen eher selten.

Im Kreuz mein Heil.

 

In Hoffnung einer seligen Auferstehung ruhen hier die christlichen Eheleute Christian Friedrich Braren aus Oldsum und Keike geb. Ketels. Er wurde als Sohn des Landmannes Frud Braren und der Krassen geb. Peters geboren in Süderende den 23. Oktbr. 1821 und entschlief am 7. April 1887 in einem Alter von 65 Jahren. Mit der Witwe betrauern den Dahingeschiedenen 10 Kinder (s.u.) (darunter 2 aus erster Ehe), 8 Schwiegerkinder und 14 Enkel. Als Landmann war er in seinem irdischen Berufe bis an sein Ende mit unermüdlichem Fleiße thätig. Nun ist er selber gesäet als ein Samenkorn auf den Tag der großen Ernte. Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Kor.15,42

 

Die Gattin, geboren in Oldsum als Tochter des weiland Schiffskomd. Arfst Ketels und der Lena Maria geb. Rekkerts am 9. Mai 1834 lebte noch 25 Jahre im Witwenstande, bis sie am 23 Mai 1912 in einem Alter von 78 Jahren wieder mit dem vereint wurde, den sie im Leben liebte. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Ps. 126,5

 

Ruhe hier in heil'ger Stille,
Theurer Gatte, theurer Freund,
Bald nach unsers Heilands Wille.
Bin ich dort mit dir vereint.

Kinder:

  • Mathilde Braren wurde am 10. Juni 1856 in Oldsum, Föhr geboren. Mathilde heiratete Heinrich Meinert Riewerts am 15. November 1878. Heinrich wurde ungefähr 1850 in Oldsum, Föhr geboren.
  • Lena Maria Braren wurde am 7. Juni 1857 in Oldsum, Föhr geboren. Lena heiratete Ingwert Cornelius Braren am 16. Januar 1878. Ingwert wurde 1853 in Oldsum, Föhr geboren.
  • Cornelius Hinrich Braren wurde am 16. Oktober 1858 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 16. Oktober 1858.
  • Adolph Braren wurde am 8. Februar 1860 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb 1927 in California, USA.
  • Christian Friedrich Braren wurde am 23. September 1861 in Oldsum, Föhr geboren.
  • Christine Louise Braren
  • Ingke Braren
  • Louise Christine Braren
  • Lorenz Cornelius Braren wurde am 24. Oktober 1869 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 19. Februar 1890 in Oldsum. Die Todesursache war Schwindsucht. Lorenz war Seefahrer.

Grabstein der Eheleute Richard H.V. Rickmers
und Christine F. Rickmers aus Oldsum

Glaube-Liebe-Hoffnung: Im Zentrum des Kreises, befinden sich die ersten drei christlichen Tugenden, die als Lebensfundament fest umschlossen sind

Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn

 

Andenken der beiden Eheleute Richard H.V. Rickmers und Christine F. Rickmers aus Oldsum, die 1833 den 19. Juli ehelich verbunden und mir 6 Söhnen und 4 Töchtern gesegnet worden sind, von denen 3 Söhne und 3 Töchter dem Vater in Ewigkeit vorangegangen und bis auf einen, der im ersten Jünglingsalter zur See verunglückte, neben ihnen ruhen.

Richard H.V. Rickmers wurde in Oldsum geboren den 31. Octbr 1808. Sein Betrieb war Handel und Landwirtschaft, worin er mit steter Umsicht für seine Familie gewirkt hat. Den 23. April 1874 endete der Tod sein reiches Leben in dem Alter von 65 Jahren, 5 Monaten und 23 Tagen.

Christine F. Rickmers wurde 1816 den 8. Jan. in Üttersum geboren und folgte ihrem Gatten am 6. März 1896 im Tode nach. Sie war ihrem Gatten eine treue Gefährtin und den Kindern eine zärtliche Mutter. Sie starb in einem Alter von 80 Jahren 1 Monaten u 28 T. Das Andenken der Lieben bleibet in Segen bei den Ihren.

Grabstein der Eheleute Brar Brarren Schmidt (Brar Braren) aus Oldsum
und Kerin Braren (Kerrin Johannesen) aus Süderende

Die männlichen Mitglieder einer Familie werden auf Grabsteinen auf der linken Seite durch eine Art Glockenblume symbolisiert, während die weiblichen Mitglieder einer Familie, Ehefrau und Töchter, auf der rechten Seite durch Blumen, wie man sie mit der Hand malen würde, stilisiert werden. Ist eine der dargestellten Blumen geknickt, so bedeutet dies, dass die betreffende Person zum Zeitpunkt der Entstehung des Grabsteins bereits verstorben war (aufgrund der hohen Kindersterblichkeit ein häufig anzutreffendes Motiv).

Wir erwarten eine Fröliche Auferstehung

 

Denckmal des sel: ruhende EheLeute Brar Brarren Schmidt und Kerin Braren aus Oldsum geboh daselbst 1720 med. Aug. verehlicht 1758, den 15 Jann: gezeuget 3 Söhne und 3 Töchter davon 2 Söhne gestorben Er starb 1795 den 25 Dec. in einem Alter von 75 Jahr 19 W:

Sie ist gebohren in Süderende 1721 den 14 Octor Sie starb 1777 d: 20 Febr in einem Alter von 55 Jahr 18 Woch:

 

O hoffnung daß nach kurzer ruh
Mein Leib erwacht: wie groß bist du
Und welch ein trost im Tode.

Brar Braren wurde am 25. August 1720 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 25. Dezember 1795 auf Föhr. Er heiratete Kerrin Johannesen am 13. Januar 1758 auf Föhr. Der Grabstein des Schmieds Brar Braren, ca. 10  m. nordöstl. des Kircheneinganges, ist nach Westen ausgerichtet. Hier wird der Nachname als "Brarren Schmidt" angegeben. Möglicherweise wurde seinen Beruf - er war Schmied – zu Schmidt? Außerdem wird er Brarren statt Braren geschrieben = Rechtschreibefehler?

Kerrin (Kerin) Braren geb. Johannesen wurde am 14. Oktober 1721 in Süderende geboren. Sie starb im Alter von 55 Jahren am 20. Februar 1777 und wurde 3 Tage später am 23. Februar 1777 bestattet.

Grabstein der Eheleute Früd Faltings
und seiner Gattinn Ingke, geb. Olufs, in Oldsum

Im Kopfstück der Stele: ein Oktant, ein Fernrohr und eine Getreidegarbe

Dem Andenken des Schiffskapitains
Früd Faltings und seiner Gattinn Ingke, geb. Olufs, in Oldsum.

Früd Faltings wurde geboren in Klintum am 23 Decbr. 1783. Er verband sich am 20 Decbr. 1811 ehelich mit Ingke Olufs, geboren in Oldsum am 28 Oct.1786. Aus ihrer Ehe stammen 3 Söhne. Von früher Jugend sich der Seefahrt widmend, stieg er bis zum Schiffskapitain und führte 23 Jahre lang ein Schiff von Kopenhagen. Nachdem er im Jahre 1839 aus diesem Berufe geschieden war wirkte er bis zu seinem Lebensende als Thätiger und umsichtiger Landwirth. Er sah seine Familie in 13 lebenden Enkeln aufblühen. Am 20 April 1851 rief der Todesbote ihn aus dem Kreise der Seinigen ab im Alter von 67 Jahren 3 Monaten und 28 Tagen. Seine Gattinn Ingke Faltings lebte nach dem Scheiden ihres Gatten im Wittwenstande, bis sie durch den Tod wieder mit ihm vereinigt wurde am 11. Juli 1869 alt 82 Jahre 8 Monate 13 Tage.

 

O Schifter auf des Erdenlebens Wellen,
Ermiß der Pflichten Höhe mit der Christenlieb’Octant,
Und schau, wie hoch aus Leidensfluthen schwellen,
Stets mit des Glaubens Fernrohr nach der Christenhoffnung Land.
So wirst du sicher nach dem lichten Hafen steuern,

Und sammeln wird Gott dich als Garb in seinen Scheuern.

 

 

Aus der großen Zahl der Kapitäne im “Grönlandhandel” hebt sich Früd Faltings besonders hervor. Er verlebte eine sehr bescheidene Kindheit. Sein Vater Falting Bohn war als Grönlandfahrer Speckschneider. Er starb mit 43 Jahren und hinterließ seine Frau mit 7 unmündigen Kindern in tiefer Armut; nur 3 Demat Land verblieben, und diese Fläche reichte gerade aus zum Halten einer Kuh. Die Not im Hause trieb Früd mit 12 Jahren zur See. Mit 33 Jahren wurde er Kapitän und erwarb das Bürgerrecht von Kopenhagen. Früd Faltings machte als erfahrener Schiffsführer 23 Fahrten von Kopenhagen nach Westgrönland und zurück. Aufgrund seines Ansehens vertraute der “Grönlandhandel” ihm 4 Schiffsneubauten an. Kein einziges Mal mußte er auf Grönland überwintern. Seine ungewöhnlich schnellen Fahrten erregten in Fachkreisen Aufsehen. Ab 1840 wurde er Landwirt und gehörte zu den größten Landeigentümern in Oldsum. Früd Faltings wurde dank seiner persönlichen Tüchtigkeit zu einer der angesehensten Persönlichkeiten in der Gemeinde St. Laurentii. Seinen beiden Berufen entnahm Früd Faltings drei Berufssymbole, die er im Kopfstück der Stele festhalten ließ: einen Oktanten, ein Fernrohr und eine Getreidegarbe. 

Denkmal der christl. Eheleute Christian Diedrich Roeloffs aus Süderende

Denkmal

der christl. Eheleute

des ehemal. Kaufmannes und Landmannes

Christian Diedrich Roeloffs

aus Süderende (geb. d. 30. Jan. 1801, gest. d. 5. April 1885) und der

Antje, geb. Ketels, verw. Braren

(geb. in Toftum d. 19. Juli 1804, gest. d. 10.Nov. 1890.

 

Ersterer ist auf seinem Lebenswege reichlich gesegnet worden, hat aber auch mit seinen Gütern und Gaben Andern gern gedient; er hat auch indes des Lebens Hast und Hitze tragen müssen: 2 Lebensgefährtinnen, mit denen er nur etliche Jahre gepilgert mit der ersten, Ingke Ocken aus Oldsum, 9, mit der zweiten, Mattje Lorenzen aus Süderende 8 Jahre, und von seinen 9 Kindern, 4 aus der 1. und 5 aus der 2. Ehe, sind 7 vor ihm ins Grab gesunken, doch war es ihm vergönnt, an der 3. Hausfrau eine langjahrige Gehülfin zu finden, von 1846 bis zu seinem Lebensende. Diese hatte ihren ersten Gatten, Brar Braren aus Oldsum, nach 15 jährigem Ehestande verloren und von den 8 Kindern, die sie ihm gebar, hat sie 5 ins Grab sinken sehen.

 

Röm. 14,8: Leben wir, so leben wir dem Herrn,

sterben wir, so sterben wir dem Herrn, darum wir

leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Denkmal der Eheleute Diederich Roeloffs
und Kerrin Roeloffs geb. Lorenzen

Denkmal

der beiden Eheleute aus Suederende

Diederich Roeloffs

geboren daselbst den 30. Octbr. 1753 und

Kerrin Roeloffs

geboren Lorenzen in Oldsum den 4. Novbr. 1765.

Nach dem 10ten Jahre seines Alters betrat er 32 Jahre den Seeberuf, die letzten 14 Jahre als Schiffs Capitain in welchem der Segen des Herrn sein Glueck so hocherhoben hatte, daß er schon fruehe in seiner Heimath bleiben konnte. Dieses Glueck wurde noch erhoeht, als das Eheband ihn den 18. Septbr. 1800 mit seiner Gattinn vereinigte, und diese Verbindüng mit einem Sohne gesegnet ward. Mit unermuedlicher Sorgfalt fuer das Wohl der Seinigen wirkend, suchte er zu gleich ändern nuetzlich zuseyn bis ein sanfter Tod den 16. Febr. 1834 sein thaetiges Leben endete, als er 80 Jahre 15 Wochen 4 Tage alt geworden war. Seine Gattinn war ihm in den 34 Jahren ihres Ehestandes eine treue Gefaehrtinn auf seinem Lebenswege, und folgte ihm nach 3 jaehrigem Wittwenstände den 8. Jan. 1837 durch den Tod in jenes bessere Leben nach, als sie 71 Jahr 9 W 2 T gelebt hatte.

 

Die Erndt ist reicher als die Saat,

Die hier sein Glaube säet Ihm folget jede gute That, Wenn er zum Vater gehet.

 

Diedrich Roeloffs wurde als Erck Jung Olufs getauft. Wie viele Föhringer stellte er in holländischen Diensten stehend seinen Namen auf einen dort gefälliger klingenden um: Diedrich Roeloffs. Auf Föhr bediente er sich hinfort beider Namen. Er stammte aus einer hochverschuldeten Seefahrerfamilie und war deshalb gezwungen, im Alter von 10 Jahren zur See zu fahren, um so die Familie zu unterstützen. Er begann die Seefahrt als Walfänger. Nach 5 Jahren Walfang wurde er 1769 von Pastor Kirkerup konfirmiert. Durch den Niederländisch-Englischen Krieg wurde der Walfang der Holländer stark beeinträchtigt. Diedrich Roeloffs erlebte so als junger Seemann den Wechsel vom Walfang zur Handelsfahrt. Mit 28 Jahren heuerte er als Kapitän in Kopenhagen, im neutralen Dänemark, bei der Reederei Chr. Fr. Fiedler an. Diedrich Roeloffs unternahm viele erfolgreiche Handelsfahrten ins Mittelmeer und “bedankte” mit 43 Jahren “die Seefahrt”. Nach 32 Jahren Seefahrt belief sich sein Vermögen auf 37.000 Mark Courant. Hiermit entschuldete er seine Familie, vergrößerte seine Landstelle und richtete in Süderende eine Gewürz- und Getreidehandlung ein. Ferner betrieb er auf Föhr und Amrum Geldverleih in großem Umfang. 

Grabstätte der Göntje Faltings
und ihrer Tochter Elene Christine Faltings

Hier ruhen zu einem besseren Erwachen die Ehefrau Göntje Faltings geb Danklefs und ihre kleine Tochter Elene Christine Faltings aus Oldsum. Erstere ist geboren den 25. Oktober 1947 und gestorben den 5. Februar 1874 in einem Alter von 26 Jahren, 3 Monaten und 11 Tagen. Letztere ist geboren den 16. April 1872 und gestorben den 7. Januar 1873 in dem jugendlichen Alter von 8 Monaten und 22 Tagen.

Ruhet sanft Ihr treuen Herzen,
Die zu früh von uns geschieden,
Glaube lindert uns die Schmerzen.
Hoffnung führt uns himmelwärts
Wo uns Wiedersehn beschieden.
Gewidmet von dem Gatten und Vater
Ernst Johann Faltings.

 

Ernst Johann Faltings wurde am 3. Oktober 1844 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 9. August 1924 in Oldsum, Föhr, im Alter von 79 Jahren. Er heiratete Göntje Danklefs am 12. Oktober 1871. 

 

Nach dem Tod seiner Frau Göntje im Jahr 1874 heiratete er 1875 Dorothea Floretta Braren Faltings (geb. Braren). Aus dieser Ehe stammte die Tochter Gardina Nandina Faltings, geboren am 30. August 1876, gestorben am 29. Dezember 1876.  

Grabstätte der kleinen Gardina Nandina Faltings

Kindergrabstein: die sich auf die rechte Seite neigende Blume steht für ein verstorbenes Mädchen

Gardina Nandina Faltings, geboren am 30. August 1876, gestorben am 29. Dezember 1876, kurz nach Weihnachten. Knapp 4 Monate alt ist sie nur geworden. Ihre Eltern: Ernst Johann Faltings (1844 - 1924) und Dorothea Floretta Braren Faltings (1849 - 1917).

 

Um wieder aufzublühen ward sie gesät

 

Hier ruhet
die irdische Hülle der kleinen
Gardina Nandina Faltings
geb. den 30. August 1876
gest. den 29. Dezember 1876
Dort wird das Aug dich wieder finden,
das Thränen hier um dich vergießt.
Da werden alle Schatten schwinden,
wo Licht von Gottes Stuhl fließt!
Dann drück wir mit selger Lust
Dich theures Kind an unsere Brust.

Grabstätte des Richard Simon Petersen

Jung Rörd “Richard Simon” Jung Söncken Petersen

 

Richard Simon Petersen, Pastor an St. Laurentii zu Süderende auf der Schleswig. Insel Föhr; geb. 31.08.1768, gestorben den 08.06.1843. Petersen war aus der St. Laurentii-Gemeinde der Schleswigschen Insel Föhr gebürtig. Nach erhaltener gründlicher Schulausbildung studierte er seit Michaelis 1789 zu Kiel Theologie, ließ sich Michaelis 1792 auf dem Schloss Gottorf (Schleswig)  examinieren, und ward zur Übernahme eines geistlichen Amtes für fähig erklärt. Nachdem er nun noch 6 Jahre als Hauslehrer gelebt hatte, erhielt er im August 1798 die Katechetenstelle (Katecheten = Religionslehrer im kirchlichen Auftrag / Diakon) an der St. Nicolaikirche auf seiner Heimatinsel. Diese verwaltete er 10 Jahre, worauf er von seinem Landesherrn zum Pastor an der St. Laurentii-Kirche bestellt wurde, welchem Amte er von 1808 bis 1843 mit Treue und Eifer vorstand. Er verschied an einem Schlagflusse (heute: Schlaganfall) in dem Dorf Süderende auf Föhr, und hinterließ eine Witwe, eine Tochter, Schwiegersöhne und eine Enkelin.   

 

Jung Rörd alias Richard Simon 31.08.1768 – 08.06.1843 war der Sohn von Jung Sönck Peters & Kerrin Rörden aus Kintum auf Föhr. 1813 heiratete er Sophia Dorothea Boysen Petersen, geb. 21. Oktober 1794,  gestorben 20. Dezember 1854.

Grabstätte der Eheleute Johann Erich Ketels
und Osina Christina Ketels

"Christum lieb haben ist besser denn alles Wissen." Eph 3.19

 

Zum Andenken der Eheleute Johann Erich Ketels und Osina Christina Ketels geb.Knudsen aus Süderende. Er war geb. in Klintum d. 17.Juli 1826. Von seinem 12. bis zu seinem 56. Jahr widmete er sich der Seefahrt, die letzten 11 Jahre als Schiffsführer. Er starb d. 11.October 1904. Sie war geb. d. 16. April 1833 und starb nach glücklicher 46jähriger Ehe d. 29. Mai 1900. Von den 6 Kindern dieser Ehe sind 2 im zarten Alter, eine Tochter Friederike verheiratete Fries im 34. Jahr den Eltern vorangegangen.

 

Eines wünscht ich mir hiernieden:

Deinen Geist und deinen Frieden

Und den Ruhm an meinem Grabe,

Daß ich dich geliebet habe. 

Grabstätte zum Andenken an die Eheleute Cap. Olde Hinrichen
und Göntje Oldis (1768-1810)

Zum Andenken der beiden Eheleute des Cap. Olde Hinrichen und Göntje Oldis aus Süderende die 8 Jahre, 1 Monat und 8 Tage in einem zufriedenen, nur mit einer Tochter (Mattje Oldes Olufs) gesegneten Ehestande gelebt haben. Ersterer ist 1764, d. 13. Juni geboren und 1802 d. 2 Oktober zu Cap Francois (St. Domingo) gestorben im blühenden Lebensalter von 38 Jahren, 3 Monaten, 2 Wochen und 5 Tagen.  Letztere ist 1768 d. 12 Juli geboren und 1810 d. 20. Februar nach vieljähriger Kränklichkeit gestorben alt 41 Jahre, 7 Monate und 3 Tage.

 

Was nutzt ein langes Leben
wenn man nicht Gott ergeben
nach wahrer Tugend strebt
Wer Gott und Menschen liebet
und sich im Guten übet
nur der hat lang und Wohl gelebet.

 

Göntje Oldes Oldis, geb.12.07.1768; gest. 20.02.1810 (Alter 41)
Olde Hinrichen, geb. 13.06.1764; gest. 2.10.1802 (Alter 38)
Tochter: Mattje Oldes Olufs, geb. 21.11. 1798; gest. 13.05.1850 (Alter 51)

Denkmal der Eheleute Früd Peters
und seiner Gattin Sitzele geb. Jappen

Denkmal

der beiden Eheleute des Schiffscapit. Früd Peters

und seiner Gattin Sitzele geb. Jappen

aus Süderende,

die im Jahre 1784 den 22 Nov. in die Ehe traten

aus welcher eine Tochter entspross.

Früd Peters wurde den 29 Mai des Jahres 1761 in Süderende geboren. 29 Jahre hat er sich der See fahrt gewidmet, wovon er die 12 letzten als Capit. verlebte. Er starb 1831, den 12 Oct. In einem Alter von 70 Jahren 22 Wochen 4 Tagen. Sitzele Peters wurde in Tüftum im Jahre 1763 am 13ten Juni geboren. Nach dem sie 6 Jahre in Wittwenstande gelebt hatte folgte sie ihrem Gatten 1839 den 29 Sept. als sie ihr Alter auf 76 Jahr 14 Wochen u. 3 Tage gebracht hatte. 

Grabstätte des Lorenz Cornelius Braren

Durch Nacht zum Licht

 

 Hier harret neben seinem Vater einer fröhlichen Auferstehung unser lieber Sohn und Bruder

Lorenz Cornelius Braren,

welcher 20 Jahre alt am 19. Febr. 1890 im kindlichen Glauben an seinen Heiland entschlief. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege spricht der Herr. Jes. 55 V 8. Trauert nicht, o trauert nicht ihr Lieben, daß mein Auge früh im Tode brach…….

 

Grabstätte von Josina G. Riewerts

Grabstätte von Oluf D. Arfsten

Nur 28 Jahre alt wurde Oluf D. Arfsten aus Süderende (1871 -1899)

Grabstätte von Elise Chr. Braren geb. Petersen aus Süderende

Hier ruhet

unsere liebe Mutter

Elise Chr. Braren

geb. Petersen

aus Süderende

geb. d. 10. Dezbr. 1832,

gest. d. 14. Aug. 1914.

Hier Arbeit, Last und Mühe Dort heil’ge Sabbatruh‘

Hier Sorgen spät und frühe,

Dort deckt uns Liebe zu.

 

Die bei ihrem Tod 81-jährige war verheiratet mit Cornelius Friedrich Braren 1823–1903.

Grabstätte von Cornelius F. Braren aus Süderende

Cornelius Friedrich Braren aus Süderende
1823–1903

Ich bin die Auferstehung und das Leben,

wer an mich glaubt, der wird leben,

ob er gleich stürbe.

Ruhestätte von Ingke Jürgens geb. Thönissen

Ruhestätte
für unsere liebe Mutter und Schwester
Ingke Jürgens geb. Thönissen
geb. 30. Nov. 1819, gest. d. 11. Januar 1899.

 

Ach wie so sanft entschliefest Du,
Nach manchem schweren Stand,
Und liegst nun da in süßer Ruh‘,
In Deines Heiland Hand!

 

Maria A. Jürgens
geb. d. 22. Septbr. 1849, gest. d.7. April 1870
aus Toftum

 

Mir ist Sterben ein Gewinn, denn ich geh zu Jesu hin!

Grabstätte der Eheleute Nickels Knudt Nickelsen
und Katharina Amalia Nickelsen, geb. Hansen

Hier ruhen
unsere lieben Eltern
Nickels Knudt Nickelsen
geb. d. 7. Juli 1840 in Utersum
gest. d. 23. März 1914 daselbst.

Katharina Amalia
Nickelsen, geb. Hansen
geb. d. 25. Dez. 1845 in Nieblum
gest. d. 13. Aug. 1930 in Utersum.

 

Im Leben lieb und wert,
Im Tode unvergessen.

Grabstätte der EheleuteLorenz Conrad Braren
und Anna Margaretha Braren, geb. Hansen, verw. Arfsten

Lorenz Conrad Braren
geb. 2. 11. 1878 zu Oldsum
gest. 5. 5. 1947 zu Süderende

 

Anna Margaretha Braren
geb. Hansen, verw. Arfsten
geb. 24. 10. 1876 zu Övenum
gest. 14. 5. 1947 zu Süderende.

 

Efter en Leewent fol Meut
an lokelk Stünjen
uun Hergods liwighaid
mäenöler ferbünjen.

 

Die Verstorbenen ließen einen Spruch in ihrer Muttersprache, dem Föhrer Friesisch (dem Fering) in ihren Stein schlagen. Übersetzung: Nach einem Leben voller Mühe und glücklicher Stunden in des Herrgotts Ewigkeit miteinander verbunden. 

 

Im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. wanderten friesische Siedler aus der ost- und westfriesischen Region in den damals fast unbewohnten Raum der heutigen Nordfriesischen Inseln und brachten ihre Sprache mit. Friesisch ist kein deutscher oder dänischer Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache. Es gehört wie das Englische zur westgermanischen Sprachgruppe. Auf der Insel Föhr, die eine Hochburg der friesischen Sprache ist, pflegen noch 1.700 Einwohner das Fering (Föhring) als Muttersprache. Im Kirchspiel St. Laurentii ist es weder dem Plattdeutschen noch dem Hochdeutschen gelungen, das Föhring in seinem Bestand zu gefährden. Die friesische Sprache war hier nie Amts- oder Kirchensprache, sie hatte ihren Platz im alltäglichen Umgang miteinander. Zur Grabsteinbeschriftung wurden nur die sog. gehobenen Sprachen verwandt. Mit Beginn dieses Jahrhunderts begann eine Neubesinnung, man entdeckte den Reichtum und die Schönheit der Muttersprache. Im Jahre 1933 wurde in St. Laurentii der erste friesische Spruch in den Grabstein eines Föhringers, der in New York verstarb, auf dem Friedhof aber seine letzte Ruhe fand, geschlagen.

Grabstätte des Früd Braren aus Oldsum

Wer da saet im Segen
der wird auch ernten Segen

 

Dem Andenken des heimgegangenen Landmannes Früd Braren aus Süderende geb. in Oldsum den 11. Dezbr. 1788 verheiratet mit Krassen Peters den 04. Novbr. 1808, gestorben am 13. Octr. 1875 in Süderende in dem hohen Alter von 86 Jahren 10 Monaten 2 Tagen. Die von ihm abstammende Familie zählte bei seinem Tode 80 lebende Mitglieder. Sein strebsames friedliches und rechtschaffendes Wesen wird ihnen allen in dankbarer Erinnerung bleiben.

 

Früd Braren wurde am 11. Dezember 1788 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 13. Oktober 1875 in Süderende, Föhr.  Am 04. November 1808 heiratete er Krassen Peters.

Bei seinem Vater erlernte er das Schmiedehandwerk. Nach seiner Hochzeit gab er dieses Handwerk auf und betrieb in dem Hause seines Schwiegervaters (Süderende 30) Landwirtschaft. Als Landwirt war er sehr tüchtig, strebsam und rechtschaffen, stets darauf bedacht seinen Betrieb zu vergrößern und zu verbessern. Er wurde einer der größten Grundbesitzer in Süderende. Der Umstand, dass seine Frau die einzige Tochter eines in recht wohlhabenden Verhältnissen lebenden Schiffskapitäns war, wird ihm dabei sehr zustatten gekommen sein. Sein Haus trägt heute noch als Maueranker seine Initialen „F B“. Für seine Tochter Friederika Sicilia Braren kaufte er das Haus Süderende 36. Er lebte in seinem Alter sehr zurückgezogen und war in den letzten Jahren seines Lebens sehr schwerhörig und schwachsehend. Er starb am 13. 10. 1875 an Altersschwäche im Alter von 87 Jahren.

 

Krassen Peters wurde am 17. September 1785 in Süderende, Föhr geboren. Sie starb am 2. Juni 1871 in Süderende, Föhr. Sie ist die Frau, die der Maler und ihr Schwager Oluf Braren 1808 als "Föhrer Braut" malte. Harro Ketels, Ur-Ur-Enkel von Krassen Peters, schreibt dazu:

"(Der Vermerk über die Trauung zwischen Früd Braren und Krassen Peters) … befindet sich im damaligen Trauregister von St. Laurentii. Es wird noch heute im Pastorat von Süderende aufbewahrt. Die Trauung am 04. 11. 1808 von Früd Braren und Krassen Früdden (Frauen wurden auf Föhr umgangssprachlich oft nach ihrem Mann benannt) trägt den Vermerk "Hauscopulation". Die Trauungen der beiden Schwestern und alle übrigen Trauungen tragen den Registervermerk "In der Kirche". Eine weitere Haustrauung aber ist nicht eingetragen. Dieser Grund für die Haustrauung von Früd Braren und Krassen Peters ist auch ohne weiteres zu erkennen. Oluf Brarens Schwägerin war nämlich bei ihrer Heirat im fünften Monat schwanger. Das erste Kind dieser Ehe wurde am 14. 3. 1809 in Süderende geboren.  Der Grabstein von Friederika Knudsen, geb. Braren, der ältesten Tochter der Föhrer Braut, steht schräg gegenüber, 20 Meter entfernt von dem ihrer Mutter Krassen Peters. 

Haustrauung (Haus-Copulation)

Trauung von Früd Braren und Krassen Peters am 4. November 1809 in Süderende, Haus 30. Dieses Bild von Oluf Braren, Bruder des Bräutigams, wurde unter dem Titel "Haus-Copulation auf Föhr" bekannt. Eine Kopie (oder ist es das Original?) habe ich im Haus Olesen in der guten Stube gefunden und fotografiert.

Trauung von Früd Braren und Krassen Peter

Krassen Peters erreichte ein hohes Alter und konnte mit ihrem Ehemann die diamantene Hochzeit feiern. Zu dieser Feier wurde ihnen eine schöne Bibel mit einer Widmung von der Königin Elisabeth, der Gemahlin des regierenden Königs Friedrich Wilhelm IV von Preußen überreicht. In den letzten Jahren ihres Lebens war sie sehr kindisch. Dieser Zustand erforderte viel Wartung seitens der Angehörigen.

Ruhestätte der Eheleute Thomas A. Petersen und
Laura J.L. Petersen, geb. Christiansen.

Ruhestätte

unserer lieben Eltern

Thomas A. Petersen

geb. den 21. Aug. 1863 gest. den 28. Juni 1932

Laura .. L. Petersen geb. Christiansen

geb. den 22. Mai 1872 gest. den 15. Jan 1952

 

Sie, die im Leben froh vereint,
Einst teilten Freud und Kummer,
Sie deren Auge nicht mehr weint,
Ruh`n hier im Grabes-Schlummer,
Und oft mit wehmutsvollem Blick,
Denkt Kindeslieb an Euch zurück.

Ruhestätte von Nicoline B. Jürgens, geb. Lorenzen aus Dunsum

Hier ruht
unsere liebe Mutter
Nicoline B. Jürgens
geb. Lorenzen
aus Dunsum
geb. d. 3. Febr. 1850
gest. d. 27. März 1916.
Die Liebe höret nimmer auf.

Nieblum

Der "Friesendom" St. Johannis-Kirche in Nieblum

Der Kirchhof von St. Johannis ist einzig in seiner Art. Mit 265 historisch wertvollen Grabplatten und Grabsteinen hat er den größten Bestand an Grabmalen, den ein nordfriesischer Friedhof beherbergt. Einer der ältesten Grabsteine erinnert an die "erbare und dogentsame Frouwe Ingge Rouwertsen", gestorben im Jahr 1620! Die Inschriften der Steine erzählen in eindrucksvoll verdichteter Sprache von ergreifend schlichten oder schweren Schicksalen. Das Erstaunliche: Was in einem - auch sehr langen - Menschenleben wesentlich ist, lässt sich tatsächlich auf einer Steintafel aufschreiben, wie der Grabstein des ehemaligen "Schiffscapitains Peter Rickerts" zeigt:

 

Der Friedenshafen ist erreicht

Nach einem bewegten Leben und zeitlicher Trennung ruhen in Frieden unter diesem Grabhügel die irdischen Überreste des ehemaligen Schiffskapitäns Peter Rickerts in Nieblum und seiner 4 Ehefrauen. Er wurde geboren in Nieblum den 5ten Septbr 1775 und widmete sich von seinem 10ten Lebensjahr an der Seefahrt. Er trat den 23sten Jan. 1801 in den heiligen Ehestand mit Kerrin, geb Erken daselbst, aus welcher Ehe 2 Töchter entsprossen sind. Den 30sten Septbr 1804 wurde ihm diese Gattin durch den Tod entrissen in einem Alter von 27 Jahren. Zum 2ten Male knüpfte er das Band der Ehe mit Terke, einer Schwester der Verstorbenen, den 28sten Juni 1805, diese Lebensgefährtin mußte er indes den 10ten April 1818durch den Tod gleichfalls verlieren. Sie starb in einem Alter von 48 Jahren und 8 MOnaten ohne Leibeserben zu hinterlassen. Den 6ten März 1819 verheiratete er sich zum 3ten Male mit Thurke, geb Erken aus Nieblum, welcher der Herr zu sich rief den 5ten Mai 1825. Die Verstorbene erreichte ein Alter von 50 Jahren und hinterließ keine Leibeserben. Die letzte Ehe mit Keike, Wittwe des Lorenz Erken aus Nieblum, wurde geschlossen den 3ten Febr. 1826 und durch einen Sohn und eine Tochter gesegnet. Er starb den 11ten April 1854 in einem Altern von 78 Jahren 7 Monaten und 6 Tagen. Sie wurde den 30sten Mai 1788 geboren und folgte ihren beiden vorangegangenen Ehegatten in die Ewigkeit 
.........................
(die letzte Zeile wird vom Gras verdeckt)

 

(Die Geschichte scheint hier noch nicht zu Ende zu sein, doch der übrige Text des eingesunkenen Steines nicht mehr lesbar)

 

Frauen:

Kerrin Jürgens Rickerts 1777-1804 (Heirat 1801)

Therke Jürgens Rickerts 1769-1818 (Heirat 1805)

Thurke Jürgens Rickerts 1775-1825 (Heirat 1819)

Kerrin (Keike) Jürgens Rickerts 1788-1874 (Heirat 1826)

 

Kinder, soweit bekannt:

Rickert Peter Rickerts 1827-1870

Christine Eleonore Rickerts Nissen 1831-1878

Ein weiteres Beispiel ist der Grabstein der Sissel Siemens aus Nieblum:

 

Allhier ruhen die gebeine der sel: Frau Sissel Siemens aus Nieblum, welche Aô 1743 den 23sten Octbr: in Alckersum gebohren. Ihr Vater ist gewesen Dress Andressen und die Mutter Junger Ehlen Drefsen. Aô 1765 den 22sten Novbr: ist sie in den heil: Ehestand getreten mit dem damaligen Commandeur Siemen Tückis aus Wrixum, mit welchem sie bis in das 17te Jahr in einer vergnügten und zärtlichen Ehe gelebet, und in währender Zeit mit selbigem 5 todt gebohrne Kinder und einen lebendigen Sohn gezeuget. Sie hat sich bei der Nachwelt ihrer Tugenden und ihres Wandels wegen einen währenden Ruhm
erworben und ist Aô 1782 den 16ten Jun. in die ewige Ruhe eingegangen, brachte also die Zeit ihrer Pilgerschaft auf 39 Jahr weniger 4 Monate u. 7 Tage.

 

Im Kranz:

Da ich ein wenig vor euch über kam da fand ich den meine Seele liebet. Ich halte ihn und will ihn nicht lassen.


Bildwerk:
In einer großen Halle ("Himmelssaal") sitzt eine Frauengestalt mit Blumen. Neben ihr Christus, der ihre Hand faßt und ihr mit seiner Linken eine Krone reicht. Stadthäuser rechts und links der Szene.

Steinsammlung der Familie Jacobsen

Grabstein von Jacob Jakobsen

Hier ruht in Gott unser lieber Jacob. Er wurde geboren in Midlum am 20. April 1913 als Sohn von Martin E. Jacobsen und Margaretha M. Jacobsen geb. Frödden und gestorben am 18. April 1939 im Alter von 25 Jahren.

Grabstein von Martin Jakobsen

Hier ruht in Gott unser lieber Martin. Er wurde geboren in Midlum am 02. Februar 1915 als Sohn von Martin E. Jacobsen und Margaretha M. Jacobsen geb. Frödden ……

"Stammbaumgrabstein" der Familie Martens

Hear raw jongen an jongensjongen faan

Marten J. Martens ütj Oewenem

Diar aran blewen san, diar bi e südstrun lewet haa
an ok diar ütj e frääm tüss kimen san

 (Es folgen die Mitglieder der Familie Martens)

  

3 der hier verzeichneten Mitglieder der Familie sind zum Zeitpunkt der Fotografie noch nicht verstorben, so der links genannte Heie Sönksen-Martens. Er ist Initiator des 1993 gegründeten "Landwirtschaftlichen Museums" in Oevenum und hat sich auch für das Friesenmuseum und die Alte Oevenumer Vogelkoje eingesetzt. Heie Sönksen-Martens, im Jahr 2011 zusammen mit seiner Frau Ingke von den Lesern des Insel-Boten zum Föhrer Menschen des Jahres gewählt, wurde von Bundespräsident Joachim Gauck mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Am 11. Februar 2013 überreichte Ministerpräsident Torsten Albig diese Auszeichnung in Kiel.

 

Schon früh hat Sönksen-Martens mit der Sammlung landwirtschaftlicher Exponate begonnen, die in der "Museumsscheune" in Oevenum präsentiert wurden und inzwischen in die Sammlung des Friesenmuseums übergegangen sind. Im Vorstand von dessen Förderverein hatte der gebürtige Nordstrander sich von 1994 bis 2010 engagiert. Er unterstützte die Gründung des Museumszweckverbandes, durch die Akquise von Spendengeldern sorgte er für notwendig gewordene Renovierungs-Arbeiten. Außerdem hat er zur Neugestaltung der naturkundlichen Abteilung des Museums in Wyk einen Anbau vorangetrieben, der 2005 eröffnet wurde.

 

Als Kojenwart setzt Sönksen-Martens sich außerdem für die Erhaltung der historischen Vogelkojen auf Föhr ein. Seit 1991 steht er mit Unterstützung seiner Frau Ingke der Oevenumer Vogelkoje als Vogelwart vor und kümmert sich um Instandhaltung und Pflege. 2016 veröffentlichte Sönksen-Martens ein Buch zu diesem Thema. Auf 556 Seiten sind alle 19 Vogelkojen an der Nordfriesischen Küste ausführlich und reich bebildert dargestellt. 

Ruhestätte der Eheleute Jens Arfsten, geb in Nieblum am 16.April 1855, gest.in Wijk am 24. März 1941. Mit 82 Jahren besuchte er seine Söhne in Amerika und Meta Engelena Arfsten geb. Peters, geb. in Alkersum am 1. April 1859, gest. in Nieblum am 24. Juli 1933. Sie konnten ihre goldene Hochzeit am 10. Februar 1932 mit ihren 4 noch lebenden Kindern Nickels und Julius, z.Z. in Amerika, Elena und Carl in der Heimat begehen.

 

Die Hochzeit von Jens und Meta fand im Jahr 1882 statt.

Kinder (vermutet):

Elena Christina Arfsten Knudtsen 1885–1970

Julius Jürgen Arfsten 1887–1983

Johannes Arfsten 1891–1914

Gedächtnisstein für Johannes Arfsten aus Nieblum

Zum Gedächtnis an unseren lieben Sohn Johannes Arfsten, geb. in Nieblum am 2. Oktober 1891, gefallen im Weltkrieg am 16. September 1914 im Waldgefecht bei Elincourt/Frankreich als Gefreiter im Inf. Regt. 163 und ruht dort in einem Massengrab mit vielen Kameraden, nachdem er die siegreichen Gefechte in Belgien glücklich überstanden hatte.

Ruhestätte des Nickels Boy Hinrichs (links)

Ruhestätte des weiland Nickels Boy Hinrichsen aus Alkersum,
geboren 1801 den 15ten Septmbr. gestorben 1847 den 1ten Decbr.
Er verehelichte sich zu ersten Mal mit Catharina Margaretha geb Rörden geboren 1806 den 10ten Juli,
gestorben 1832 den 7ten März, welche Ehe mit 2 Töchtern gesegnet wurde.
Zum zweiten Male verehelichte er sich mit Maike geb. Matzen geb. 1809 den 9ten Mai,
gestorben 1892 den 22. März alt 82 J.  Letztere Ehe wurde mit 2 Söhnen und 1 Tochter gesegnet.

 

Er stürzte von einem Fuder Roggen vor des Schullehrers Braren Haus aufs Pflaster, auf die Steinbrücke und verstarb nach wenigen Minuten - im Kirchenbuch: - "Der Verstorbene fuhr am Vormittage, ....fiel vor Brarens Hause nieder auf die Steinbrücke, ward in Volkert Drefsens Hause bewußtlos eingetragen, und noch im Leben nach Hause gebracht, wo er starb nach wenigen Minuten um 9 1/2 Uhr. Er, der als Seemann in 29 Jahren ...großen Lebensgefahren errettet wurde, sollte so ... und auf diese Weise sterben, in dem Alter von 46..."

Glaube - Liebe - Hoffnung: Grabsteinsammlung der Familie Peters

Grabsteinsammlung der Familie Peters:

Maria C. Peters geb. Johannsen, geb. 28.11.1868 in Nieblum, gest. 06.10.1939 in Hamburg
Volkert Jung Hans Peters, geb. 02.08.1869 in Oevenum, gest. 04.03.1926 in Heide bei seiner Heimreise von Hamburg
Maria A. Peters geb. Volkerts, geb. 21.02.1893 in Nieblum, gest. 28.08.1981 in Nieblum
Peter Eschel Peters, geb. 31.01.1896 in Nieblum, gest. 13.04.1981 in Nieblum

Grabstätte der Eheleute Volkert “Volkert Klaasz” Knudten und
Marret Arfsten

Bildwerk: Schiff mit geborgenen Segeln, reiche Barock-Ornamente, Lamm und Löwe, Kartusche.

Text Jesaia 57 vers 1.2

Ein Sünder bin ich gewesen, in jener Sterblichkeit.

Gott Lob ich bin genesen, durch Christi Tod befreyt.

In seine blutige Wunden,  hab ich mein Ruh Bett funden

Alhier ruhen die Gebeine des nunmehro seel. Commandeurs Volckert Knudten aus Nieblum, welcher Ao 1717 den 4ten Martz gebohren im Ehe Stand mit Marret Arfsten ao 1747 den 6ten Dec getreten und ao 1770 den 8ten Martz in seine Ruhe eingegangen da er sein Alter gebracht auf 53 Jahr und 4 Tage wie auch deßen ermeldten EheFrau Marret Volckertz welche gebohren ao 1725 den 27ten Septbr und gestorben ao 1818 den 17ten Novbr ihres Alters 93 Jahr 7 woch und 2 Tage

 

Trennte uns gleich der Tod,

hielt die Hoffnung uns verbunden

Bis wir endlich durch den Tod,

dort einander wiederfunden.

Volkert war Seefahrer: Kapitän und Commandeur. Mit dem Namen Volkert Klaazs fuhr er von Amsterdam nach Grönland auf Walfang, wo er 16 ½ Wale fing. Eintragung ins Sterbe-KIRCHENBUCH St Johannis wie folgt: "So wie er 37 Jahre zur See gefahren, so hat er durch göttl. Fügung ein Schiff nach Grönland erhalten und sein Commando zum Vergnügen seiner Prinzipale und zum besten seiner Untergebenen geführet... die Widerwärtigkeiten diese Lebens mit Gelassenheit ertragen und sein Vergnügen im Worte des Herrn gesucht. Er ging stets mit Todesgedanken um, damit er gegen denselben bereit seys und seine aufgesetzte Grabschrift kann davon Zeugnis geben. Am abgewichenen Donnerstag p Dom Invocavit that er einen unvermutheten schweren Fall auf seinem Schiff und verschied gleich darauf, nachdem er in dieser Sterblichkeit gelebt 53 Jahr und 4 tage. Seine entseelten Gebeine sind von Amsterdam mit einem Schiff hieher (nach Föhr) gebracht und am Sonntag Judica allhier zur Ruhe gebracht worden. "

Grabstein der Eheleute Martin Cornelius Friedrichsen und
Inge Lena Brogitta Friedrichsen geb. Bohn

 (Spruchband über dem Schiffsrelief)

 

Hat mich auf meiner Farfth manch harter Fall betrübet,
So hab ich in Geduld mich auch zugleich geübet.
Die durch Erfahrung mich zur Hoffnung hingebracht
Zur Hoffnung. welche stets das Hertz zufrieden macht.

 

Ruhestätte der Eheleute
aus Nieblum:
Martin Cornelius Friedrichsen,
geb. d. 2. März 1819, gest. d. 14.Jan 1899
Inge Lena Brogitta Friedrichsen geb. Bohn
geb. d. 29. Sept. 1826, gest. d. 29. Dez. 1918

 

Die Hochzeit war 1848, aus der Ehe entstammt ein Kind: 

Hinrich Ocke Friedrichsen, geb. 30. Aug. 1862, gest. 26. Aug. 1947 (Alter: 84)

Grabstein von Christina Elena Friedrichs, geb. Detlefs und
Sophus Martin Friedrichs

Die Klage schweigt;
der Glaube spricht;
der Tod trennt uns auf ewig nicht.

 

Hier ruhet meine liebe Frau
unsere gute Mutter
Christina Elena Friedrichs
geb. Detlefs.
geboren am 10. März 1872,
gestorben am 27. Oktober 1927
unser lieber Vater
Sophus Martin Friedrichs
geboren am 22. Februar 1871,
gestorben am 14. Juli 1949

 

Ich habe dich je und je geliebet
darum habe ich dich zu mir gezogen
aus lauter Güte.     Jeremias 31,3

 

Sophus war Landwirt und unterhielt in seinem Haus eine Poststelle. Er war "Posthalter".

Kinder (vermutet)

Hardina Christina Friedrichs Rickmers 1895–1970

Peter Hinrich Friedrichs 1897–1970

Boy Broder Friedrichs 1899–1971

Detlef Jacob Friedrichs 1901–1979

Grabstein der Eheleute Volkert Adyssen (Volkert Adys II) und
Inge Adys geborne Petersen

Auf diesem Doppel-Grabstein stehen ihre bereits verstorbenen 5 Kinder - die Rückseite ist ihren Johannsen- Großeltern gewidmet

Wir werden uns einst wiedersehn, und unser Herz wird sich freuen.

Hier ruhen bis zum frohen Auferstehungstage, die beiden Eheleute Volkert Adyssen und Inge Adys geborne Petersen beyde aus Nieblum. Er ist geboren Anno 1769 den 20ten April und sie 1770 den 6ten März. In den Ehestand sind sie getreten Ao 1791 den 13 May und haben während ihrer 37jährigen Ehe 9 Kinder gezeuget, als 6 Söhne und 3 Töchter, wovon aber 4 Söhne und 1 Tochter den Eltern in die Ewigkeit vorangegangen sind. Er starb den 10ten December 1828, nachdem er hier gelebt hatte 29 Jahr, 7 Monate und 20 Tage. Sie starb den 19ten November 1854 in einem Alter von 84 Jahren 8 Monaten und 13 Tagen.

 

Kinder (vermutet)

  • Volkert Adys 1793–1793
  • Volkert Adys 1794–1853
  • Inge Margaretha Adys Hinrichsen 1797–1861
  • Margaretha Adys 1800–1821
  • Elena Adys Bohn 1802–1877
  • Andres Adys 1805–1826
  • Michael (Nickels) Boh Adys 1810–1811

Grabstein der Eheleute Johan Braren und
Jung Göntje Braren, geb. Braren

Es ist ihr Geist ins Vaterhaus, ihr Leib zur Ruh getragen.

Ruhestätte underer seligen Eltern Johan Braren geboren 1795, den 18ten Januar in Oldsum, gestorben den 6ten Mai 1861 alt 66 Jahre 3 Monate u 20 Tage.
Jung Göntje Braren geboren 1797 den 31sten August in Oldsum, gestorben den 8. Decbr 1883 in dem Alter von 86 Jahre 3 Monate und 9 Tage aus Oevenum. Ihre Ehe, die 1816 geschlossen wurde, ist durch 10 Kinder gesegnet worden.

Dort wo in ewger Jugend nichts veraltet,
Nicht mehr die Zeit mit scharfem Zahne nagt
Dort, wo kein Auge bricht, kein Herz erkaltet
Kein Leid, kein Schmerz, kein Tod die Selgen plagt.
Dort finden wir Euch Theut´re und Geschwister wieder
Der`n Leib vor Euch in Grabesnacht schon sank,
... vor Gottes Throne .......

(1983 Rest eingegraben, 2016 letzte Zeile nur noch schwer lesbar)

 

Kinder, soweit bekannt

Josina Henricka Braren Jacobs 1827-1913

Keike Braren Hansen 1829-1913

Brar Jan Braren 1839-1919

Grabstätte der Eheleute Jürgen Arftsen
und Ehlen Arftsen geb. Pauls sowie der Schwiegertochter Elke Arftsen geb. Gerrits

Bis zum frohen Erwachen ruhet hier das Irdische der beiden Eheleute des vormaligen Schiffscaptains Jürgen Arftsen und Ehlen geb. Pauls. Er wurde des 25sten Nov. 1773 in Alkersum und sie den 2. August 1769 in Goting geboren. Den 25. April 1805 traten sie in den heiligen Ehestand. Nachdem er sich 35 Jahre den Seeberuf gewidmet, dann 26 Jahre die stille Häuslichkeit genossen schied er indem seine Gattin ihm 10 Monate am 27 Septbr. 1846 voran ging den 14. Juli 1847 aus diesem irdischen Leben. Ihre Ehe wurde mit 2 Kindern gesegnet, eine Tochter Kreske die der Herr bald wieder zu sich nahm und einen Sohn Arfst Jürgen Arfsten dem es vergönnt wurde seine Eltern bis an ihr Ende in Liebe zu pflegen. Auch ruhet hier die Schwiegertochter Elke geb. Gerrits nebst 4 in der Kindheit heimgegangenen Enkel. Sie wurde 18018 den 22. Dec. In Wrixum geboren. 1829 den 4ten Dec. Trat sie in den heiligen Ehestand mit Arfst Jürgen Arfsten und nach einer sechsjährigen mit 5 Kindern gesegneten glücklichen Ehe entschlief sie sanft und gotterben den 7. April 1826 tief betrauert von ihrem Gatten 4 kleinen Kindern Eltern und Schwiegereltern.

 

Ruhet sanft ihr Vielgeliebten
Ruhet sanft bis Gott Euch weckt
Dort, dort sehen wir uns wieder
Wo kein Tod noch Grab uns schreckt

 

Elke Gerrits Arftsen ist auf 2 Grabsteinen genannt und verewigt. Auf einem weiteren heißt es: 

 

Wir sind nur vorangegangen
Um Euch dort oben zu empfangen.


Bis zum frohen Erwachen ruhen hier die Eheleute der Landvermesser Arfst Jürgen Arfsten und Keike geb Petersen. Er ward geboren 1808 den 11ten Febr. in Alkersum. Im Jahre 1829 den 4 Dec trat er in den Stand der heiligen Ehe mit Elke geb Gerrits aus Wrixum. In einer 6jährigen Ehe wurde sie Mutter von 5 Kindern wovon 2 vor der Mutter in die Ewigkeit vorangegangen sind. Im Jahre 1838 den 12ten Jan trat er zum 2ten Mal in den Stand der heiligen Ehe mit Keike geb 1813 den 24 Oct in Midlum. Diese 39jährige Ehe wurde mit 7 Kindern gesegnet wovon 2 im zarten Kindesalter den Eltern vorangegangen sind. Nachdem er hienieden viel Segen gestiftet war es Gottes weiser Rathschluß ihn von uns zu nehmen er entschlief in dem Herrn den 28sten August 1877 in einem Alter von 69 Jahren 6 Monate 17 Tage. Sie starb den 29 Octbr 1883 tief betrauert von allen hinterbliebenen Kindern.

 

Hat der Tod uns auch geschieden

Unsre Liebe schied er nicht

Threue Eltern ruht in Frieden

Grabstein der Antje Arfsten aus Alkersum

Kinder bleibet fromm und gut,
dann habt ihr stets frohen Muth.

 

Das war der Zuruf der Wittwe
Antje Arfsten, aus Alkersum,
deren irdische Hülle dieses Grab umschließt,
an ihre Kinder.
Sie starb 1823 d. 30. März.
1742 d. 29. Jan. wurde sie in Borgsum geboren.
D. 30. Nov. 1768 verehelichte sie sich mit Arfft Jürgens,
aus Alkersum. Schon früh verlor sie diesen
ihren Broderwerber. 1791 verunglückte derselbe
auf der See, und hinterließ sie mit 5, zum Theil
unerzogenen Kindern. Durch Gottes Segen
gelang es ihr, dieselben alle groß u. wohlgebildet
zu erziehen. Nur eins von ihnen ging ihr voran,
die übrigen 4, samt 7 Enkeln überlebten sie.
Abgelebt u. lebenssatt sank sie ruhig u. sanft
in die Arme des Todes.
Alt: 81 J, 2 M u. 1 T.

 

 

Ein Merkmal vieler Grabsteine sind Bibel- oder Sinnsprüche. So findet sich auf dem Friedhof in Nieblum ein Grabstein von Antje Arfsten (1742 bis 1823) mit folgendem Spruch: "Kinder bleibet fromm und gut, dann habt ihr stets frohen Muth." Und weiter: "Das war der Zuruf der Witwe Antje Arfsten, aus Alkersum, deren irdische Hülle dieses Grab umschließt, an ihre Kinder." 

Grabstein Johann Lorenz “Jann Lorenz” Olufs, Tochter Margaretha Sophia Olufs, Sohn Oluf Gerhard Olufs und Schwester Inge Frederica Jensen

Die "sprechenden Grabsteine" entwickelten sich über mehrere Jahrhunderte. Erst gab es fliesenähnliche Sand- und Kalksteinplatten mit einer Bohrung, durch die ein Holzstab oder Walknochen gesteckt wurde, so dass sie in schräger Lage gut Halt fanden.

Siehe ich sterbe und Gott wird mit euch sein

 

Neben diesem Denkmale ruhet das Verwesliche des jungen Mannes Jann Lorenz Olufs aus Borgsum. Er ist daselbst geboren 1805 den 25 Apr und verband sich mit mir durch die Ehe 1831 den 25 Aug. Diese glückliche aber nur ins 7te Jahr dauernde Ehe ward mit 2 Söhnen und 1 Tochter gesegnet, wovon nur der jüngere Sohn lebet. Als Seefahrer sorgte er mit redlicher Treue für das Wohl seiner Familie bis nach einer Krankheit von wenigen Monaten der Tod ihn den Seinigen entriss. Er starb d 25 Mai 1838, alt 33 Jahr 1 M. An seiner Seite ruhen seine Tochter Margaretha Sophia Olufs gest. den 2.Febr. 1838 alt 4 3/4 J. sein Sohn Oluf Gerhard Olufs welcher in einem Alter von 2 2/3 Jahren 4 Tage nach seiner Schwester starb und mit ihr in einem Sarge ruhet und seine Schwester Inge Frederica Jensen, ein in dem blühenden Alter von 19 Jahren weniger 23 Tagen am 3 Aug. 1838 verstorbenes Mädchen, Tochter des Weiland Oluf Jensen und der durch den Verlust der hier genannten Kinder und Enkel betrübten Wittwe Göntje Olufs.

Es war Gottes Will zu nehmen mir die Meinen / Schmerzlich seis u schwer Ich will nicht gottlos weinen / Was Gott fordert nimmt er mir zum Besten / Dieser feste Glaube nur kann trösten / mich nachlebende Wittwe und Mutter Christina Maria Olufs

Grabstein in der Mitte an der Kirchenmauer - er teilt den Stein mit seinen 2 in 1838 verstorbenen Kindern

Ruhestätte der Geschwister Max Carl Martens
und Ina Josina Martens

Ruhestätte
der Geschwister
Max Carl Martens
geb. in Goting d. 18. Nov. 1884
gest. in Itzehoe 24. Febr. 1962
Der ist in tiefster Seele treu
der die Heimat liebt wie Du.

Ina Josina Martens

(anders: Inna Josine Martens)
geb. in Goting d. 31. Juli 1877
gest. in Nieblum d. 3. Jan. 1963
Seid fröhlich in Hoffnung
geduldig in Trübsal
haltet an am Gebet

 

Es gab wohl noch einen weiteren Bruder, Simon Eduard Martens, geboren am 4. Mai 1879, gestorben am 26. März 1902 im Alter von 22 Jahren.  Eltern der Ina Josina: Jacob Martens 1847–1935 und  Emilie Catharina Braren Martens 1854–1925

Ruhestätte für Peter C. Hinrichsen
und Regina D. Hinrichsen.

Ruhestätte

für

Peter C. Hinrichsen

und

Regina D. Hinrichsen.
Wiederseh’n ist unsre Hoffnung.

 

Sie ist geboren den 22. Juli 1824, gestorben den 11. März 1905.
Er ist geboren den 24. Septbr. 1824, gestorben den 1. Febr. 1900.

Ruhestätte für Lorenz Conrad Knudsen
und Lena Christina Lolly Knudsen

Lorenz Conrad Knudsen
Kgl. Steuerempfänger, geb. 24.05.1819 in Oevenum, gest. 30.04.1905 in Oevenum

Vater: Knud Broder Knudtsen Knudsen
Mutter:  Rosine Maria Hassold Knudsen

 

Lena Christina Lolly Knudsen
geb. 25.01.1821 in Wyk, gest. 25.12.1901 in Oevenum  
Vater: Lorenz Christian Lolly, geb. 1781 in Dänemark, gest. 18.02.1825
Mutter: Engel Lena Lobsen Lolly, geb. 23.04.1785 Wyk auf Föhr, gest. 20.06.1863

Grabstein der Sophie Mathilde Nissen geb. Brodersen

Hier ruhet
meine liebe Frau
unseres Sohnes gute Mutter
Sophie Mathilde Nissen geb. Brodersen
geb. 15.08.1900, gest. 23.04.1926
zu Alkersum
Die Liebe weint, der Glaube sieht empor.
Dort hab ich ewig was ich hier verlor.
Ruhe sanft

Grabstein der Catharina Paulina Hassold, geb. Paulsen

Gut war ihr Leben, fromm und still !

Sanft war ihr Tod nach Gottes Will !

 

Neben diesem Denkmal ruhet das Irdische der christilichfrommen Ehfrau Catharina Paulina Hassold, geb. Paulsen, aus Oevenum. Sie wurde daselbst am 1.Juni 1826 geboren, verheirathete sich am 3. Febr. 1846 mit Jung Hans Nahmen Hassold aus Midlum, lebte mit ihm in einer 19jährigen sehr zufriedenen und glücklichen Ehe und wurde Mutter einer Tochter. Nach kurzem Unwohlsein endete sie ihre fromme Laufbahn am 4. Juni 1865 in einem Alter von 39 Jahren und 3 Tagen.

 

In des Hauses engem Kreise

Floß dein stilles Leben hin

Stilles Schaffen war die Weise

Welche lehrt dich frommen Sinn

Schlummre drum in Grabesstille

Sanft, bis einst dich dessen Wille,

Welcher früh dich rief zur Gruft

Auch zur Auferstehung ruft.

 

Jung Hans Nahmen Hassold, geb. am 13.02.1820 in Nieblum, gest. 01.07.1908 (Alter: 88 Jahre) 1870 heiratete er Peninna Caroline Ottsen Hassold, geb. 28.06.1841, gest. 30.01.1925 im Alter von 83 Jahren

Grabstein des Commandeurs Rörd „Riewert Klaasen“ Knudten

Oft stürmt der wind, die Wellen toben

der Seeman fleht, das Schiflein kracht,

JEHOVA hört`s und sieht von oben,

bedräuet Wind und Meer,

und spricht: seid sacht.

 

Halleluja nach 3 Theil dieser Welt, auf Schiffe mancherart bin ich durch dich geleit fast 36 Jahr gesegnet und bewahrt.

 

Gedächtnißmahl des ehrsamen Rörd Knuten in Nieblum welcher das Licht dieser Welt den 3. Oct.1730 erblicket und 2 mahl nach anweisung umstehender Seite vermählet, hat sich ao 1744 des See-Berufes gewidmet, in welchem er unter göttlicher Direction von der niedrigsten bis zur höchsten Charge, sowohl auf den Grönlandischen Wallfischfang als andere Kauffahrdey Schiffen gedienet, die göttliche Vorsicht hat er bey Beschiffung des grösesten Theils des Nord Erd u. Wasser-Kogels Venerieren und bey abwechselnden Schicksalen bekennen müssen: Der Herr hat grosses an mir gethan, nach einer 36Jäh. Seefahrt, u. 20Jäh. Schifferschaft resignirte er im 50 LebensJahre, erfuhr aber auch das unruhige des besten Landlebens, daher sehnte er sich nach der vollkomenen Ruhe, wozu er einging den 31 May 1812 alt 81 Jahr.

 

Der Tag, wenn einer stirbt, ist beßer als die Nacht,

in welcher man aufs Meer, der welt hineingebracht,

Wohl dem der bey den Stürmen,

bewahret ist vor Stranden,
und in den stillen Port, der seligen kan landen.

 

Rörd war Seefahrer. Unter dem Namen „Riewert Klaasen“ fuhr er als Commandeur von Kopenhagen nach Grönland auf Walfang. „Erfreulich war es für seine Angehörigen, daß er in ihrer Mitte sein Leben endigte, welches bey einem Mann, der 50 Jahre hindurch als Seemann seinen Unterhalt suchte, eine Seltenheit ist.“ 

Er war verheiratet mit:

  • Dorothea Margaretha Jensen Knudten 01.12.1732 - 21.11.1756 (Hochzeit: 12.11.1755),
  • Sabbe Hans Adolphs Knudten 23.11.1737 - 14.11.1795 (Hochzeit: 25.08.1758) und
  • Thur Lütjen Lorenzen 1773-1852 (Hochzeit: 1796)

 

Auf der RÜCKSEITE des Grabsteins findet man folgende Inschrift:


Der Tod trennt wohl das Ehe-Band
doch hält die Lieb im Tod / ja nach dem Tode stand.
Mach uns hier bereit - Gott auf die Ewigkeit
ebhin fleucht unsere Zeit.

 

Die Ehr und tugengsame
(links) Dorothea Margr. Rörden deren abgelebter Rest hieneben eingesencket, ist ao 1732 d.1.Dec in Alckersum gebohren u. 1755 d.12.Nov.verehelichet nachdem sie aber 1756 d.16.Nov. eines jungen Söhnleins genesen, mußte selbige 5 Tage nach der Entbindung als 21 .Nov. Mensis die Schuld der Natur bezahlen nachdem sie hier gewallet 24 Jahr weniger 10 Tage. Bemedletes Ehepflänzlein Knut Rörden in Midlum dessen verblichener Leichnam auf der Mutter Sarg eingesencket, lebens Frist währte nur 11 Woch weniger 14 Stunden, es folgte also seiner lieben Mutter 1757 d.1.Febr. der Seelen nach in die ewige und dem Leibe nach in diese Ruhe-Kammer.

(rechts) Sabbe Rörden in Nieblum so in benanntem Dorfe den 23 Nov. Ao 1737 das Licht dieser Welt erblickte, ist mit dem gegenseitig benahmten Gatten den 25 Aug. 1758 verehelicht, mit welchem sie über 37 Jahr unbeerbt im gantzen
aber p.p.58 J gelebt hat. Sie entschlief den 14 Nov 1795 und wurde den 24 h.M. beygesetzt.


Mit Thur Rörden wurde die 3. Ehe Anno 1796 in welcher eine Tochter I D M Rörden gezeuget.

Ruhet sanft in eurer Gruft bis Jesus dereinsten ruft:
stehet auf.

Grabstein der Eheleute Knudt Rörden und Inge Flor Knudten

Gestorben zum Leben begraben zur Auferstehung

Jesus lebt, drum leben wir, er ist erhöht, drum folgen wir.

 

Hier ruhen die vermoderten Gebeine, des 1691 d 5 July gebohrnen nach einer 44 3/4 jährige Wanderschft der 19 April 1736 auf einer Reise nach Spitzbergen verstorbenen Knudt Rörden benebst deßen Ehe-Frau Inge Knudten aus Midlum welche 1706 in Oldsum gebohren d. 20.Nov. 1726 verehelichet in einen 10jährigen Liebvollen Ehestand 3 Söhne und 1 Tochter gebohren, nach einem 41jährigen Wittwenstande d. 4 Jan 1777 im 70tn Jahr ihres Alters dies eitele gesegnet und den 10 h:m allhier dem Leibe nach beygesetzet.

 

Die Treu uns hier erwiesen

laß Gott euch dort genießen.

Er selbst sey euer Lohn.

Grabsteine des Rathmann Johann Lorenz Hassold (rechts) und der
Keike Hassold geb. Nahmens (links)

(Grabstein rechts)

 

Überm Grabe finden wir die Lieben,
Die uns hier der Todesarm entriß.

Der Rathmann Johann Lorenz Hassold aus Midlum ist daselnst den 28. Novbr. 1788 geboren.

Seine Eltern sind gewesen Johann Georg Philipp Hassold und Kerrin Hassold (siehe unten).

Er trat den 27. Mai 1842 zum zweiten Male in den Ehestand mit Inge Olef Volkerts aus Witsum, welche Ehe kinderlos blieb.

Er starb den 20. Febr. 1852 in einem Alter von 63 Jahren 2 Monaten und 23 Tagen

Friede, Vater, sei mit Deiner Sche, Friede
Weinend brachten wir Dich hier zur Ruh,
Deines mühevollen Erdenlebens müde
Eiltest Du der bessern Heimath zu
Mit dem Troste ließest Du die Deinen:
Dort im Himmel wird uns Gott vereinen.


An der süder Seite dieses Denkmals ruht das Irdische dem am 3 Novbr 1874 verstorbenen zweiten Gattin.

 

Georg Philip Hassold, geb. 1747, kommt nach Midlum; er war in voller Uniform desertiert und kam über Holland (wo er der Navigation kundig wurde) nach Föhr. Im Jahre 1781 heiratete er Kerrin Marti­nen aus Midlum. Er wurde später Schiffscommandeur und bereiste als sol­cher Afrika und Südamerika. Danach bestellte man ihn zum Rathmann und Deichvogt in Midlum. Er stirbt 1835 im Alter von 87 Jahren. Durch ihn kommt der Name Hassold auf die Insel; da es kein Föhrer Name war, wurden seine Nachkommen nicht wie üblich nach dem Vornamen des Vaters benannt, sondern behielten den Namen Hassold.   

 

 

(Grabstein links)

 

Du bist vor uns hingegangen um uns wieder zu empfangen!
Unsere Prüfungszeit ist hier, unser Vaterland bei dir.

Hier ruhet Keike Hassold geb Nahmens, aus Midlum.

Sie wurde den 27ten März 1796 in Witsum geboren, verehelichte sich 1815 den 12ten Mai mit Johann Lorenz Hassold aus Midlum, lebte mit 19 Jahre in einer zufriedenen und glücklichen Ehe und wurde in dieser zeit Mutter von 9 Kindern 6 Söhne und 3 Töchtern wovon 2 Söhne und eine Tochter ihr in die Ewigkeit vorangingen.

Der Herr über Leben und Tod wollte, daß sie sich früh von den Ihrigen trennen sollte,

in einem Alter von 37 Jahren 2 Monat und 4 Tagen.

Du bist dort nun, wo kein Schmerz kein Leiden
Deine Ruhe mehr von dir verbannt
Ein gingst du zu schonern Lebensfreuden,
Gingst ja ein ins Vaterland.
Alles, was uns Tod und Zeit entrücket
Gehet ein zur großen Heimath dort
Und die Blume, die der Sturm hier knicket
Dort blüht schöner, herrlicher sie fort.

Grabstein der Eheleute Eiken Osina Hassold geb. Arfsten
und Martin Hassold

Die Liebe höret nimmer auf,
folgt über Tod und Grab hinaus.

Hier ruhen nach einer 50jährigen Ehe unsere lieben Eltern Eiken Osina Hassold geb Arfsten
geb den 12.Juni 1837 in Wrixum gest. den 29. Dez 1906 in Midlum,
und Martin Hassold geb. den 28. Juli 1830 in Midlum gest. daselbst den 19.April 1909

 

Je: 46,4
O, ruhet sanft!
Ob noch so fern, Ihr seid uns nah geblieben
Geheime Fäden von Stern zu Stern
Verknüpfen die sich lieben.

 

Seine Eltern waren Johann Lorenz Hassold 1788–1852 und Keike Jung Hansen Hassold 1796–1834. 

Ihre Eltern waren Arfst Sönne Arfsten 1799–1880 und Margaretha Jürgensen Groth Arfsten 1806–1868

Grabstein des Philip Hassold aus Spandow

Hier ruhet Philip Hassold aus Spandow geboren anno 1747.

Ano 1778 wurde er unter uns zuerst bekannt.

Anno 1781 Heiratete er seine neben ihm Ruhende Gattin Kerrin Martinen aus Midlum und Schiffte als Höchst Commandierender bis 1787 nach Africa und Suid America. Seit dieser Zeit erkandte man an Ihm einen Wohltätigen Mitburger des Staats der als ein Freund der Ordnung der hiesigen Hohen Obrigkeit nicht unbemerkt und mit den ämtern als Rathmann und Deichvogt Bekleidet Im Jahre 1835 alt 87 Jahr starb.

Es ist noch eine Ruh vorhandenim Volke Gottes 
Hebr. 4,9

 

Georg Philip Hassold, geb. 1747, kommt nach Midlum; er war in voller Uniform desertiert und kam über Holland (wo er der Navigation kundig wurde) nach Föhr. Im Jahre 1781 heiratete er Kerrin Marti­nen aus Midlum. Er wurde später Schiffscommandeur und bereiste als sol­cher Afrika und Südamerika. Danach bestellte man ihn zum Rathmann und Deichvogt in Midlum. Er stirbt 1835 im Alter von 87 Jahren. Durch ihn kommt der Name Hassold auf die Insel; da es kein Föhrer Name war, wurden seine Nachkommen nicht wie üblich nach dem Vornamen des Vaters benannt, sondern behielten den Namen Hassold.   

Grabsteine der Eheleute Johann Lorenz Hassold II und
Maria Volena Jensen Hassold.

Grabstein oben:
Johann Lorenz Hassold, II geb. 31.10.1822, gest. 05.03.1901

Johann Lorenz war Seefahrer - Kapitän von Flensburg, er fuhr auf Robbenschlag in die Arktis, später war er dann Landmann in Midlum. Seine Eltern waren Johann Lorenz Hassold 1788–1852 und Keike Jung Hansen Hassold 1796–1834. Seit 1850 war er verheiratet mit Maria Volena Jensen Hassold.

 

Grabstein unten:

Maria Volena Jensen Hassold, geb. 01.10.1829, gest. 22.11.1890 im Alter von 61 Jahren. Ihre Eltern waren Nahmen Jensen 1795–1873 und Lena Volkerts Jensen 1800–1861.

Trennung ist unser Loos,

Wiedersehen unsere Hoffnung

Grabstein der Inge Brodersen, geb. Volkers

Hier ruhet meine liebe Frau und unserer Kinder gute Mutter
Inge Brodersen, geb. Volkers,
geb. den 02.04.1877, gest. den 02.09.1901.
Trennung ist unser Loos, Wiedersehen unsere Hoffnung.

Ruhestätte der Eheleute Jan H. Nickelsen und
Ottolie Nickelsen geb. Fürchtnicht

Ruhestätte des Jan H. Nickelsen, geb. den 25.01.1889, für’s Vaterland gest. den 23.09.1918.
Ottolie Nickelsen geb. Fürchtnicht, geb. den 14.11.1889, gest. … Sept. 1983

 

Jan Hinrich Nickelsen ist geboren worden am 25.01.1889, Eltern: Julius August Nickelsen (geboren am 09.07.1859 in Alkersum) und Hardina Amalia Dorothea Nickelsen (geb. Lassen/Nickelsen, geboren am 04.12.1860 in Nieblum. Jan hatte 4 Geschwister: Helene Wilhelmine Bohn (geb. Nickelsen/Bohn/Bohn) und 3 andere Geschwister.

Jan hat im Alter von 24 Jahren Catharina Ottolie "Tole" Nickelsen (geb. Früchtnicht/Nickelsen) geheiratet. Catharina ist geboren worden am 14.11.1889 in Midlum, gestorben 1983. Sie haben einen Sohn bekommen: Julius Nickelsen.

Jan starb am 23.09.1918 im Alter von 29 Jahren.

Weitere z.T. "modernere" Grabsteine

Hier ruhet  unsere innigst geliebte Tochter Maren,
geb. den 15.11.1966, gest. den 27.06.1987.

O, du schläfst im stillen Frieden
liebes Kind, den Schlaf der Ruh.
Viel zu früh für uns hernieden
Deckt ein kühles Grab Dich zu

Sammlung von alten Grabsteinen an der Kirchmauer

Grabstein der Eheleute Capt. Carsten Hinrichsen und
Catharina Carstens aus Nieblum

Der Anker ist seit jeher ein Bild der Hoffnung und der Zuversicht. Er sichert Schiffe im Hafen und auch auf stürmischer See.

Wir halten uns an der angebotenen Hoffnung als einen festen Anker unserer Seele
Hebr. 6,18.19.

Bis zum frohen Wiederaufleben ruhen hier die irdischen Ueberreste des sel. Ehepaars

Capt. Carsten Hinrichsen und Catharina Carstens aus Nieblum.

Er ist geboren im Jahre 1750 den 23.October und sie hat das Licht dieser Welt erblicket im Jahre 1748 den 8t Aug.

Sie haben 34 Jahr mit einander in einer vergnügten Ehe gelebt und sind mit einem Sohne gesegnet worden.

Sie ist gestorben 1816 den 13. Nov.  und er hat seine irdische Laufbahn beschlossen 1833 den 12ten Nov.

Wenn einst von uns, die Gott vereint
Der letzte auch hat ausgeweint
Dann wird ein frohes Wiedersehn
Auf ewig unser Glük erhöhn.
I.S.G.G.S.

Grabstein der Eheleute Hinrich C. Hinrichsen und
Ingke Hinrichsen aus Nieblum.

Das untere Drittel (Rosette) war komplett in der Erde versunken.

Bis zum frohen Auferstehen ruhet hier das Irdische der seligen Eheleute,

Hinrich C. Hinrichsen und Ingke Hinrichsen aus Nieblum.

Er wurde im Jahre 1788 den 4.Mai und sie den 1.October 1789 daselbst geboren.

Ihre 36jährige sehr glückliche und zufriedene Ehe wurde mit einem Sohne gesegnet, der ihnen ins bessere Jenseits vorangegangen ist.

Sie starb am 25. April 1847, in einem Alter von 57 Jahren, 6 Monaten und 24 Tagen.

Er folgte seiner Gattin am 12. August 1865, in dem Alter von 77 Jahren, 2 Monaten und 8 Tagen.

 

Schlummert, schlummert sanft und in Frieden!

Stille tiefe, ahnungsreiche Ruhe umsäusle den grünen Hügel,

der Eure hingefallene Hülle auf unserem Gottesacker umschließt.

In dankbarem Andenken gewidmet von dem nachlebenden Enkel Hinrich C. Hinrichsen

Kriegerdenkmalsanlage

Die Kriegerdenkmalsanlage für die toten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs liegt genau zwischen der St. Johanniskirche und dem Pastorat. Der Obelisk mit stumpfer Spitze ist mit bunten behauenen Feldsteinen ca. 4,5 Meter hoch aufgemauert. Er steht der Anlage vor und trägt die Widmungsplatten. In die Frontseite des Obelisken sind vom Boden aus drei Steinplatten übereinander eingelassen. Die oberste – unter einem Schmuckbalken mit gebogenen Enden – trägt den Bibelspruch 11,25 aus dem Johannesevangelium:

 

Wer an mich glaubt, der wird leben ob er gleich stürbe

 

Darunter ein Medaillon, das einen Soldatenkopf mit Stahlhelm im Halbrelief zeigt. Auf der mittleren Tafel steht die Widmung:

 

Die dankbare St. Johannisgemeinde widmet diesen Ehrenfriedhof ihren in den Kriegen 1914 - 1918 und 1939 - 1945 gefallenen tapferen Söhnen

 

Da das Denkmal in den 20er-Jahren errichtet worden ist, musste diese mittlere Platte nach dem 2. Weltkrieg ausgetauscht worden sein.

 

Die unterste Tafel zitiert unter einer Reihe aus drei Kreisen wieder einen Spruch aus dem Johannesevangelium, nämlich 15,13, darunter ein Kreuz mit je einem Kreis an den Seiten:

 

Niemand hat grössere Liebe denn die dass er sein Leben lässt für seine Freunde

 

Vor dem Denkmal liegen in langen Reihen, angelehnt an Erdwälle die Namenstafeln der toten Soldaten. Außen die der Soldaten des 1. Weltkriegs. Nach dem 2. Weltkrieg kamen die zwei inneren Reihen dazu. Geordnet nach Herkunftsort werden Name, Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort genannt.

Boldixum

Die romanisch erbaute St. Nicolai-Kirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit gotischen und barocken Erweiterungen. Die ältesten Grabsteine stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und berichten ausführlich über den Lebensweg der Beigesetzten.

Kapitän

Martin Peter Jensen
geb. 14. Mai 1867, gest. 29. Jun 1932 (Alter: 65)

Marie Botilla Harksen Jensen

geb. 7. Dez 1875, gest. 27. Feb 1935 (Alter: 59)

 

Kapitän Jensen war Seefahrer, ein erfolgreicher Kapitän, der es zu Wohlstand brachte. Seine erste Frau Friederika Marie Petersen Jensen, geb. 14. Aug. 1867, gest. 30. Oct 1895 verstarb im Alter von nur 28 Jahren. Hochzeit: 1889

Grabstein der Eheleute Volkert Jensen und
Göntje Peters aus Wrixum

Ruhestete

des sel. Comand.

Volkert Jensen

aus Wrixum der

AN 1691 den 24. Aug. geboren,

1719 den 12?. Jan im Ehestand mit

Göntje (Gondel) Peters Volkerts
 getreten mit ihr 5 Töchter und 2 Söhne....

1756 d. 15. Jul. gestorben,

Alt 64 J

Grabstein der Eheleute Ocke Christian Nerong und
Friederika Petrea Lorenzen Nerong

Wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen

 

Hier ruhet

Ocke Christian Nerong

geb. am 23.08.1852 in Wrixum, gest. am 28.11.1909
in der diakon.  Anstalt in Flensburg.

Er wirkte als Lehrer von 1875-1880 in Alkersum und von 1880-1909  in Dollerup bei Flensburg.

Aus Liebe zur Heimat schrieb er: "Die Insel Föhr", "Die Kirchhöfe Föhrs."
und seine Ehefrau
Friederike Nerong

geb. Lorenzen geb. am 06.10.1854 in Wyk, gest. am 04.08.1942 in Wyk.
Fahre freundlich von dannen. Auch der ist freundlich der dich ruft.

Ocke Christian Nerong (* 23. August 1852 in Oevenum auf Föhr; † 28. November 1909 in Flensburg) war deutscher Lehrer und Heimatforscher. Zur Schule ging Ocke in Wrixum und lernte durch die Förderung durch den Boldixumer Pastor Frerks sogar Latein und Französisch. Er wurde zunächst Präparant (Leichendiener) in Adelby. 1872 bis 1875 besuchte er das Lehrerseminar in Tondern und wurde Lehrer auf seiner Heimatinsel Föhr in der einklassigen Dorfschule Alkersum. Er organisierte Theateraufführungen und gründete eine Schulbibliothek. 1877 heiratete er Friederike Lorenzen (1854–1942), die Tochter eines Wyker Werftbesitzers, mit der er sechs Kinder hatte. Hier begann seine Heimatforschung. Er sammelte Pflanzen, Käfer, Schmetterlinge, Muscheln und Schnecken. Außerdem war er leidenschaftlicher Sternenkundler. 1880 wurde er Lehrer auf dem Festland in Angeln an der Dorfschule Dollerup und blieb dieses bis zu seinem Tode. Als besessener Heimatforscher verbrachte er all seine freie Zeit und auch seine Ferien mit seiner Leidenschaft. Er studierte selbst finanziert Quellen in allen Archiven des Landes bis hin nach Kopenhagen. Mit Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit schrieb er Chroniken über die Insel Föhr und über seinen Wohnort im Kirchspiel Grundhof, unter anderem „Die Insel Föhr” und „Willkürsbriefe oder Dorfsbeliebungen aus dem Kreise Flensburg”. Darüber hinaus publizierte er auch viele Zeitungsaufsätze und Reden zu geschichtlichen Themen seiner Heimat.

 

Ocke Christian Nerong 1852–1909

Vater: Johannes Volquard “Farwer” Nerong, geb. 19. Feb 1809, gest. 20. Jan 1867 (Alter: 57)

Mutter: Ingke Flor Hinrichsen Nerong, geb. 31. Dez 1815, gest. 28 Aug 1887 (Alter: 71)

 

Friederika Petrea Lorenzen Nerong 1854–1942 (Hochzeit: 1877)

Vater: Friedrich Christian Lorenzen, geb. 20. Jan 1828, gest. 18. May 1885 (Alter: 57) 

Mutter: Henriette Boezine Nommensen Lorenzen, geb. 13. Sep 1829, gest. 29. May 1915 (Alter: 85)

Auch diese Steine sprechen: Ehrenmal für die Kriegstoten beider Weltkriege

Ein "Sprechender" Grabstein nicht im herkömmlichen Sinne aber doch der besonderen Art ist das Ehrenmal für die Kriegstoten beider Weltkriege auf dem Friedhof von St. Nicolai in Boldixum.  Deren Geschichte wird in einem Artikel von Karin Hansen beschrieben (s.u.). 

Ehrenmal-Inschrift im älteren Teil: „Ihren im Weltkriege gefallenen Söhnen in Dankbarkeit gewidmet, die Kirchengemeinde St. Nicolai“. Links und rechts des Ehrenmals für die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges (100 Namen) je vier eingelassene Tafeln mit 260 Namen der Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges. Inschrift auf den beiden seitlichen Stelen, die ursprünglich den seitlichen Abschluss des älteren Ehrenmals bildeten: Links unter dem Friesenwappen: „In Kampf und Not für uns in den Tod". Rechte Stele: "Ihr Opfer die Saat für künftige Tat"

Kriege haben auch die Insel Föhr betroffen

 

....Aus den beiden Weltkriegen kennen wir Werke von Schriftstellern und Künstlern, welche mit eindrucksvollen Mitteln versuchten ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Viele Menschen aber sprachen niemals darüber und schleppten diese Last ein Leben lang mit sich. Etliche Familien zerbrachen dadurch. Auf Föhr waren die Menschen in der glücklichen Lage, nur ganz wenige Male von unmittelbaren Kriegshandlungen betroffen zu werden. Im dreißigjährigen Krieg wurde Dänemark von den kaiserlichen Truppen besetzt. Auf Amrum starben viele Menschen an der von den Soldaten eingeschleppten Pest. Als man auch Föhr erobern wollte, standen viele Menschen zur Verteidigung am Ufer, die Soldaten glaubten dort wäre ein großes Heer und zogen weiter nach Sylt. Dies berichtet der damalige Pastor von St. Johannis, denn an diesem Tag war die Beerdigung seiner Schwiegermutter und niemand nahm teil. Der Vater des ersten Wyker Fleckensvorstehers, Hans Köllner war unter König Christian IV Teilnehmer an diesem Krieg. Anfang des 19ten Jahrhunderts brachten die Auseinandersetzungen Napoleons mit England und den jeweiligen Verbündeten den Seehandelsverkehr nahezu zum Erliegen. Einige Föhrer Schiffer bekamen einen Eindruck von den Blockaden. Als sie aus dem Husumer Hafen segelten, tauchte plötzlich eine Reiterschar auf, Kosaken, welche ihnen bedeuteten sie sollen zurückkommen, was die Schiffer natürlich nicht taten. Die Föhrer verarmten durch diese kriegerischen Auseinandersetzungen, es folgte die erste Auswanderungswelle. Auch die Gründung des Seebades Wyk war eine Folge dieses wirtschaftlichen Niederganges. Einige wenige Seeleute suchten durch Kaperfahrten englische Schiffe zu erbeuten. Während des dänisch/englischen Krieges gerieten viele Seeleute unter den schlimmsten Bedingungen in englische Gefangenschaft. Dem Sturz Napoleons folgte die Französische Revolution, welche Europa große Umwälzungen bescherte, davon war besonders Deutschland betroffen. 1848 kam es, ausgehend von der Kieler Universität, zu der so genannten „Schleswig Holsteinischen Erhebung“, an diesem Krieg waren auch Bewohner Föhrs beteiligt.1864 führte Österreich mit dem militärisch gut gerüsteten Deutschland Krieg gegen Dänemark. Zwangsläufig verlor Dänemark diesen Krieg, Holstein ging an Österreich und Schleswig an Deutschland, die neue Grenze war jetzt die Königsau. Bei diesem Krieg ging es vor allem um den damals wichtigen Eiderkanal, der es den Schiffen ermöglichte, gefahrlos von der Nordsee in die Ostsee zu gelangen. Der Kreuzzollinspektor, Kapitänleutnant O. C. Hammer hatte die Aufgabe, das Fahrwasser mit Tonnen und Baaken für die Schifffahrt sicher zu machen, jetzt musste er die nordfriesischen Inseln gegen den Angriff der Feinde verteidigen. Der Bericht von Joachim Hinrichsen, „Ein Föhrer blickt zurück“ gibt ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Zeit. Die Insel wurde von steirischen Gebirgsjägern besetzt, zwei Soldaten verletzten sich bei einem Duell schwer und starben im Lazarett (heute Restaurant „Alt Wyk“). Auch blieben zwei „Besatzungskinder“ auf der Insel zurück. Nicht alle Kleinstaaten hatten sich in einem Bündnis mit Deutschland zusammen gefunden und so wurde zunächst 1866 Krieg gegen das Königreich Hannover geführt, der König floh ins Asyl nach Österreich, Deutschland legte die Hand auf den Welfenschatz und finanzierte damit 1866 den Krieg gegen den ehemaligen Verbündeten Österreich. Der deutsche Bund war nun mächtig genug um von 1870 bis 1871 Krieg gegen Frankreich zu führen, zusammen mit dem jetzt wieder Verbündeten Österreich. Nach dem Krieg wurde der Preußische König zum Deutschen Kaiser gekrönt. An allen diesen Kriegen waren auch Föhrer beteiligt, wie man auf einer Tafel in der St. Nicolai Kirche nachlesen kann. Nach dem Attentat in Sarajewo musste Deutschland mit dem verbündeten Österreich in den ersten Weltkrieg ziehen. Von 1914 bis 1918 tobte dieser Krieg, junge Föhrer zogen voller Begeisterung in den Krieg um „das Vaterland zu verteidigen“, sie glaubten nach wenigen Wochen siegreich zu sein, aber schon bald lernten sie den Schrecken des Krieges kennen, viele wurden verwundet, gerieten in Gefangenschaft, erlitten den „Heldentod“ für das Vaterland. Nach dem verlorenen Krieg begann eine große Notzeit für die Familien, mit totalem wirtschaftlichem Niedergang. Um diese Existenzunsicherheit zu beseitigen, wurden in Deutschland viele politische Parteien gegründet, welche mit Versprechungen Anhänger um sich scharten. Die erfolgreichsten waren die Nationalsozialisten, welche Arbeit und Wohlstand für alle Menschen versprachen. 1933, mit der „Machtübernahme“ durch diese Partei, sah zunächst alles sehr positiv aus, aber bald zeigte sich das wahre Gesicht.1939 brach der Zweite Weltkrieg aus, auf Föhr trafen Menschen aus dem Sudetenland ein, welche für einige Zeit im Hamburger Kinderheim untergebracht wurden. Nach der Bombardierung Hamburgs kamen viele Ausgebombte nach Föhr, denen man den erlebten Schrecken ansehen konnte. Gegen Ende des Krieges wurden mehrere Fährschiffe von feindlichen Flugzeugen beschossen, dabei kamen einige Personen ums Leben, ebenso bei den auf Föhr abgeworfenen Bomben; zum Glück fielen die meisten in die Feldmark. Durch am Strand angetriebene Munition verunglückten einige Kinder. Die Insel wurde gegen eine „Invasion“ gesichert, Besucher erhielten nur ausnahmsweise Zutritt. 1945 kam der große Strom von Flüchtlingen aus dem Osten Deutschlands und musste in den Häusern untergebracht werden. Schule, Hotels und Kinderheime wurden Lazarette für verwundete Soldaten. 1945 war der Krieg endlich beendet und die Insel wurde von den Engländern besetzt. Damit war das Kriegsgeschehen für einige Föhrer noch nicht beendet, aus der Kriegsgefangenschaft kehrten viele erst nach vielen Jahren auf die Insel zurück. Die Namen der in beiden Weltkriegen Gefallenen aus der St. Nicolai Gemeinde liest man auf der Gedenkstätte am Südende des Friedhofes in Boldixum. Einige Föhrer mussten später als U.S. Staatsbürger am Vietnam Krieg teilnehmen und kamen gebrochen in ihre Familie nach Föhr zurück. Auch die heutigen Kriege bewirken auf Föhr Veränderungen und wenn Flüchtlinge aus diesen Kriegsgebieten auf der Insel Wohnung finden, sollten wir daran denken, dass vor nicht langer Zeit die Not die Heimat zu verlassen auch das Schicksal vieler Deutscher war. Wenn das Wort von Carl Sandburg „Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!“ eines Tages Wahrheit werden könnte, wäre es für die gesamte Menschheit ein Segen. Vielleicht aber wird das erst geschehen, wenn die Menschen sich selbst ausgelöscht haben.

 

Quelle: ÜÜB FEER, Nr. 46/2015, Karin Hansen

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