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Weitere Fotos im Einsatz

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Historischer Friedhof Bochum-Stiepel

Nur wenige Baudenkmäler zeugen von der Geschichte Bochums. Eins davon ist die Stiepeler Dorfkirche, die über 1000 Jahre alt und das älteste Bauwerk der Stadt ist. Im Jahre 1001 schenkte Kaiser Otto III. dem Grafen Liudger aus dem Geschlecht der Billunger den Hof Stiepel. Liudgers Frau, die Gräfin Imma aus dem Geschlecht der Immedinger, erhielt 1008 vom Erzbischof von Köln die Erlaubnis, auf ihrem Hof eine Kirche zu bauen.

Blick auf die Stiepeler Dorfkirche vom Turm der Burg Blankenstein

Grabplatten

Es war in früheren Jahrhunderten üblich, dass die Geistlichkeit, der Adel und eine bevorzugte Schicht des Bürgertums ihre letzte Ruhestätte in der Kirche fanden. In ausgemauerten Gewölben wurden diese Erbgruften von Generation zu Generation belegt. Eine Grabplatte - meistens mit dem Wappen oder der Hausmarke und Inschriften geschmückt - hielt die Erinnerung an den Verstorbenen wach. Eine bevorzugte Stellung nahm der Patron der Kirche ein, er hatte das Anrecht auf eine Bestattung im Chor der Kirche. So war auch in der Kirche von Stiepel ein Erbbegräbnis für die Patronatsherren unter dem Chor der Kirche. Jeder Patronatsherr erhielt eine Gedenkplatte, mit Wappen geschmückt. Nach dem Tode des jeweiligen Patronatsherrn wurde die alte Platte an eine andere Stelle ins Innere der Kirche verlegt.

So bedeckte schließlich eine ganze Anzahl von Grabplatten den Fußboden. Sie wurden allmählich von den Kirchen-Besuchern im Laufe der Zeit abgetreten oder bei Erneuerungsarbeiten beschädigt. Bei der letzten umfassenden Renovierung der Kirche (1952) wurden diese alten Grabsteine aus der Kirche entfernt und die am besten erhaltenen (hier 1-6) im Torhaus zum alten Kirchhof aufgestellt.

Grabplatten im Torhaus

Übersicht: Grabplatten 1-6 im Torhaus, 7 in der Kirche, 8-9 vor der Kirche
Torhaus - Eingang zur Kirche und zum Friedhof
Torhaus vom Friedhof aus gesehen

Grabplatten auf der linken Seite des Torhauses (v. Eingang gesehen)

Durch einen spätromanischen Torbau gelangt man auf den alten Friedhof (Kirchhof), der rings um die Kirche liegt. Im Torbau sind Grabsteinplatten der in der Kirche beigesetzten Patronatsherren und Pfarrer aufgestellt. Die Platten lagen bis 1952 im Fußboden der Kirche.
Unter den Grabsteinen sind in der Mehrzahl diejenigen der auf Haus Kemnade wohnhaften Adelsfamilien erhalten. Die Herren dieses Rittersitzes waren die Patronatsherren der Kirche und spielten auch sonst als Gerichtsherren ihres kleinen selbständigen Bezirks, des „Königsreichs Stiepel", die größte Rolle.
Grabstein 1: Wennemar von der Recke

---dreieck-3 Grabplatte des Wennemar von der Recke, geb. 1578, gest. 1647

Er folgte seinem Vater als Herr von Kemnade, Stiepel, Aprath und Brockhausen. Er hatte zur Frau Sibilla Margarete von Büren, Tochter von Matthias v. B. zu Mengede und Margarete von Galen zu Bisping. Unter Wennemar wurde die Reformation in Stiepel eingeführt. Er begann auch den Aufbau von Kemnade, aber die Kriegszeiten hinderten den Fortgang. Er starb 1647, sein Grabmal ist stark beschädigt, die obere Hälfte mit einem Teil der Umschrift ist nicht mehr vorhanden. Der Rest zeigt oben das Recksche Wappen, darunter links in der Ecke das von Elverfeldt, rechts das von Calenburg. Von der Umschrift sind nur noch zu lesen: (Wenne)mer Reck zu Kemnate et Abrad natus anno 1578 ipso die conversionis d. Pauli defunctus. . . . Martii requiescit. Seine Witwe heiratete am 16. 8. 1650 den Ernst von Arnheim (Dortmund Nicolai-Kirche). 

Grabstein 2: Ludolfa von der Recke
Grabstein 2: Ludolfa von der Recke
Grabstein 2: Ludolfa von der Recke

---dreieck-4 Grabplatte der Ludolfa von der Recke, geb. vermutlich vor 1571, gest. 1632

Von Ludolfa von der Recke ist noch eine beschädigte Grabplatte vorhanden. Sie zeigt oben das Recksche und Quadsche, unten das von Elverfeld und Calenburgsche Wappen. Von der Umschrift sind nur noch zu lesen: nobilissima et. . . domina Ludolfa v. d. Reck zur Kemna et Abrot. . nata, anno 1632 defuncta . . requiescit. Diese beiden Grabsteine sind die letzten der von der Recke. Die älteste Tochter des Wennemar Sibilia Arnolda (1622-60) vermählte sich mit Johann Georg von Syberg zu Wischelingen und brachte ihm die Herrlichkeit Stiepel zu, da keine Söhne vorhanden waren.

Grabstein 3: Dietrich von der Recke

---dreieck-2 Grabplatte des Dietrich von der Recke.

Umschrift: Anno d(omi)ni 1559 den 27. Dag m(ensis) Augusti is in godt verstorve der erntfeste Diderich von der Recke tor Kemnae her tho Stipel dem godt gnedich si. Die Platte zeigt oben links das Wappen der von der Recke, oben rechts das der von Fleck von Balen, in der Mitte das Recksche Wappen, unten links das der von Vaerst (sechsmal quergeteilter Schild) unten rechts das der von Berghe. Dietrich von der Recke folgte seinem Vater (Wennemar II von der Recke ) als Patronats- und Gerichtsherr von Stiepel von 1552 bis 1559. Dietrich war seit 1539 mit Catrin von Elverfeld (auf Haus Herbede) verheiratet.

Wennemar II von der Recke aus dem Zweig Schuren, geb. 1485 auf Haus Horst an der Ruhr, gest. 02.10.1552 in Blankenstein, Herr zu Stiepel, ab 1535 Drost in Blankenstein und Werden, zuständig für den Schultenhof Sprockhövel. 

Grabplatten auf der rechten Seite des Torhauses (v. Eingang gesehen)

Grabplatte 4: Christoffer Dücker-Neiling

---dreieck Grabplatte des Christoffer Dücker-Neiling, geb. xxxx, gest. lt. Pfr. Ostheide am 02.04.1360?

Das Sterbedatum 1360 ist wahrscheinlich nicht korrekt. Nach anderer Quelle verstarb Christoph (Christoffer) Dücker-Neiling, Herr in der Beeck, im Jahre 1563. Lt. Quellenangabe waren seine Eltern Johann III. Dücker und Anna von Eckel. Seine Kinder aus zwei Ehen waren Cornelius Dücker,  1549 Catrin Dücker gen. Neyling, 1552 Johann Dücker gen. Neyling und 1558 Otilia Dücker gen. Neyling. Der Stein ist sehr verwittert und oben beim Sterbedatum derart stark planiert worden, dass von „Domini“ kaum mehr als die vordere Hälfte zu erkennen ist. Die Wappen sind bis auf das in der Mitte angebrachte Dückersche nicht mehr zu erkennen. Von der Umschrift sind noch zu lesen die Worte: Anno milesimo . . . . aprilis starff de erbar unde ernveste Christoffer Duyker Neylinck dem godt gnedig unde barmertich sy amen 

Grabplatte 5: Wennemar von der Recke und Gemahlin
Grabplatte 5: Wennemar von der Recke und Gemahlin

---dreieck Grabplatte von Wennemar von der Recke, geb. 1485, gest. 02.10.1552 und seiner Gemahlin  

 Wennemar von der Recke, * 1485 auf Haus Horst bei Steele an der Ruhr, erhält 1515 den Oberhof Stiepel und Haus Kemnade zu Lehen. Am 08.03.1535 überträgt ihm der Herzog von Kleve auch die Verwaltung seines Amtes Blankenstein. Wennemar führte diese bis zu seinem Tode am 02.10.1552. Auf dem Grabstein für ihn und seine Frau sind von der Randschrift nur noch die Worte zu lesen:  Anno 1552 de 2. October starf Wenmer von der Reck her to Stipel un Werde dem Got gnade.  In der Mitte ist das von der Reckesche Wappen (Querbalken, belegt mit drei Pfählen) zu sehen. Die Schilde in den vier Ecken sind mit je zwei Wappen ausgefüllt und tragen die Wappen der Ahnen des Wennemar und seiner Frau Clara von Balen genannt Fleck: in der linken oberen Ecke die Wappen der von der Recke und von Balen, in der oberen rechten Ecke diejenigen der von Vaerst und von Berghe (der beiden Mütter). In der unteren linken Ecke zeigt der Schild die Wappen der von Botzeler und von Vittinghoff-Schell, der rechte untere Wappenschild ist ganz abgeschlissen. Das zentrale Wappen auf dem Grabstein entspricht dem Stammwappen des zum westfälischen Uradel zählenden märkischen Adelsgeschlechts der von der Reckes. 

Grabsplatte 6: Conradt / Cort von der Recke
Grabsplatte 6: Conradt / Cort von der Recke

---dreieck Grabplatte von Conradt (Cordt) von der Recke, geb. 1539, gest. 12.02.1596

Dietrich von der Recke, gestorben 1559, hatte drei Kinder: den bereits erwähnten Wennemar, Cordt und die Tochter Clara. Cordt, Gerichtsherr von Stiepel, geb. 1539, war verheiratet mit Anna von Quadt, Tochter des Jürgen von Quadt zu Wickrath (bei Erkelenz) und der Ludolfa von dem Bruch genannt Calenburg. Dieser Herr von Quadt besaß die Rittergüter Aprath, das er von seiner Mutter, einer geborenen von Berchem geerbt hatte, und Brockhausen (bei Düsseldorf). Seine Tochter erbte diese Güter. Im Jahre 1589 am Osterfest brannte die Wasserburg Kemnade bis auf die Grundmauern nieder, nur eine Notwohnung wurde vorerst errichtet. 1596 starb Cordt. Seine Grabplatte trägt in der Mitte den Doppelschild von der flecke und Quadt (zwei viermal oben und dreimal unten gezinnte Querbalken) in den Ecken die Wappen von der Recke, von Fleck von Baien, von Elverfeld; das rechte untere Wappen ist nicht mehr zu erkennen. Die Umschrift lautet: Ano dni 1596 den 12. feberarii is in godt vorstarven de erntveste Conradt von der Reck tor Kemnade her th. Stipel de(n) go(d) begnad. 

Grabplatte 7: Johann Heinrich Witthenius

---dreieck Die Grabplatte von Johann Heinrich Witthenius findet man in der Kirche.  Johann Heinrich Witthenius folgte seinem Vater Arnold Georg von 1693 bis 1744. Als vierter Pastor nach der Reformation starb er im Alter von 81 Jahren am 08.05.1744. Seine Grabplatte befindet sich in der Kirche rechts an der Westwand. Ihm verdanken wir die ersten Kirchenbücher mit allen Angaben über Geburt, Taufe, Konfirmation und Todestag. Sein Schwiegersohn Friedrich Wilhelm Dornseifen stand ihm seit 1724 zur Seite und war von 1745 bis 1755 der fünfte Pastor nach der Reformation.

 

Die Umschrift innen: MEIN ERBSCHAFT IST MEIN KLEHBLATT UND DER HEILIGE DREY EINIGE GOTT.

Inschrift innen: LEICHTEXT MATH. 25 V 23 EY DU FROMMER UND GETREUER KNECHT; DU BIST ÜBER WENIGEM GETREU GEWESEN ICH WILL DICH ÜBER VIEL SETZEN; GEHE EIN ZU DEINES HERRN FREUDE IM 55 JAHR SEINES SEHLSTANDS

Die Umschrift außen: AO 1744 D 8. MAI IST DER HOCHWOHL EHRWD: HERR JOH: HENRICH WITTHEN IM 81. JAHR SEINES ALTERS UND IM 55. JAHR SEINES PREDIGTAMTES ALHIER IM HERRN ENTSCHLAFEN. 

Familienstammbaum derer von der Recke

(zum Vergrößern bitte anklicken)

 

 

Grabplattenan der Kirchwand (rechts vom Hauptportal)

Grabplatten 8 und 9
Grabplatten 8 und 9
Grabplatte 8: Friderich Matthias von Syberg (1646-1711); oben die Wappen seiner Eltern, gleichzeitig seiner Großväter, unten die Wappen der Großmütter

---dreieck Friedrich Matthias von Syberg ist wohl die bedeutendste Persönlichkeit der Herren vom Hause Kemnade. Er vollendete den Ausbau des Herrenhauses, wie eine lateinische Inschrift über der Haupttür meldet, im Jahre 1704. Auf ihn ist auch die Erneuerung des Inneren der Kirche zurückzuführen: Orgelbühne, Kanzel, Taufstein und das Epitaph der Sybergschen Familie im Chor der Kirche. Auch den Gottesdienst regelt er als Patronatsherr und schrieb z. B. genau die Zeitfolge der Abendmahlsfeiern für die Gemeinde vor. Seine Grabplatte steht rechts vom Hauptportal der Kirche. Man liest die Umschrift: Anno 1711 de 23. Decemb. ist der hochwohlgebohrene Herr Herr Friederich Mathias von Syberg Frey und Gerichts(herr). im 65. Jahr seines Alters selig im Herren entschlafen. Der Stein hat in der Mitte den Sybergschen Wappenschild (ein fünfspeichiges Rad) und an den vier Ecken die bezeichneten Wappenschilder von Syberg (oben links), von Reck (oben rechts), von Neuhoff (unten links, im Schild drei Kettenringe) und von Büren (unten rechts, im Schild ein springender Löwe).

Grabplatte 9: ohne erkennbare Inschrift

---dreieck Eine Grabplatte, die ebenfalls sehr verschlissen ist und keine Inschrift mehr aufweist hat in der Mitte das Wappen der von Dücker (im Schild fünf Querbalken). An den Ecken der Platte erkennt man oben links einen Schild mit schrägem Rechtsbalken, im Wolkenschnitt geteilt, es ist das Wappen der von Eppenhusen. Oben rechts zeigt der Wappenschild sieben Querbalken und diese belegt mit einem aufgewendeten Löwen - das Wappen der Herren von Horst (Emscher). Unten links zeigt der Schild ein Sparrenschräggitter, das mehrere westfälische Adelsgeschlechter führten, und unten rechts führt der Schild eine schrägrechtsgestellte Pferdeprame, das Wappen der von Kückelsheim, einem ehemaligen Adelssitz im Landkreis Essen. Als Inhaber der Lippischen Lehen und Stiepeler Patronats- und Gerichtsherren waren die Herren von Dücker seit der Mitte des 13. Jahrhunderts in Stiepel ansässig. Der gräfliche Amtmann des Amtes Blankenstein Series (Cäsar) Dücker hatte Sofie von Eppenhusen (Rittersitz bei Hagen) zur Frau, er starb 1377 und hinterließ mehrere Söhne, darunter Hinrich und Wennemar, die beide auf Haus Kemnade wohnten (1386 Hinrik dey Dukere van der Kemnade). Da auf der Grabplatte das Wappen der von Eppenhusen enthalten ist, so muss dieser Stein das Grab eines der Söhne des Series Dücker geschmückt haben, da es üblich war, die Wappen der Ahnen von väterlicher und mütterlicher Seite auf den Grabstein zu setzen. Die Herren von Dücker stammten aus Brabant. Ihr Name bedeutete „Taucher" und wurde gewöhnlich mit dem Beiwort „dey" oder „dictus" gebraucht.

 

Weitere Grabplatten

Fragment einer Gruftplatte - wie eine Fußmatte vor dem Nebeneingang in der Südwand der Kirche

---dreieck Unmittelbar vor dem Nebeneingang in der Südwand des Kirchenschiffs im Boden liegt ein Fragment einer Gruftplatte, auf dem nur noch die unteren zwei von sicherlich ehemals insgesamt fünf Wappen zu erahnen sind, dazu einige wenige gotische Lettern einer vielleicht ursprünglich den Stein umlaufenden Inschrift, ähnlich der auf der Platte des Christopher von Dücker-Neylinck. In dem Falle wäre der Stein nicht nur unterhalb seiner Mitte entlang einer schmalen geraden Leiste, die wohl ein Bildfeld abtrennte, quer durchschnitten, sondern auch an den Langseiten abgearbeitet worden. Die Leiste stößt in der aktuellen Lage an die Türschwelle.

Inschrift: Anno 1624 den 21. Febru. ist der erwidiger und Pastor Henrich Kluvenbeck in Stiepel in Gott selich (HV) entschlafen.

---dreieck Grabplatte für Pastor Henrich Kluvenbeck (HC), gest. am 21.02.1624. Der Kelch symbolisiert die Austeilung des Abendmahls in beiderlei Gestalt. Im Prozess von 1669 wurde das Relief dennoch nicht herangezogen, um als (relativ schwacher) Beweis zu dienen für Kluvenbecks Übertritt zur Lehre Martin Luthers. Der Stein deckte ursprünglich Kluvenbecks Grab im Innern der Dorfkirche. Als 1675 der Leichnam seines Nachfolgers Andreas Hülshof ebenfalls dort beigesetzt wurde, benutzte man die Grabplatte wieder, indem man sie wendete und die dann oben liegende Rückseite für den Nachfolger beschriften ließ. Diese Zweitverwertung wurde 1952 entdeckt, als alle im Kirchenboden verlegten Grabplatten der Pfarrer und der Patronatsherren außerhalb der Kirche aufgerichtet wurden. Erst dabei wurde Kluvenbecks Todesdatum bekannt, das in den Kirchenakten nicht genau vermerkt war. Dieser Stein steht nun frei, so dass sich beide Inschriften lesen und vergleichen lassen.

Inschrift: plurim. reverendus Andreas Huelshovius, pastor Stypelensis per annos 56, obiit Anno 1675 13. Febr. Aetatis 85

---dreieck Pastor Hülshof war von 1619 bis 1675 Seelsorger der evangelisch gewordenen Gemeinde, lebte aber wohl seit 1665, wo er die Pastoratrenten abtrat, im Ruhestand.
Inschrift: plurim. reverendus Andreas Huelshovius, pastor Stypelensis per annos 56, obiit Anno 1675 13. Febr. Aetatis 85 

 

 

Der historische Friedhof

Der „Verein der Freunde und Förderer der Stiepeler Dorfkirche“ setzt sich seit dem 9. November 2005 für den Kirchenbau ein. Drei Aufgaben bilden den Schwerpunkt: Erhalt der Kirche, der mittelalterlichen Fresken und Wandmalereien sowie des Kirchhofes samt Grabsteinen – sämtliche Teilbereiche, die 1988 unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Auf dem Kirchhof, der von einer Mauer umsäumt wird, befinden sich noch 72 aus Ruhrsandstein gefertigte Grabsteine. Sie entstammen alle aus Zeit von 1600 bis 1709. Da die Gemeinde Stiepel bis 1595 noch katholisch war, kann man davon ausgehen, dass nach der Reformation alle früheren Grabsteine entfernt wurden. Ein Lageplan von 1852 wies rund um die Kirchen 112 Gräber aus.Die Grabplatten, die am Hofeingang und auf dem Kirchhof zu besichtigen sind, entstammen der Zeit von 1360 bis 1744 und können trotz der teilweise fortgeschrittenen Verwitterung noch den jeweiligen Gerichts- und Patronatsherren von Stiepel zugeordnet werden.

Feld 1 Grabstein 32 - Else op dem Brink

---dreieck Der älteste Grabstein auf diesem Kirchhof ist hinter dem Torhaus auf der linken Seite zu finden. Er steht auf der Erbbegräbnisstätte 86 der Familie Brinckmann. Die Inschrift lautet: ANNO DNI 1600 DEN 12. FEBRUARIS IST ELSE OP DEM BRINCK OP DER HAIR IN GOT ENTSCHLAFEN. „Op dem Brinck op der Hair” war der Bauernhof Brinkmann an der Haarstraße in Stiepel bekannt seit 1469 ( heute Monstadt ). Von der Familie Brinkmann finden wir vier Grabsteine auf diesem Kirchhof. Der schon sehr verwitterte Stein 31 liegt rechts neben dem oberen. Als Todesjahr ist 1630 angegeben. Es könnte der Sohn von Else op dem Brinck op der Hair sein.

Feld 1 Grabstein 31 - Evert Brinckmann
Feld 1 Grabstein 31 - Evert Brinckmann

---dreieck Zu lesen ist auf diesem Stein: ANNO 1630 DEN 29. MARCH IST EVERT BRINCHMANN UP DER HAR IN DEN HEREN ENTSCHLAFEN. Im oberen halbrunden Feld als Erkennungszeichen die Buchstaben E - B für Everhard Brinckmann mit dem in der Mitte nach oben zum Himmel gerichteten Pfeil.

Feld 1 Grabstein - 33 Zarbach (Vorderseite)

---dreieck Die Familie Zarbach stammt aus Eitelborn Hessen Nassau. Durch den Bergbau im Ruhrgebiet angelockt kamen sie nach Stiepel. Ein einfacher schlichter Grabstein befindet sich auf ihrer Erbbegräbnisstätte 71. Die Inschrift lautet ANNO 1892 HEINRICH ZARBACH ELISABETH PILGER E L  HIER RUHT DER EHRSAME HEINRICH PILGER.  Das „E L“ steht für Eheleute, doch auch der Vater von Elisabeth Pilger ist auf diesem Grabstein verewigt.  

Feld 1 Grabstein - 33 Zarbach (Rückseite)

---dreieck  Die Rückseite zeigt, dass sie durch den Bergbau in Stiepel ihre neue Heimat fanden. Die Inschrift lautet: GLÜCK AUF ES BLÜET DER BERG BAU.

Der Grabstein 20 im Feld 4 - Johannes Tappe

---dreieck Auf der Rückseite des Steines finden wir eine Eigendichtung: lCH HAB ERLANGT DAS EWlGE GUTH DASZ HERTZLICH MJCH ERFREUEN THUT JA WlR SlND KOMMEN DAR WO WIR SCHAUEN GOTTES ANTLlTZ KLAR

Der Familienname Tappe ist in Stiepel im Ortsteil Schrick seit 1647 bekannt. Sie hatten auf dem Kirchhof an dieser Stelle die Familiengruft 44. 

Feld 7 Grabstein 9 - Folmer

---dreieck Auf die hohe Kindersterblichkeit vergangener Zeiten könnte der doppelte Grabstein Anno 1665/1666 für die beiden "Söhnlein" des Bernhard Folmer hinweisen.

Text links: A0 1665 D23. APRIL IST BERNHA FOLMER -SIN SONLEIN EFERHARD IN GOT SE ENTSCHLAFEN 

Text rechts: A0 1666 D. 13. AUGU IST BERNHARDE FOLME SIN SONLEIN IANDIRICH IN GOT SELI ENTSCHLAFEN 

Der Grabstein 2 im Feld 1 steht auf der Familiengruft 93 der Familie Folmer

---dreieck Der Text auf dem Grabstein: ANO 1689 DEN 2. MERTZ IST DlE- ER- UNTUGENTSAME OSEL IN DEM FOLMER IN GOT SELIG ENTSCHLAFEN. In der Zeile Er-Untugentsame fehlen zwei Buchstaben. Gemeint ist: Ehr- und Tugendsame.

---dreieck ANNO 1616 IST WENMAR  HARKAMP IN DEN H E S (im Herrn entschlafen)

 

---dreieck Links: ANNO 1659 DEN NOVEMBER IST ? SORMAN IN GOT ENTSLAPEN

Rechts: ANO 1655 DEN 4 JANUARI IST ELSE SURMAN IN GOT ENTSLAPEN

Feld 7 Denkmal 4 - Ruhestätte der Familie zur Oven genannt Krockhaus
Feld 7 Denkmal 4 - Ruhestätte der Familie zur Oven genannt Krockhaus

---dreieck Die Erbgruft 91 an dieser Stelle gehörte der Familie Krockhaus. Henricus zur Oven geb. 1780 heiratete 1810 Maria Catharina Krockhaus geb. 1785. Ihre Eltern waren Conrad Krockhaus und Anna Elisabeth Hoffstiepel. Mit der Übernahme des Hofes (bekannt seit 1601) erhielt Henricus zur Oven den Zusatz genannt Krockhaus. Das Geburtsdatum des Sohnes Heinrich oben auf dem Denkmal 24.Mai 1796 ist falsch. Er wäre bei seiner Hochzeit am 02.12.1852 mit Friederike Heiermann 56 Jahre altgewesen und 34 Jahre älter als seine Braut. Das Kirchenbuch gibt als Geburtsjahr 1816 an.

 

Die Inschrift lautet:

Heinrich Schulte zur Oven geb.24. Mai 1796 gest.6. Aug. 1878

Friederike Schulte zur Oven geb. Heiermann geb. 5. 0ct. 1830 gest. 25. April 1906

 

Auf der rechten Denkmalseite befindet sich der Name des Sohnes Heinrich Schulte zur Oven geb. 26.Dez.br.1857 gest. _ _ Aug.1888. Auf der rechten Denkmalseite im Sockel der Name des Bildhauers Friedrich Hedtfeld aus Weitmar.

Grabmal Georg Brockhaus

---dreieck HIER RUHT GEORG BROCKHAUS, GEB. AM  JANUAR 1809 GEST. AM 4.? JANUAR 1877

HEINRICH HEIERMANN

---dreieck Hier ruht in Frieden: Heinrich Heiermann,  geb. 2. März 1839  gest. 23. Febr. 1900

Feld 1 Denkmal 7 - Zarbach

---dreieck Heinrich Zahrbach heiratete am 04.08.1860 Friederike Wilhelmine Kortwig, die aus einer alt eingesessenen Stiepeler Familie kam. Dieses Denkmal steht auch auf der Erbbegräbnisstätte 71 der Familie Zahrbach. Sie wurden 1899 und 1919 noch hier beerdigt. Zu dieser Zeit fanden die Beisetzungen bereits auf dem neuen Friedhof südlich der Brockhauserstraße statt.

 

Die Inschrift lautet:

Hier ruht in Frieden Heinr. Zahrbach geb. 19.Juli 1832  gest. 7.Jan. 1899   Friederike Zahrbach geb. Kortwig geb. 11.März 1837 gest. 21.März 1919.

 

Die Familie Zahrbach wohnte an der Kemnader Straße Nr. 57. Beim ersten Luftangriff auf Stiepel im Mai 1943 wurde ihr Haus zerstört. Die Familie befand sich zu diesem Zeitpunkt im Keller ihres Hauses. Bis auf zwei weibliche Mitglieder der Familie starben alle. Mit diesem Luftangriff wurde der Familienname Zahrbach in Stiepel ausgelöscht.

RUHSTÄTTE DER FAMILIE WAHL

---dreieck RUHSTÄTTE DER FAMILIE WAHL.

WILHELM WAHL GEB JULI 1809 GEST JULI 1848 
THEODORA WAHL GEB. JÖRKER GEB. 17. JUNI 1811 GEST. 29. JANUAR 1872  

---dreieck ANNO 1617 DEN 10. APRIL IST MARGARETA MERSCHE [Meiersche] VON STIPEL IN DEN H E S . [Herrn entschlafen] Da Margaretes Grabstein einer der ältesten dieses Kirchhofs ist, dokumentiert er zusammen mit den jüngeren Stelen der Sippe höchstwahrscheinlich auch den Wandel des Hof- oder Hausnamens zu Hoffstiepel. – Die in Dortmund belegten Personen namens „von Stiepel“ könnten diesem Geschlecht entstammen, wobei das ‚von’ als reine Herkunftsbezeichnung anzusehen wäre, wie es ursprünglich auch beim Adel nicht anders war.

---dreieck ANNO 1829    HERMAN HEINRICH FRIESCHE    MARIA  CATARINA HAPMANN   E L

---dreieck JOHANN HEINRICH WEIKEMPER    ELSA (ER)CATRINA  LTM?? ANNE LOEN    AO APRIL 1829

---dreieck ANNO 1618 DEN 13 JUNI IST JOHAN HANEFELT IN DEM HERN ENTSCHLAFFEN

---dreieck 1852 FRIEDRICH HANEFELD GENAND KLEINE RUMBERG  ANNA CATARINA KLEINE RUMBERG  E T E

---dreieck ANNO 1682 DEN 7. APRIL IST EVERD HENRICH HASSENKAMP GEST 7 Apr 1682 UND 1683 DEN 3 APR IST TANGERdrine? HASSENKAMP IN GOTT SELIG ENTSCHLAFEN ….. DER SOHN 7 UND DIE TOCHTER 2 JAHR IHRES ALTERS

---dreieck  Anno 1676?? den 5. ??? April ist Johann Stemmen in Gott entschlaffen

Grabsteine 29 Feld 2 - Kortwig
Grabsteine 29 Feld 2 - Kortwig

---dreieck Die Grabsteine 29 und 30 im Feld 2 stehen heute noch auf der Erbbegräbnisstätte 105 der Familie Kortwig.
Die Inschrift: ANNO…..DEN….. IST DER WOLACHTBAR HINRICH SC HULTE ZU KORTWIG IN GOT ENTSCHLAFFEN

ANNO16.….DEN...... IST DIE TUGENTSAME CHATRINA HÜLSHOF MERSCHE ZU KORTWIG GOTSELIG ENTSCHLAFFEN.

 

Spruch: ICH WEIS DAS MEIN ERLÖSER LEBT ER WIRDT MICH AUS DER ERDEN AUFERWECKEN IN MEINEM FLEISCHE WERDE ICH GOT SEHEN: Hiob 19 25/26

1692 APRILS....HINRICH SCHULTE ZU KORTWIGH IM .... ENTSCHLAFFEN /  Ao 1700 DEN 15 FEBERU IST DIE TUGENTSAME CHATRINA HÜLSHOF MERSCHE ZU KORTWIGH IN GOTT ENT

Grabsteine 30 Feld 2 - Kortwig

---dreieck Auch dieser Grabstein von Hinrich Schult zu Kortwig steht auf der Begräbnisstätte 105. Die Inschrift auf dem Grabstein: ANNO 1672 DEN 21. JANUARI IST DER WOL ACHT BAR HINRICH SCHULT ZU KORTWIGH KERCHMEISTER SELIG IN GOTT ENTSCHLAFFEN: CHRISTUS IST MEIN LEBEN STERBEN IST MEIN GEWIN Philipper Kapitel 1 Vers 21

Feld 2 Grab 20 - Hinrich Munckenbeck

---dreieck Die Familie Munkenbeck - in Stiepel bekannt seit 1369 an der Brockhauser Straße - hatte auf dem Kirchhof an dieser Stelle die Erbbegräbnisstelle 111. Auf dem Grabstein ist die linke Hälfte stark beschädigt. Es gibt jedoch ein Bild aus dem Jahre 1929, auf dem die gesamte Schrift zu lesen ist. Sie lautet: ANNO 1673 DE HEINRICH MUNCKENBECK N 20 MAY DER GERECHTEN SEIEN SIND IN GOTFES HAND UNDT KEINE QUAI RÜHRET SIE AN SAPIENT 3

                                                                       

ANNO 1672 IST ANNA MUNCKENBECK DEN 28.JAN UARI SEIIG ENT SCHLAFEN. DAS WEIS ICH FÜRWAR WER GOTT DIENET DER WIRD NACH DER AN FECHTUNG GETRÖSTET UND AUS DER TRÜBSAL ERLÖSET

Feld 2 Grabstein 16 – Schulte Hoffstiepel (vorne) Grabstele der Eheleute Jörgen Schulte im Hoff Stipel und seiner Frau Anna, geb. Kortwig, gen. Meiersche im Hoffstiepel. Die Zusammenschreibung von ‚Hoffstiepel’ ist rechts nicht eindeutig. Bei Anna bedeutet ‚von Kortwig’ lediglich die Herkunft von diesem Hofe. Zu beachten ist die Sanduhr, auf Grabsteinen des Barock weit verbreitetes Zeichen der Vergänglichkeit.

---dreieck Diese Grabsteine befinden sich in der Gegend der Erbbegräbnisstätte 12 der Familie Hoffstiepel.

Die Erkennungszeichen: AM.... ANNA MERSCHE, IHS  IM HOF STIEPEL, ISI IÖRGE SCHULTE IM, HS HOFFSTIEPEL.

AO 1665 DEN 13. FEBRIS IST ANNA VON KORTWIG GNT. MERSCHE IM HOFFSTIEPEL IN GOTT ENTS.

A0 DEN IST JÖRGEN SCHULTE IM HOFFSTIEPEL IN GOTT ENT

 „Mersche” (Mäische) wurde die Älteste auf dem Hof genannt

Offensichtlich war Jörgens Gattin Anna vor ihm verschieden, und er ließ den Grabstein der Familiengruft auch schon für sich selbst vorbereiten. Nach seinem Tode unterblieb jedoch der Nachtrag des Sterbedatums, vielleicht mangels Nachfahren, die den Handwerker beauftragen und entlöhnen konnten. - Möglicherweise handelt es sich bei einem weiteren, rund 150 Jahre später Verstorbenen, für den eine Stele mit dem Namen Hofstiepel versehen wurde, um eine Seitenlinie dieser Familie oder um gar keinen Blutsverwandten. Neue Aufsitzer eines Gutes übernahmen gewöhnlich den Hofesnamen, in den meisten Fällen infolge Einheirat. IOHAN HENDRIK HOFSTIEPEL / GEBOHREN 1787 / GESTORBEN 1848 / d[en] 13 MER[z]

Feld 2 Grabstein 11 Hofstielpel

---dreieck JOHANN HENDRICH HOFSTIEPEL GEBOREN 1787 GESTORBEN 1848 D 13 MER

UNSER LEBEN WEHRET 70 JAHRE UND WENN ES HOCHKOMMT SO SIND ES 80 JAHRE, UND WENN ES KÖSTLICH GEWESEN IST SO IST ES MÜHE UND AEBEIT GEWESEN  P-S 90 V.10

---dreieck ANNO 1667? DEN 7 FEBER IST DIE TUGENDTSAME ELSABETA MERSCHE IM HOFFSTEIPEL SELIG IN HEREN ENTSCHLAFFEN.  SAP.Z. DIESE ELENDER GERECHTEN SIND IN GOT…..

Grabstäte Hassenkamp?
Feld 1 Grabstein 15 - Hautkap

---dreieck Links: AO 1699 DEN 18 APRILI IST HINDERICH HAUTKAP GENAND TIMAN IN GOTT SELIG ENTSCHLAFFEN.

Rechts: AO 1690 DEN 26 SEPTEMB IST GERDRUT TIMENS SEINE GEWESENE HAUSZFRAU IN GOTT SELIG ENTSCHLAFFEN.

DER 42 PS WIE DER HIRSCH SCHREYET NACH FRISCHEM WASSER ALSO SCHREYET MEINE SEELE GOTT ZU DIR.

---dreieck Grabstele der Eheleute Jörgen Schulte im Hoff Stipel und seiner Frau Anna, geb. Kortwig, gen. Meiersche im Hoffstiepel. Die Zusammenschreibung von ‚Hoffstiepel’ ist rechts nicht eindeutig. Bei Anna bedeutet ‚von Kortwig’ lediglich die Herkunft von diesem Hofe. Zu beachten ist die Sanduhr, auf Grabsteinen des Barock weit verbreitetes Zeichen der Vergänglichkeit.

Links im Bild: Aõ [Anno] 1685 DEN 13 FEBR. IST ANNA VON KO[r]TWIG GNT. [genannt] MERSCHE IM HOFFSTIPEL IN GOTT ENTS. [entschlafen] – oben im Herz: A.M.: I.H.S., die Initialen von ‚Anna Mersche im Hoff Stipel’.

Rechts im Bild: Aõ ? DEN ?  IST IÖRGEN SCHULTE IM HOFF STIPEL IN GOTT ENT[schlafen] – oben im Herz: die Initialen I.S.:I.H.S..

Offensichtlich war Jörgens Gattin vor ihm verschieden, und er ließ den Grabstein der Familiengruft auch schon für sich selbst vorbereiten. Nach seinem Tode unterblieb jedoch der Nachtrag des Sterbedatums, vielleicht mangels Nachfahren, die den Handwerker beauftragen und entlohnen konnten.

Feld 1 Grabstein 29 - Heinrich von den Schepen und Gerdruth Knösel

---dreieck Dieser Grabstein steht auf der Erbbegräbnisstätte 98 der Familie Knösel. Als Erkennungszeichen enthält der Stein in der linken Hälfte oben die Hofmarke mit den Buchstaben: HVS für HENRICH VON DEN SCHEPEN. In der rechten Hälfte die Buchstaben G D K stehen für GERDRUT KNÖSEL. Das Herz darunter dient als weiteres Erkennungsmerkmal.

Die Inschrift auf der linken Seite:                                           

ANNO 1.... DEN.... IST IST DER EHR UND ACH BAHRE HENRlCH VON DEN SCHEPEN GENAND KNÖSEL lN GOTT SELIG ENTSCHLAFEN                                                              

Die Inschrift auf der rechten Seite:
ANNO 1...  DEN.... IST DIE EHR UND TUGENDSAME GEDRUTH AUF DE KNÖSEL IN GOTT SELlG ENTSCHLAFEN.

Unterhalb der Kosterstraße, die früher Finkenstraße hieß, liegt der Finkensiepen. Dort stand früher Knöselsmühle. Der Bibelspruch auf dem Grabstein lautet:

DER MENSCH VOM WEIBE GEBOREN LEBET KURZE ZEIT UND IST VOL UNRUHE GEHET AUF WIE EINE BLUME UND FELLET AB. HIOB 14

---dreieck Linker Stein:
UNSER WANDEL ABER IST IM HIMMEL VON DANNEN WIR AUCH WARTEN DES HEYLANDES JESU CHRISTO DES HERREN WELCHER UNDEREN NICHTIGEN LEIB VERKLAREN WIRD DAS ER EHNLICH WERDEN SEINEM VERKLARTEN LEIBE NACH DER WIRKUNGE DAMIT EHR IHNEN KANN ALLE DINGE UNTERTENIG MACHEN  PHL AM3 

 

Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des HERRN, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe nach der Wirkung, mit der er kann auch alle Dinge sich untertänig machen. Lutherbibel 1912

---dreieck Rechter Stein:
DER GERECHTE MUSS VIEL LEIDEN ABER DER HERR HILFT IHM AUS DEM ALLEN PSALM 34 V20 (Richtig wäre V19)

---dreieck ANNO .... IST JOHAN POTING SELIG ENTSCHLAFFEN. 

ANNO 17.. ITS  CATRINA POTING SELIG ENTSCHLAFFEN. 

Spruch: DER GERECHTEN SELEN SINT IN GOTTESHAND UND KEINE QUAL RUHRET SIE AN

---dreieck ANNO …. IST JOHAN POTING SELIG ENT SCHLAFFEN

ANNO 17.. IST CATRINA POTING  SELIG ENT SCHLAFFEN

Spruch:  DER GERECHTEN SELEN SINT IN GOTTES HAND UND KEINE QVAL RÜHRET SIE AN (5. Mose 33.3)

---dreieck ELSBET WUNBERG 1...?

---dreieck ANNO 1742 JOHAN HENRIG AUF DER BEGE ANNA AUF DER BEGE  E L T

---dreieck ANDREAS KÖNNIG OB DER HAR / ÖSSEL KÖNNIGS OB DER HAR

CHRISTUS IST MEIN LEBEN UND STERBEN IST MEIN GEWINN  PHILIP 1 V 21

---dreieck  ANNO 1674 KRACHT STRAVCKEN BERG

---dreieck G. GATHMANN 1864

---dreieck 1868

---dreieck DER HERR WIRD UNS ERLÖSEN .... ÜBELL UND AUS HELFFEN ZU S... SCHEN REICH.  Z. UM: 4

"Der HERR aber wird mich erlösen von allem Übel und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reich." 2. Timotheus 4:18

---dreieck FRIERICH BNSMAN 1852

---dreieck ANO 1672 DEN 20. JANUAR? IST EVERHARDT KÖNNIG OB DER HAR IM HERREN ENTSCHLAFEN

ANO 1672 DEN 4.? MAI IST MA…KÖNNIGS OB DER HAR IM HERREN ENTSCHLAFEN

---dreieck ANNO 1617 DEN 11. JUNI IST ALHEIT (Niederdeutsch=Adelheid) ROSTEN IN DEN H E S [Herrn entschlafen]

Rückseite: 2 Kreuze

---dreieck ANO 1689 DEN 19 MERTZ IST DER EHRBAHRE HINRICH ERLEY IN GOTT SELIG ENTSCHLAFEN

ANO 1676 DE 30. SEPTEMB: IST DIE EHRSAHME ELSA NIEDERSTE BERGHAUSS GNT: ERLEYSCHE IN GOTT ENT S:

---dreieck 1740 JOHANS PETER GELNMAN AN DER EGEN

Feld 1 Grabstein 1 - Obersten Boel
Feld 1 Grabstein 1 - Obersten Boel

---dreieck Mit dem Namen Oberste Boel ist die Familie Oberste Beulmann gemeint. Der Bauernhof Beulmann wird ab 1436 in Mittelstiepel erwähnt. 

Die Inschrift links: ANO 1642 DEN 6. JUNI IST JOHAN AUF DEM OBERSTEN BOEL IN GOT ENT SCHLAFEN

Die Inschrift rechts: ...........DEN........... MERTZ IST SEINE FRAU CHRISTINE IN GOT ENTSCHLAFEN

 

Feld 2 Grabstein 28 - Oberste Boelmann

---dreieck Ao 1696 DEN 12. DECEIVIBRIS IST ROBERT OBERSTE BOELMANN IN GOTT ENTSCHLAFEN SEINES ALTERS 54 JAHR

Ao…….DEN…….ELSA TYMANN GNANT BOEL FRAUU IN GOTT ENT……..

A01694 DEN 8. SEPTEMBER IST DER SOHN HENRICH BOELMANN IN GOTT SE ENTSCHLAFEN SEINES ALTERS 24 JAHR…. WIR VATTER MUTTER UND SOHN SIND DAHIN WO WIR IN FREUDEN SCHWEBEN UND BEI GOTT UND SEINEN ENGELEIN IN ALLER LUST LEBEN

Der Sohn stirbt mit 24 Jahren am 8.9.1694. Zwei Jahre später am 12.12.1696 stirbt der Vater. Da die Mutter noch lebt, als der Stein angefertigt wurde, fehlen hier Todestag und Todesjahr.

---dreieck ANNO 1675 HINRICH KRAUCHUS 
PHILIP 1 4  CHRISTUS IST MEIN LEBEN UND STERBEN IST MEIN GEWINN

---dreieck ANO 1672 DEN 9 FEBEVARUS IST HEINRICH TEIMAIS IN GOT DEM DEM HERREN ENTSCHLAFFEN.

Spruch: CHRISTUS IST MEIN LEBNEN STERBEN IST MEIN GEWINN.

---dreieck ANNO 16.. DEN …. IST DER ER UN ACHTBARE STOFEN IN DEM HELMIG IN GOT SELI ENTSCHLAFEN

ANO 16.. DEN …. IST DE ER UN TUGENTSAME OSEL IN DEM HELMIGE IN GOT SELIG ENTSCHLAFEN

---dreieck ANO 1636? DEN 10 OCTOBER IST ELSE UP DEM ERDLE.. IM HERREN ENTSLAFFEN

Rückseite: Kreuz mit Ständer

---dreieck Ao 1636? DEN 22 JULIUS IST CORDT SURHANS?  IN DEM HEREN SELIG ENT SCHLAFEN

WER GOT DIENET MIT LUST DER IST ANGENEHM UND SEIN GEBET REIHET BIS IN DIE WOLKEN

SIRACH A.M 35 CAP

(Wer Gott dient, wie es ihm gefällt, der ist ihm angenehm, und sein Gebet reicht bis in die Wolken).

DAS BUCH JESUS SIRACH (Sir 35,20)

---dreieck ANNO ..7. DEN 30 JULIUS IST DIE EHR UND TUGENDSAME ELISABET FRENCKING GENANT HASENKEMPSCHE IN GOT DEN HEREN SELIG ENT SCHLAFFEN.

Spruch: DIE KURTZE ZEIT HAB ICH BEDACHT UND DIESEN STEIN ZUM GRABE GEBRACHT.

---dreieck 1838 FRIEDRICH KORFMANN GENAND BILDHAUER - LOUMISA HOMEORG E.L.T.E. ????

---dreieck Anno 1…. den… ist der ehrbahre Bo… fromer Johan Hassenkop …. in Gott entschlaffen seines Alter … Jahr

Anno 1…. den… ist die ehr und tugendsahme Margareta Tap gen Hassenkamp selig entschlaffen ihres Alter … Jahr

Diebus? 1869

---dreieck ANO 1692 DEN 5. DETSEMBER IST EVERHARDT (Eberhardt) BELWIEGE IN GOTT SEELLIG ENTSCHLAFFEN SEINES ALTERS 10 JAHR

1724 CHRISTOFEN ..... GT

---dreieck  KORTMIG IN DER EGE? 1830

---dreieck 1833 FRIEDRICH WEUSTENFELD ,  ELISABETH LE ZE E........L

---dreieck ANNO 1697 DEN 7. MERTZ IST DER EHRBAHRE EVERHARDT THIMAN IN GOTT SELIG ENDSCHLAFEN.

CHRISTUS IST MEIN LEBEN UND STEBEN IST MEIN GEWINN ……

Grabstele für Johan Schulte in den Hoff zu Stipel ( † 18. Mai 1630 )

---dreieck Ao 1630 DEN 18 MAIUS IST JOHAN SCHULTE IN DEN HOFF BY STIPEL IN GOTT ENTSLAFFEN

Feld 7 Grabstein 30 - Hindrich Gatman

---dreieck Viele Grabsteine erhielten Hofmarken oder andere Erkennungszeichen wie beispielsweise Handwerkszeichen. Auf dem Grabstein von Hindrich Gatmann sind oben links Amboss und Schmiedezange abgebildet. Man kann daher davon ausgehen, dass Hindrich den Beruf des Schmiedes ausgeübt hat. Das vierblättrige Kleeblatt wählte die Familie Helmich.

 

ANO 1669 DEN 12 AP lST DER ER UN ACT BAR HINDRICH GARTMANN GENANT HELMlG IN GOT SELI ENTSCHLAFEN

ANO 16.......DEN……......lST DIE ER UN TUGENTSAME CATRINA HELMIGS IN GOT SELIG ENTSCHLAFEN

 

An den Punkten zwischen den Wörtern kann man sehen, dass "ER-UN"  EHR-UND-TUGENTSAM heißen soll.

---dreieck A 1733 D 27 MAI ...... HIM ..... NOT ...

Grabmal Vogelsang - zwei Stelen aus Ruhrsandstein; östicher Stein

VGMN

GOTTFRIED VOGELSANG
ELISABETH VOGELSANG
GEB. KRUSE

1868

---dreieck DIE KURTZE ZEIT HAB ICH BEDACHT UND DIESEN STEIN ZUM GRAB BRACHT DAS MEIN NOCH MOCHT GEDACHT WERDEN WEN ICH HIE LIGE UND SCHLAFFE IN DER ERDEN

---dreieck HINRICH HAUTKAPE

ANO 1676 DEN 6 SEPTEMBER IST JÜTTE HAUTKAPE IN GOTT SELIG ENTSCHLAFFEN

---dreieck ANNO 1679 DEN 30 MAY IST JORGEN HENCKE IM HERREN ENTSCHLAFFEN
Spruch: SEELIG SENDT DIE DODTEN DIE IM HERREN STERBEN VON NUN AN 
OFFENBAHRVNG AM 14 CAP (
Offenbarung 14:13)

  

ANNO 1679 DEN 20 SEPTEMBER IST ANNAHENCKEN IM HERREN ENTSCHLAFFEN

Spruch: DIE SEELEN DER GERECHTEN SIND IN GOTTES HANDT UND KEINE QVAL RVHRET SIE AN
SAPIENTIAE AM 3 CAP (Weisheit 3,9)

---dreieck DER 143 PSALM:   LASS MICH FRÜH HÖREN DEINE GNADE DENN ICH HOFFE AUF DICH. THUE MIR KUND DEN WEG DARAUF ICH GEHEN SOL DEN MICH VERLANGT NACH DIR. 

---dreieck PSALM 62:2 "...... Meine Seele ist stile zu Gott der mir hilft." 

Leihgaben

Anno 1625 den 22. März .... ist der Weilandt..?

Als älteste Grabplatte ist wohl diejenige anzusehen, die nur noch in der Mitte einen großen Wappenschild mit vier Querbalken im oberen Teil zeigt. Der Stein ist jetzt vorübergehend lt. anderer Berichte auf Haus Kemnade aufgestellt worden. Ob es sich dabei um den hier gezeigten handelt, ist nicht bestätigt.

Anno 1748 Jörgen Henrig Rehlinghaus

Handelt es sich hier um Die Bauern des Rehlinghaus-Hofes zu Kleinherbede Johann Henrich Rehlinghaus  *15.01.1725  verheiratet 04.06.1775 Catharina Reinhold (aus Siginghoven ?)

Hindrich Osterman / Wenmar Ostermans

"Kopf-Stein-Pflaster"

Bekannt ist der Begriff Kopfsteinpflaster als historische Wegpflasterung von Straßen und Plätzen. Nimmt man den Begriff wörtlich, gewinnt die wortsinnige Bedeutung eine räumliche Dimension. Das Objekt mit 18 Köpfen wurde ursprünglich für die Sculptura V 2006 im Wallfahrtsort Kevelaer geschaffen und für die dortige Ausstellung von einer Fachjury ausgewählt und achtzehn Monate ausgestellt. Im Rahmen des Stiepeler Kultursommer 2012 installierte der Bochumer Künstler Christoph Werdelmann seine Arbeit „Kopf- Stein- Pflaster“ in einer Ecke des alten Friedhofs an der Dorfkirche in Stiepel als Dauerleihgabe. Im Rahmen des Stiepeler Kultursommers 2012, "Kirche - Kunst - Konzerte" wurde das Objektkonzept mit einem musikalischen Bezug und einer architiktonischen Ausrichtung erweitert und juriert. Der Kopf als anatomischer Begriff ist Sitz der zentralen Sinnesorgane und somit ein wichtiger Empfänger von Bildern, Musik und Tönen. Die Positionierung des Objektes bildet eine Verbindungsachse zur Stiepler Dorfkirche. Darüber hinaus verbindet die religiöse und kulturelle Ausrichtung die beiden Ausstellungsorte in Kevelear und Bochum Stiepel.

Christoph Werdelmann wurde 1960 in Bochum geboren und wohnt in Wattenscheid. Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser besuchte er die Metallbildhauerklasse der Gesamthochschule Essen und studierte anschließend an der Werkakademie für Gestaltung, Kassel. Seit 1995 ist er als Gestalter, Koordinator und Projektleiter im Bereich der Beruflichen Bildung tätig.

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