Ihre Spende hält uns auf Kurs. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenot-Rettungsdienste der Welt. Wir finanzieren unsere Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Als Seenotretter sind wir auf Nord- und Ostsee bei jedem Wetter rund um die Uhr einsatzbereit - mit einer Flotte von 60 Seenotkreuzern und -rettungsbooten.
■ HINWEIS: Alle Bilder dieser Seiten unterliegen urheberrechtlichem Schutz. Wer Bilder dieser Seiten nutzen möchte, wende sich bitte an den Betreiber dieses Angebotes.

St. Michaelis: Michel - Das Hamburger Wahrzeichen

St. Petri – im Volksmund einfach Petrikirche – zählt zu den fünf Hauptkirchen Hamburgs. Ihr Turm war einst der höchste der Stadt und auch heute noch bietet sich dem Besucher auf 123 Metern Höhe eine tolle Sicht auf die Hansestadt. St. Petri ist seit Abriss des Hamburger Mariendoms in 1805 die älteste noch bestehende Kirche in Hamburg. Der erste Bau der Petrikirche war eine Holzkapelle aus dem Beginn des 11. Jahrhunderts, die ihre erste urkundliche Niederschrift in 1195 fand. Heute wie damals befindet sie sich an der Mönckebergstraße, in unmittelbarer Nähe zum Jungfernstieg, Hauptbahnhof und Thalia Theater. Der Namenspatron von St. Petri ist seit der Ernennung durch Papst Honorius III. in 1220 der Apostel und Märtyrer Petrus. Wann der Holzbau durch einen Steinbau ersetzt wurde ist historisch nicht überliefert. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ermöglichte der zunehmende Wohlstand der Hamburger Bürger den Ausbau der Kirche zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche aus Backstein. Ein bronzener Türzieher, der einen Löwenkopf darstellt, ist das älteste noch erhaltene Kunstwerk der Hansestadt. Seine Umschrift belegt die Grundsteinlegung des Turms im Jahr 1342. Mit dem Anbau eines zweiten südlichen Seitenschiffes gegen 1418 waren die wesentlichen Erweiterungsbauten abgeschlossen. Der von 1513 bis 1516 umgebaute Kirchturm war mit 127,5 Metern Höhe der höchste der Stadt – bis im Jahr 1518 der 135 Meter hohe Kirchturm von St. Nikolai fertiggestellt wurde.

St. Michaelis ist eine der schönsten Barockkirchen Norddeutschlands. Der Turm mit der unverwechselbaren Kupferhaube ist das Wahrzeichen Hamburgs. Der Hamburger Michel hat viele Facetten. Es lohnt sich, diese Kirche zu besuchen.

 

Die 5 Orgeln

  • Die Große Orgel (Steinmeyer-Orgel) auf der Westempore ist von 1962. Sie hat 5 Manuale, Pedal, 86 Register und 6.674 Pfeifen.
  • Das Fernwerk im Dachboden über der Großen Orgel hat 17 Register und 1.222 Pfeifen. Über einen ca. 20 Meter langen Schallkanal werden die Töne zur Deckenrosette in der Mitte der Kirchendecke in 26 Metern Höhe geführt. Die Orgel wird vom Zentralspieltisch aus gespielt.
  • Die Konzert-Orgel (Marcussen-Orgel) auf der Nordempore ist von 1912. Sie wurde zweimal renoviert, hat 2 Manuale, Pedal, 42Register und 2.671 Pfeifen.
  • Die Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Orgel auf der Südempore wurde Mitte November 2010 eingebaut. Sie ist mit 676 Pfeifen ausgestattet und hat 13 Register auf 2 Manualen und Pedal.
  • Die Kryptaorgel ”Felix Mendelssohn Bartholdy” ist ein romantisches Instrument der Firma Striebel von 1917. Sie hat 2 Manuale, 7 Register und 435 Pfeifen.

 

Der Turm

Der Turm ist 132 m hoch. 106 Meter über der Elbe befindet sich die Aussichtsplattform. Die Turmuhr ist mit einem Durchmesser von 8 m die größte in Deutschland. Der lange Zeiger misst 5 m, der kleine 3,6 m Länge. Jeder Zeiger wiegt 130 kg. Im Turm befinden sich 6 Glocken und 2 Schlagglocken für die Turmuhr.

Die Michel-Uhr im Kirchturm ist die größte ihrer Art in Deutschland.

DIE GESCHICHTE DER KIRCHE . . .

 

...begann um 1600. Wegen der vielen Toten, die von der Pest hinweg gerafft wurden, hatte man außerhalb der Stadt, wo heute die kleine St. Michaeliskirche steht, einen Begräbnisplatz angelegt. Er erhielt im Jahre 1600 eine Kapelle, die schon bald zu einer kleinen Kirche erweitert wurde. Immer mehr Menschen siedelten sich vor der Stadt an. Rechtzeitig vor Beginn des dreißigjährigen Krieges bezog die Stadt das neue Siedlungsgebiet, die Neustadt, in ihr Befestigungssystem ein. Die neuen Befestigungs-Anlagen kosteten die Stadt zehn Jahre lang 25 v.H. ihrer Einnahmen Sie machten sie aber in den Wirren des Krieges zu einer Oase des Friedens, in der viele Menschen Schutz suchten und fanden. Von 1625 - 1646 stieg so die Zahl der Bewohner in der Neustadt von 8.000 auf 20.000. Die Kirche wurde daher schon bald zu klein, so dass bei gutem Wetter die Fenster geöffnet wurden, damit die vielen Menschen, die nicht mehr mit hinein konnten, die Predigt draußen auf dem Kirchhof hören konnten.

 

Im Juli 1647 fassten Rat und Bürger schaft den Beschluss, etwa 200 Meter westlich, wo die heutige große St. Michaeliskirche steht, eine neue große Kirche zu bauen. Unter Leitung des Baumeisters Christoph Corbinus und später des Baumeisters Peter Marquard wurde der Kirchenbau mit einigen Unterbrechungen nach 12 Jahren vollendet und am 14. März 1661 eingeweiht. Der Turm wurde jedoch erst 1669 fertiggestellt. Im Jahre 1685 wird St. Michaelis neben den vier Hauptkirchen St. Petri, St. Jacobi, St. Nikolai und St. Katharinen die fünfte Hauptkirche in Hamburg.

 

Am 10.März 1750 zog sich, wie es heißt "zur ungewöhnlichen Jahreszeit eine Gewitterwolke zusammen. Es geschahe plötzlich, ohngefehr des Mittags gegen elf Uhr, ein erschrecklicher Blitz, und der traf gleich auf einmal den unteren Teil der Turmspitze..." Die Kirche brannte bis auf die Grundmauern nieder. Kurz vor dem Unglück war die kleine St. Michaeliskirche wegen Baufälligkeit abgebrochen worden, so dass die Gemeinde nun überhaupt kein Gotteshaus mehr besaß. Mit Hilfe einer Spende des Senators Joachim Caspar Voigt, der jedoch bis zu seinem Tode als solcher unbekannt blieb, konnte die kleine St. Michaeliskirche bald wieder aufgebaut und am 14. Juni 1757 eingeweiht werden.

 

Schon am 29.Juni 1751 wurde der Grundstein für den Wiederaufbau der großen St. Michaeliskirche gelegt. Johann Leonhard Prey, Erbauer der Kirche in St. Georg und Ernst Georg Sonnin, ein damals noch unbekannter Mann, wurden mit dem Neubau beauftragt. Uneinigkeit zwischen den Baumeistern hemmte jedoch den Baufortschritt. Erst mit dem Tod von Prey am 1.Dezember 1757, kurz vor Vollendung des Dachstuhls, fanden die Streitigkeiten ihr Ende. Sonnin wurde nun alleiniger Baumeister der Kirche, die am 19.Oktober 1762 eingeweiht werden konnte.

 

Der Turm war bei der Kirchweih nur bis zur Höhe des Kirchendaches ausgeführt. Erst nachdem das Kirchen-Kollegium 1776 beim Senat vorgebracht hatte, dass die Fremden behaupteten, Hamburg müsse es sehr schlecht gehen, weil der Kirche immer noch der Turm fehle, entschloss man sich, nun auch den Turm zu bauen und ernannte Sonnin zum Turmbaumeister. Sonnin errichtete den Turm, wie wir ihn kennen und der zum Wahrzeichen Hamburgs wurde, ganz ohne Gerüst. Am 31.Oktober 1786, 24 Jahre nach der Kirchweih, konnte auch der Turm eingeweiht werden. Als die Franzosen Hamburg besetzten und in das Kaiserreich Frankreich eingliederten, musste die kleine St. Michaeliskirche ab 1807 zeitweise und mit Wirkung vom 13. März 1811 ganz den französischen Truppen für katholische Messen zur Verfügung gestellt werden. Der großen Kirche blieb das Los der anderen Hauptkirchen, in Pferdeställe verwandelt zu werden, erspart, weil zwölf Gemeindemitglieder freiwillig die verlangten Stellplätze für 300 Pferde selbst zur Verfügung stellten oder anderweitig besorgten. 1824 erwarb die Stadt die kleine St. Michaeliskirche und machte sie der Katholischen Kirche zum Geschenk. Die Kirche wurde 1943 durch Bomben zerstört und durch einen Neubau ersetzt Sie ist St. Ansgar geweiht, wird im Volksmund aber immer noch "Kleiner Michel" genannt. Am 3.Juli 1906, einem herrlichen Sommertag, waren Arbeiter damit beschäftigt, an der Südseite des Turms einige Kupferplatten zu erneuern. Dabei benutzten sie eine Benzinlötlampe. Unbemerkt entwickelte sich ein Schwelbrand. Ein Uhrmacher, der an der Turmuhr arbeitete, bemerkte Brandgeruch und verständigte den Turmwächter Beurle, der als Bediensteter der Feuerwehr in seiner Wachstube Dienst tat und sofort über einen Morseapparat Feueralarm gab. Es war aber bereits zu spät. Turm und Kirche wurden völlig vernichtet. Beurle kam in den Flammen um.

 

Bereits am nächsten Tag beschloss die Bürgerschaft den Wiederaufbau der Kirche. Nach alten Plänen erstand die Kirche wieder fast genau in ihrer alten Gestalt. Turm und Dachstuhl waren jetzt aber nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl und Beton. Am 19.Oktober 1912 konnte sie wieder eingeweiht werden. Im Jahre 1943 wurde die Umgebung der Kirche fast völlig zerstört. Die Kirche blieb weitgehend verschont bis erstmals im Juni 1944 größere Bombenschäden auftraten.. Am schwersten wurde die Kirche aber kurz vor Kriegsende im März 1945 getroffen. Dabei wurden das Dach und der Innenraum der Kirche stark beschädigt. Nach Beseitigung der Schäden konnte die Kirche am 19.Oktober 1952 endlich wieder eingeweiht werden. Ende der 70 er Jahre stellte man schwere Schäden am Turm fest. Ein aus Hamburg stammender Kaufmann spendete die von Fachleuten geschätzte Summe von 4 Millionen Mark für die Reparaturarbeiten. Nachdem man aber im November 1983 an der Turmspitze mit den Arbeiten begonnen hatte, stellte man fest, dass die Schäden viel größer waren, als man geglaubt hatte. Die hinter der Kupferaußenhaut ohne Zwischenraum direkt auf dem Stahlgerüst angebrachte Bimsbetonverkleidung hatte jahrzehntelang Wasser aufgenommen, dies an den Stahl abgegeben und so erhebliche Rostschäden verursacht. Jetzt wurde der Bimsbeton durch Rubinholz ersetzt und vor allem zwischen diesem und dem Stahlgerüst ein Zwischenraum gelassen, der für ständige Belüftung sorgt und auch die Pflege des Stahls ermöglicht. Die Kosten stiegen dadurch jedoch auf 26,5 Millionen Mark. Mehr als 11 Millionen Mark brachten die Hamburger in vielen Einzelaktionen durch Spenden auf. Dafür sind wir sehr dankbar.

Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31