Unterwegs an der Nordsee

Nordsee - Ostsee

 

Die eine ruhig, die andere rau: Nord- und Ostsee sind komplett unterschiedliche Weltanschauungen, nicht nur wegen der Gezeiten. An der Nordsee sind die Geräusche anders: Das Meer lässt von sich hören, relativ oft. Das kann ein Donnern sein, ein Wogen. Oder dieses unaufhörliche Wellenbrechen, das zugleich von Eigensinn und auch von Duldsamkeit erzählt, egal ob bei gutem oder bei schlechtem Wetter. Sie macht sprachlos. Bei Ebbe fällt einem die Geräuschabwesenheit auf, so stark ist das Meer. Es geht und kommt, dazwischen öffnet sich der Urgrund für Füße und Gummistiefel. Die Nordsee fasst die Sinne an, rüttelt sie und schüttelt sie, wer davon loskommen will, muss den Strand verlassen und die Tür zu machen. Die Luft ist salziger, sie schmeckt und befreit. Sie lässt einen spüren, dass es hier anders ist. Anders als in der Stadt. Anders als auf dem Land. Die Küste und das Meer sind eine Gemeinschaft, in die man sich einfügen muss, das ist ja gerade das Gute daran. Und das Meer schottet sich ab. Deshalb die Dünen, die Deiche. Man muss etwas tun, um das Meer überhaupt zu sehen.

Die Nordsee kann rocken, kann brüllen, kann Flut und Unglück bringen. An der Nordsee spürt man, warum der Strand über Jahrhunderte kein Ort des Vergnügens war, sondern ein mehr oder weniger unwirtlicher Ort, an dem nur die wenigen lebten, die der See mit harter Arbeit ihren Unterhalt abtrotzten. Ich mag das.

Die Nordseeinseln Föhr, Amrum, Sylt und die Halligen sind beliebte Urlaubsziele. Das raue Klima und die einmalige Naturlandschaft ziehen vor allem Aktivurlauber und Kurgäste an. Aber auch Familien, junge Paare und Hotelurlauber kennen den Reiz der Nordsee. Zwischen autofreien Inseln und einsamen Halligen findet jeder Urlauber ein passendes Plätzchen zum Entspannen. Die Deutschen Nordseeinseln sind in Nordfriesische- und Ostfriesische Inseln unterteilt. Sie haben jedoch alle eine ähnliche Entstehungsgeschichte; Die Inseln sind Bruchstücke von größeren Landmassen die im Laufe der Zeit von Sturmfluten auseinandergerissen wurden. Das Wattenmeer und das zugehörige Ökosystem ist einmalig auf der Welt und 2009 zum Weltnaturerbe erklärt worden. Weite Teile stehen unter Schutz, sei es als Nationalpark oder Biosphären-Reservat.

 

Die Nordfriesischen Inseln reihen sich entlang der der Schleswig-Holsteinischen Westküste von Süden nach Norden. Angefangen von der seit 1987 nur noch Halbinsel Nordstrand (sie liegt vor Husum und war bis 1987 eine Marschinsel) schließen sich im Norden Pellworm, Amrum, Föhr und Sylt an. Hier tummeln sich in der Hochsaison mindestens doppelt so viele Nordseeurlauber wie Einheimische. Neben diesen vier größeren Inseln gehören zahlreiche Halligen (kleine Inseln ohne Hochwasserschutz) zu dem Nordfriesischen Inseln. 

Wyk, Sandwall um 1900
Wyk, Sandwall rund 120 Jahre später

Es gibt fast nichts Erholsameres als wandernd das Küstengebiet der Nordsee zu erkunden. Ob eine Tour direkt an einem der zahllosen Strände, eine Wanderung an Düne und Deich oder im Hinterland. Und selbst der Meeresboden kann laufend erobert werden – zwar zeitlich begrenzt, aber die Ebbe macht es möglich. Das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer ist einzigartig, geheimnisvoll und übt eine enorme Faszination auf viele Urlauber aus. Längere Touren ins Watt sollten ausschließlich geführt und in Begleitung von Ortskundigen unternommen werden. Die Gezeiten werden im Watt erst wirklich erlebbar. Bei einer Wanderung trifft man auf kleine Garnelen, Wattwürmer, Muscheln und Krebse. Rinnsale und Pfützen säumen die Strecke und erinnern daran, dass man sich auf dem Meeresboden befindet. Doch auch Vogelfreunde werden an dem Artenreichtum und der Landschaft der Nordseeküste Gefallen finden. Auf klassische Wanderstiefel und -Schuhe oder Sandalen sollte besser verzichtet werden. Einfach die Hose hochkrempeln, barfuß in das weiche Watt eintauchen und watend weiter marschieren.

 

Wer auf den direkten Kontakt mit dem Wattschlick verzichten möchte und auf Abstand setzt, greift zu Gummistiefeln. Die besten Zeitpunkte für eine Tour sind die Monate Mai bis September. Etwas ganz Besonderes ist dabei das Inselhopping - selbstverständlich zu Fuß. Aber bitte nicht auf eigene Faust. Vielmehr bietet sich eine geführte Wattwanderung zum Beispiel von Amrum nach Föhr an. Gestartet wird im Nord-Westen der Insel am Dunsumer Deich. Die acht Kilometer nach Norddorf auf Amrum sind nach zwei bis drei Stunden gemeistert. Da auf der Tour auch ein Priel (Wasserlauf im Watt) durchquert wird, ist es ratsam, auf Badeklamotten zu setzen und ein Handtuch dabei zu haben. Je nach Saison und genauem Ort der Durchquerung kann der Priel knöchel- oder gar hüfthoch sein. Deswegen wird eine solche Wanderung auch nur in den warmen Monaten angeboten.

Was Sie hier erwartet (Auswahl)
Januar 2020
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Seenotretter - DGzRS

Rausfahren, wenn andere reinkommen. Schiffbrüchige aus Seenot retten. Menschen aus Gefahren befreien. Verletzte und Kranke versorgen. Wir sind klar zum Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem, wirklich jedem Wetter.

wupper digitale fotografie

Alle Bilder auf diesen Seiten unterliegen dem © von Klaus-D. Wupper. Das Copyright für veröffentlichte, vom Betreiber dieses Onlineangebotes selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten.
Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Sounds oder Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nicht gestattet.