Friedhof der Ev. Kirchengemeinde Bochum-Langendreer

Friedhöfe sind nicht nur Orte der Trauer, sondern sie dienen dem Menschen als grüne Oasen der Erholung im Ballungsraum Ruhrgebiet. Friedhöfe sind wertvolle Orte der Natur, an denen sich viele zum Teil seltene und gefährdete Pflanzen und Tieren ansiedeln können. Gerade in den letzten hundert Jahren sind Friedhöfe durch künstlerisch gestaltete Grabsteine und Grabanlagen zu wertvollen und erhaltungswürdigen Kulturstätten geworden. Friedhöfe wie in Bochum Langendreer sind Orte der Erinnerung, aber auch grüne Oasen und Kulturstätten. Er gehört zu den historischen Friedhöfen und ist mit seinem alten Baumbestand Ruheinsel und Ort der Erholung und der Besinnung für alle Langendreerer Bürger. Außerdem legt er seit 1846 mit seinen zahlreichen historischen Grabmalen Zeugnis von der jeweiligen Bestattungs- und Trauerkultur unserer Langendreerer Vorfahren ab.

 

Der Friedhof wird nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Die auf der Gesamtfläche von 7,5 ha verteilten 350 Laubbäume bieten hier selten gewordenen Vogel- und Tierarten Schutz- und Brutraum. So kann der aufmerksame Besucher den großen und den kleinen Buntspecht, den Grünspecht, den Grünfink, den Zaunkönig, den Dompfaff und das Rotkehlchen beobachten. Und auch der Vogel des Jahres 2005 - der Kleiber - fühlt sich hier heimisch. Auch Eichhörnchen, Iltis und Wiesel gehören zu den Stammgästen.

Die Alleen mit altem Baumbestand laden in jeder Jahreszeit zu einem Spaziergang ein. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Blick in den Kapellenhof zu werfen. Die Kapelle wurde vom Architekten Kurt-Peter Kremer und dem Künstler Wolfgang Kreutter gestaltet und 1966 eingeweiht.

Der Friedhof der Ev. Kirchengemeinde Langendreer wurde 1846 zwischen Hauptstraße und Stockumer Straße angelegt. Im alten Teil des Friedhofs befinden sich noch viele historische Grabsteine, die einen Blick in die Geschichte Langendreers als aufstrebende Bauernschaft ermöglichen. Das älteste Denkmal erinnert an das Grubenunglück 1868 und zeigt die enge Verbindung zum Bergbau. Viele dieser historischen Steine werden erhalten, indem sie zu zentralen Denkmälern für Sondergemeinstätten umgearbeitet werden.