LWL-Industriemuseum für Eisen und Stahl Henrichshütte, Hattingen

Bereits vom Parkplatz vor dem LWL-Gelände zu erkennen: Hochofen 3 der Henrichshütte in Hattingen
Bereits vom Parkplatz vor dem LWL-Gelände zu erkennen: Hochofen 3 der Henrichshütte in Hattingen

“Im liebreizenden Tal der Ruhr, einem schiffbaren Nebenfluss des Rheins, unweit der Städte Hattingen und Blankenstein, lag Haus Bruch, ein kleines Rittergut mit 100 Hektaren Areal. Wenn ich so sage “lag”, so soll das heißen, dass an der Stelle, wo bis Anfang der 50er Jahre ein malerisch romantisches Oekonomiegut stand, sich jetzt seit jener Zeit ein großes Eisenhüttenwerk, die Henrichshütte erhebt….”

                                                                   

                                                                                                     Anton Ludwig Sombart (Jugenderinnerungen 1923/24)

 

 

Gigantische Ausmaße: Zu Hochzeiten der Stahlproduktion arbeiteten 10.000 Menschen auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Areal. 150 Jahre spuckten die Hochöfen der Hattinger Henrichshütte flüssiges Eisen. 1993 wurde der letzte Ofen ausgeblasen und seit dem Jahr 2000 ist der 55 Meter hohe Riese das größte Ausstellungsstück im Museum.

In den Jahren 1943 bis 1944, mitten im zweiten Weltkrieg, in dem die Henrichshütte als Rüstungsbetrieb bevorzugtes Ziel alliierter Bomber war, entstand der Hochbunker, unter dessen Dach der Werkluftschutz seine Kommandozentrale für den südwestlichen Bezirk aufgeschlagen hatte. Zu diesem Bezirk gehörten Gasometer, Kesselhaus, Walzwerk, Magazin, Lehrwerkstatt und andere Einrichtungen. Direktor Herzog leitete den gesamten Werkschutz und die Werksfeuerwehr. Bei Voralarm fanden sich die Herren Direktoren im Bunker ein. Trotz der zahlreichen Angriffe blieb der Bunker nahezu unversehrt und wurde nach dem Krieg als Lager u.a. für die im Produktionsprozess der Henrichshütte benötigten technischen Gase genutzt. Mit der Stilllegung des Stahlwerkes 1993 endet die Geschichte des Riesen “Henrichshütte” und so blieb der Bunker sich selbst überlassen und harrte einer ungewissen Bestimmung.

 

Satkom Ruhr Tower

Anfang Mai 2000 wurde der Grundstein für den Beginn der Umbauarbeiten gelegt. Auf dem Dach des Bunkers wurde ein ca. 2.500 m² großes Gebäude aufgesetzt. Die 3 neuen Geschosse werden durch eine teilverglaste Kuppel gekrönt, die als Veranstaltungsort für Events genutzt und vermietet wird. Die Räume im Bunker eignen sich hervorragend zur Unterbringung von Rechnern zur Datensicherung bzw. als Ort zur Lagerung von Datenspeicher-Medien. SatkomRuhr präsentiert sich als idealer Standort für Zukunftsbranchen wie Telekommunikation, Geoinformatik, Satellitenkommunikation, Sicherheits-und Überwachungstechnik, ja selbst kommerzielle Punktwettervorhersagen.

 

 

Gastronomie unterhalb des Hochofens
Gastronomie unterhalb des Hochofens
Gastronomie unterhalb des Hochofens
Gastronomie unterhalb des Hochofens
Blick von der Erzbrücke auf das Labor,davor: Schmalspur Dampflokomotive, Hersteller Klöckner-Werke AG, Georgsmarienhütte, Baujahr 1938
Blick von der Erzbrücke auf das Labor,davor: Schmalspur Dampflokomotive, Hersteller Klöckner-Werke AG, Georgsmarienhütte, Baujahr 1938
Wasserturm
Wasserturm

 

Das Kernstück des Museums: Hochofen 3

 

Aufwärts

Gießhalle
Gießhalle
Verschlussstopfen des Ofens in der Gießhalle
Verschlussstopfen des Ofens in der Gießhalle
Hochofen 3, Kühlsystem
Hochofen 3, Kühlsystem
Hochofen 3, Düse der Heißwindringleitung noch in der Blasform sitzend
Hochofen 3, Düse der Heißwindringleitung noch in der Blasform sitzend
Leitstand von Hochofen 3 der Henrichshütte
Leitstand von Hochofen 3 der Henrichshütte
Hochofen 3, Gichtbühne mit Trichterdrehwerk
Hochofen 3, Gichtbühne mit Trichterdrehwerk

Mit einem gläsernen Aufzug kann man auf den 55 Meter hohen Hochofen fahren und dem Materialfluss von Erz, Koks und Kalk bis zum flüssigen Roheisen in der Gießhalle auf der Treppe nach unten folgen, wo das 1.400 °C heiße Eisen abgestochen wurde.

Das Trichterdrehwerk sorgte dafür, dass sich die Rohstoffe im Ofen gleichmäßig verteilten. Dazu drehte ein Elektromotor mit Zahnkranz langsam die Oberglocke. So fielen die Rohstoffe auf die gesamte Fläche der Unterglocke und von dort aus ins Ofeninnere.

Trichterdrehwerk von Hochofen 3 der Henrichshütte
Trichterdrehwerk von Hochofen 3 der Henrichshütte
Trichterdrehwerk von Hochofen 3 der Henrichshütte
Trichterdrehwerk von Hochofen 3 der Henrichshütte

 

Hochofen II - Hier ist nur das Fundament, die Ofensau erhalten

Der Hochofen II wurde 1988/89 von chinesischen Arbeitern in seine Einzelteile zerlegt und in China zur Produktion wieder errichtet.

Verbliebene Ofensau von Hochofen 2
Verbliebene Ofensau von Hochofen 2

 

 

Türme

Rohrbrücke und Gleise, links die Möllerbunker mit Bandanlage
Rohrbrücke und Gleise, links die Möllerbunker mit Bandanlage

 

Bunkeranlage

Bahnsteig an der Erzbrücke
Bahnsteig an der Erzbrücke
Förderband
Förderband

Von der Bunkeranlage aus werden Möller und Koks zum oberen Ende des Schachtes, der so genannten Gicht, transportiert. Die Zuführung des Materials wird auch als Beschickung oder Begichtung bezeichnet und erfolgt je nach Platzangebot entweder über Bandstraßen, Setzkübel oder kleine Schüttwaggons, sogenannte Loren bzw. Hunte (auch Hunde). Im Falle der Wagenbeschickung oder auch „Skipbegichtung“ erfolgt die Beschickung über einen Schrägaufzug bis zur als „Gichtschleuse“ bezeichneten Einfüllöffnung, die den oberen Abschluss des Hochofens bildet. Für jeden Hochofen sind zwei Aufzugsysteme im Einsatz, die im Wechsel Koks und Möller transportieren. Neben der größeren Versorgungsleistung dient der Einsatz von zwei Aufzügen aber auch der Sicherheit gegen Ausfälle, um die ununterbrochene Versorgung des Hochofens zu gewährleisten. Bei modernen Hochöfen werden zur Beschickung mittlerweile Förderbänder bevorzugt eingesetzt. Diese können zwar nur geringe Steigungen überwinden und haben einen größeren Platzbedarf, besitzen aber eine höhere Leistungsfähigkeit, lassen sich leichter automatisieren und behandeln das Schüttgut schonender.

Erztaschen
Erztaschen

 

Masselabgussanlage

 Masselgießmaschine der Henrichshütte
Masselgießmaschine der Henrichshütte

 

"Klein"-Gegenstände auf dem Schrottplatz: Stolz der Sammlung ist dieser Koloss: Stahlkonverter, Kokillen, eine Bessemer-Birne, Gieß-Pfannen, alte Schaltschränke, Armaturen und vieles mehr.

Stahlkonverter auf dem Schrottplatz
Stahlkonverter auf dem Schrottplatz

 

Nachtschicht

Möllerwagen
Möllerwagen

 

Was rastet ......

Schweröltanks der Henrichshütte
Schweröltanks der Henrichshütte
Schweröltanks der Henrichshütte
Schweröltanks der Henrichshütte

 

Bahn und Bus

Dampflokomotive, Hersteller Krupp, Fabriknummer 4248, Baujahr 1961
Dampflokomotive, Hersteller Krupp, Fabriknummer 4248, Baujahr 1961
Schmalspur Dampflokomotive, Hersteller Klöckner-Werke AG, Georgsmarienhütte, Baujahr 1938
Schmalspur Dampflokomotive, Hersteller Klöckner-Werke AG, Georgsmarienhütte, Baujahr 1938
Elektrolokomotive, Hersteller Rheinstahl Henschel AG, Kassel, Typ EA 500, Fabriknummer 31132, Baujahr 1966, elektrischer Teil AEG Berlin, Fabriknummer 8515, Auslieferung an die Rheinstahl Bergbau AG, Bottrop
Elektrolokomotive, Hersteller Rheinstahl Henschel AG, Kassel, Typ EA 500, Fabriknummer 31132, Baujahr 1966, elektrischer Teil AEG Berlin, Fabriknummer 8515, Auslieferung an die Rheinstahl Bergbau AG, Bottrop
Torpedowagen
Torpedowagen