Fähr(manns)haus in Bommern

Blick vom Steinbruch auf die Ruhr, rechts das alte Fährhaus

Das „Zollhaus“ an der Brücke nach Bommern war ein Fährhaus

 

Das Wohnhaus des Fährmanns ist schon auf alten Gemälden - gemalt zu Beginn des 18. Jahrhunderts - zu sehen. Vielfach wird es in der Literatur fälschlicherweise als „Zollhaus“ bezeichnet. Die Quellenlage zu diesem Gebäude ist recht dünn. Ein genaues Baujahr kann man nicht sagen. In der ersten Flurkarte von 1823 ist das alte Fährhaus eingetragen. Fährmann und Hauseigentümer war ein gewisser Johann Peter Voß. Er soll in dem Haus von 1825 bis 1868 gewohnt haben. Fest steht: Das Fährhaus stand schon da, als es noch keine Brücke von Witten nach Bommern gab. Die erste Brücke der jüngeren Geschichte wurde ab 1880 gebaut und 1882 eingeweiht. Die heutige Brücke ist die dritte in der Reihe. Wittens städtischer Denkmalpfleger geht davon aus, dass das heute noch stehende einstige Wohnhaus des Fährmanns aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt. Allerdings: „Das Haus ist spätestens 1868 sicher nachzuweisen, vielleicht jedoch schon in Plänen des Jahres 1825.“ Das wurde 1990 festgehalten, als das Ruhrsandstein-Gebäude in die Denkmalliste eingetragen wurde. Und: „Jedenfalls ersetzte es einen älteren Vorgängerbau.“ Fährmann Voß hat also in dem heutigen Haus oder aber im Vorgängergebäude an selber Stelle gelebt. 1909 gehörte das ganze Anwesen dem Großviehhändler Heinrich Mellmann, dann einem Direktor Carl Mayberg, 1927 dann den Städtischen Licht- und Wasserwerken. Diese waren ein städtischer Eigenbetrieb. Laut einer alten Bauakte der unteren Denkmalbehörde musste immer eine Wohnung für den Oberbürgermeister vorgehalten werden. Seit 1889/1990 gehört das Haus den Wittener Stadtwerken.

 

Fähre kenterte auf Heimweg von Zwiebelkirmes

Von 1704 bis 1883 haben in Höhe der heutigen Brücke eine, zeitweise auch zwei Ruhrtalfähren ihren Dienst versehen. Eine Fähre war für Pferde und Leiterwagen, eine für die Menschen bestimmt. Zur Zwiebelkirmes hat die Fähre auch immer viele Gäste aus Bommern und Wengern übergesetzt. Wer abends nicht pünktlich vor Ende des Fährbetriebs da war, musste sich ein Nachtquartier in Witten suchen. Bei einem Fährunglück von 1838 starben 42 Menschen. Zum Unglück gibt es verschiedenen Versionen: Ein Kirmesbesucher hatte ein Schweinchen gewonnen. Als er zurück nach Wengern wollte, war es ihm auf der Fähre ausgebüxt. Der Versuch, mit vereinten Kräften das Tier einzufangen, hatte die Fähre zum Schwanken gebracht. Nach einer anderen Überlieferung haben angetrunkene Fahrgäste die Fähre aufgeschaukelt. Sie kenterte, als nach dem Überschwappen einer Welle Panik ausbrach. Vielleicht kann man auch von dem Zusammenwirken beider Faktoren ausgehen. Zuverlässig überliefert ist auch, dass der Bürgermeister von Wengern, der selbst an Bord der Fähre war, mehreren Menschen das Leben gerettet habe. Dann sei er selbst in den Fluten der Ruhr ertrunken.

Was Sie hier erwartet (Auswahl)
Dezember 2019
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 

Die Seenotretter - DGzRS

Rausfahren, wenn andere reinkommen. Schiffbrüchige aus Seenot retten. Menschen aus Gefahren befreien. Verletzte und Kranke versorgen. Wir sind klar zum Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem, wirklich jedem Wetter.

wupper digitale fotografie

Alle Bilder auf diesen Seiten unterliegen dem © von Klaus-D. Wupper. Das Copyright für veröffentlichte, vom Betreiber dieses Onlineangebotes selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten.
Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Sounds oder Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nicht gestattet.