Mit der "Goethe" nach Rüdesheim

Nostalgie pur heißt es zwischen St. Goarshausen und Rüdesheim am romantischen Mittelrhein. An Bord des Schaufelradschiffs GOETHE erlebt man stilecht die berühmtesten Sehenswürdigkeiten auf dem Fluss der deutschen Romantik auf den Spuren des UNESCO Welterbes.

 

Von all den vielen Ausflugsschiffen auf dem Mittelrhein fällt jedem Besucher sofort der Raddampfer mit dem schönen Namen Goethe auf. Seit es 1913, als 94. Schiff der Linie Köln-Düsseldorfer zu Wasser gelassen wurde fährt es Besucher zwischen den Weinbergen des UNESCO Welterbetal hindurch und an den vielen kleinen Weinorten vorbei, immer zwischen Koblenz und Rüdesheim. Zu Beginn war die Goethe nicht nur für den Personen, sondern auch für den Frachtverkehr im Einsatz. Während des Zweiten Weltkrieges bekam die Goethe einen grünen Tarnanstrich und fuhr hauptsächlich als Frachtschiff. 1942 wurde sie nur knapp von einer Bombe verfehlt und nur leicht beschädigt. Die 600 Gäste, die zu diesem Zeitpunkt an Bord waren wurden nur zu einem geringen Teil verletzt. 3 Jahre später passierte jedoch die Katastrophe, eine Bombe traf das Schiff und versenkte es bei Oberwinter. Ganze vier Jahre wartete der Dampfer auf seine Bergung. Man brachte die Goethe nach Mainz-Kastell wo man Sie reparierte und umbaute. 83 Meter länger und mit einem auf Ölfeuerung umgebauten Kessel nahm sie 1953, pünktlich zum 100. Jubiläum der Köln-Düsseldorfer Linie Ihren Dienst wieder auf. Seit dieser Zeit bestand aufgrund von Schäden mehrmals die Gefahr der Stilllegung. Engagierte Liebhaber gründeten 1992 den Freundeskreis Raddampfer Goethe mit dessen Hilfe das Schiff abermals repariert und umgebaut werden konnte.

Aufgrund eines kostspieligen Motorschadens musste der Raddampfer 2008 auf Dieselantrieb umgerüstet werden. Das letzte Dampfschiff verschwand somit vom Rhein. Trotzdem hat das Schiff kaum an seinem Charme eingebüßt und zieht immer noch viele Besucher an.

 

Einstieg: St. Goarshausen, Weiterfahrt über St. Goar, Oberwesel, Kaub, Bacharach, Lorch, Assmannshausen, Bingen bis Rüdesheim.

Zu den herausragenden Besonderheiten des Welterbes gehören die rund 40 Burgen, Schlösser und Festungen auf nur 65 Kilometern entlang des Rheins zwischen Koblenz und Bingen: Diese Burgendichte ist weltweit einmalig! Der Grund liegt in der Geschichte: Wegen seiner strategischen Lage und der einträglichen Zölle war das Mittelrheintal schon immer Zankapfel zahlreicher Herren - darunter die Erzbistümer Köln, Mainz und Trier, Pfalzgrafen und Landgrafen, sowie reichsfreie Städte und niederer Adel. Die Burgen dienten ihnen häufig zur Zollerhebung, sicherten aber auch ein bestimmtes Gebiet gegen kriegerische Nachbarn ab. Dabei wurden sie nicht nur aus strategischen Gründen an besonders auffälligen Orten errichtet, sondern durch hellen Verputz und hohe Türme als weithin sichtbares „Herrschaftszeichen“ ihres Besitzers hervorgehoben.