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Das Kötterhaus in der Wittener City

Im alten Ortskern von Witten, unweit der Johanniskirche, befindet sich mit dem Fachwerkhaus Johannisstraße 17 einer der wenigen Überreste aus der bäuerlichen Vergangenheit der Stadt. Es handelt sich dabei um ein so genanntes Kötterhaus. Als Kötter wurden seit dem Spätmittelalter Dorfbewohner bezeichnet, die einen kleinen Hof (Kotten) besaßen. Diese Höfe waren in der Regel am Dorfrand angesiedelt oder von alten Höfen abgeteilt. Zumeist lag am Kotten ein kleiner Garten, welcher der Nebenerwerbslandwirtschaft diente. Etwas außerhalb des Dorfes gehörten noch weitere Acker- oder Weideflächen dazu. Da der Ertrag häufig nicht für den Lebensunterhalt ausreichte, waren die Kötter zusätzlich Handwerker oder verdingten sich als Tagelöhner auf Bauern- und Herrenhöfen. Ihr Besitz betrug meist nur wenige Hektar Land und etwas Vieh. 

Das Kötterhaus Johannisstraße 17 wurde um das Jahr 1800 errichtet und ist damit eines der ältesten baulichen Zeugnisse in Wittens Innenstadt nach der Johanniskirche. Es liegt am Rande des alten Dorfbereichs, der sich bereits im 13./14. Jahrhundert hier befand. Bevor Witten 1825 zur Stadt wurde und die damals einsetzende Industrialisierung das Ortsbild radikal veränderte, bestand das dörfliche Witten aus etwa 60 Hofstellen. Das Kötterhaus entsprach dabei einem Hof mittlerer Größe. Die meisten anderen Fachwerkhäuser aus jener Zeit wurden im 2. Weltkrieg vernichtet und manches Überbleibsel noch in den Aufbaujahren nach dem Krieg abgerissen. Das zur Johannisstraße 17 gehörige Wirtschaftsland lag ehemals östlich des Gebäudes im heutigen Block zwischen Johannisstraße und Lutherstraße. Die Orientierung des Hauses in Ost-West Richtung erklärt sich also, wie für fast alle nordwestdeutschen Bauernhäuser üblich, aus dem Bezug des Wirtschaftsteils des Hauses zu den Wirtschaftsflächen des Hofes.

 

Raumstrukturen sind bis heute fast vollständig erhalten. Das Gebäude ist fast mittig in einen Wohn- und Wirtschaftsteil getrennt. Im Westen waren die Wohnkammern, im Osten die Stallungen für das Vieh. Über dem Stall befanden sich noch getrennte Schlafstellen für Mägde und Knechte, die durch die Tiere etwas gewärmt wurden. Die heutigen Raumstrukturen entsprechen bis auf geringfügige Veränderungen noch dem Zustand der Erbauungszeit. Die Küchendiele ist der zentrale Raum, von hier werden alle Räume erschlossen. Mitte der 1980er Jahre war das Gebäude äußerlich in einem sehr schlechten Zustand und sollte abgerissen werden. Unter erheblichen Schwierigkeiten konnte der Bau jedoch in die Denkmalliste der Stadt Witten eingetragen werden. Der Inhaber eines Hörgerätestudios erwarb schließlich die Immobilie und eröffnete im Sommer 1992 in dem von ihm liebevoll durchrestaurierten Gebäude seine neuen Geschäftsräume. 

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