Die Hörder Burg

Die Hörder Burg im heutigen Dortmunder Stadtteil Hörde wurde im 12. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe der Emscher als Wasserburg erbaut. Sie ist Stammsitz der Adelsfamilie Hörde. Das im 15. Jahrhundert gebildete Amt Hörde und der Sitz des Eichlinghofer Gerichts bekommen ihren Sitz auf der Hörder Burg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Hörder Burg erst von spanischen und dann von brandenburgischen und später von den Truppen des Wolfgang Wilhelm (Pfalz-Neuburg) besetzt. Sie alle wurden jedoch vertrieben. Doch bei der Besetzung der Burg durch französische Truppen im Jahr 1673 brach in der Burg ein Brand aus, der die Burg teilweise, die Burgkapelle und 38 Häuser in Hörde zerstörte. Später wurde die Burg auf den alten Grundmauern wieder errichtet. Im Jahr 2000 konnte bei Arbeiten das alte Mauerwerk des Burgturms freigelegt werden. Im Jahre 1840 erwarb der Iserlohner Fabrikant Hermann Diedrich Piepenstock die Hörder Burg. Auf dem Gelände richtete er ein Puddel- und Walzwerk ein. Die nach ihm benannte Hermannshütte wurde 1852 unter dem Namen Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein zur ersten Aktiengesellschaft im Hüttenwesen des Ruhrgebietes. Der Hörder Bergwerks- und Hüttenverein fusionierte später mit der Hoesch AG. Eine Vorburg wurde in den Jahren 1920-1922 im Stil des Historismus errichtet und diente als Verwaltungsgebäude des Stahlwerks. Nach dem Niedergang der Stahlindustrie auf Phoenix-Ost und der Demontage des Stahlwerks begann im Juni 2008 eine umfassende Sanierung der Burg. In diesem Zusammenhang fanden vor der Burg archäologische Grabungen statt. Auf dem Burgturm wurde eine neue hölzerne Turmspitze errichtet. In unmittelbarer Nähe der Hörder Burg entstand der Phoenix-See, der am 1. Oktober 2010 im Rahmen eines großen Festes geflutet wurde.

Die neuesten Erkenntnisse zur Hörder Burg konnte man sammeln, als im Laufe der Ausschachtungen des Phönixsees auf dem Gelände der ehemaligen Hermannshütte umfangreichen Ausgrabungen vorgenommen wurden. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Burg in ihrem ursprünglichen Zustand wohl eine Turmhügelburg, eine sogenannte Motte gewesen sein musste. Motten sind sind die typischen kleinen Burgenformen des Mittelalters. Sie bestehen aus einem meist aufgeschüttetet Erdhügel, umgeben von einem Graben und einer Palisade. Oben auf dem Hügel wird ein meist hölzerner Turm errichtet. Funde weisen darauf hin, dass bereits kurz nach 1250 ein erster hölzerner Turm errichtet worden ist, der einige Jahrzehnte später von einem Steinturm abgelöst wurde. Im heutigen Burgturm finden sich in den unteren Etagen Überreste eines Steinturms aus dem 12.Jahrhundert. Ob es sich hierbei jedoch um den Motteturm handelt, ist achäologisch nicht nachgeweisen.