Das Wasserschloss im Wandel der Jahreszeiten

Anlässlich seiner Heirat erhielt der älteste Sohn des Grafen Ottomar, Graf Friedrich Wilhelm von der Recke-Volmerstein (*1817, +1891), von seinem Vater 1850 das Haus Werdringen als Wohnsitz und sechs Jahre später als Schenkung überlassen. Der heutige Zustand der Anlage wird von den um 1855 abgeschlossenen Umbau- und Renovierungsarbeiten in ein repräsentatives Wasserschloss im neugotischen Stil geprägt. Teile der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bausubstanz blieben jedoch erhalten.

 

Graf Friedrich Wilhelm war seit 1850 mit der Freiherrin Luise von Plessen verheiratet. Ihre gemeinsamen Kinder Otto (*1851), Dietrich (*1857) und Agnes (*1860) wurden in Werdringen geboren. Am Kaisberg ließ Graf Friedrich Wilhelm das heute noch erhaltene Mausoleum als Erbgrabstätte für seinen Familienzweig erbauen. Im Umfeld des Wasserschlosses wurde ein wild-romantischer Gartenpark angelegt. Nach dem Tod von Graf Friedrich Wilhelm fiel Werdringen an seinen Sohn Otto (*1851, +1921). Graf Otto verlegte den Hauptwohnsitz seiner Familie bereits 1895 nach Parchau bei Kotzenau in Schlesien. Hier besaßen die Grafen von der Recke-Volmestein umfangreichen Land- und Güterbesitz. Werdringen wurde als Pachtgut verwaltet und diente zuletzt als landwirtschaftlicher Betrieb. 1925 verkaufte die gräfliche Familie das damals vorwiegend landwirtschaftlich genutze Werdringen an einen Bauunternehmer. 1937 übernahm die Deutsche Arbeitsfront das Schloss. Die Nationalsozialisten planten am Harkortsee und im Bereich des Kaisberges eine Großsiedlung mit der Schlossanlage als Mittelpunkt. Doch bereits 1939 firmierte das Wasserschloss Werdringen auch als geplante Außenstelle der Städtischen Museen in Hagen. 1977 kaufte die Stadt Hagen das Wasserschloss Werdringen. Zu dieser Zeit war die frühere Wasserburg vom akuten Verfall bedroht. Ein 1985 gegründeter "Schlossverein" nahm sich mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung durch Stadt und Land der Anlage an. Seit 1990 kam es durch die Stadt Hagen und mit Unterstützung des Landes NRW zu umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. Mit der Eröffnung des Museums für Ur- und Frühgeschichte wurden diese Maßnahmen im Herbst 2004 abgeschlossen.