Phoenix West


Thomasbirne auf der Kulturinsel

 

Es knirschte und knackste. Es war fast so, als ob die alte Thomasbirne einen Seufzer ausstieß, als der riesige Autokran den 68 Tonnen schweren Stahlkoloss im Juni 2010 ganz behutsam in die Höhe hob. Eines der letzten Stücke Hörder Stahlgeschichte machte sich Zentimeter für Zentimeter auf seinen letzten Weg. Zur neu angelegten Kulturinsel inmitten des Phoenix-Sees. Dort fand der sieben Meter hohe Konverter auf einem für ihn eigens konstruieren Fundament seinen Platz. Seit 2001 stand das Stahl-Relikt an der Faßstraße vor der Hörder Burg. Der Heimatverein hatte die Thomasbirne vor der Verschrottung gerettet und sich für den Erhalt eingesetzt. „Eigentlich hatten wir gedacht, wir hätten den endgültigen Standort gefunden“, so Willi Garth, Vorsitzender des Heimatvereins. Doch Baumaßnahmen im Bereich der Hörder Burg machten einen Umzug notwendig. Nur wohin mit dem Relikt vergangener Industrietage? „Es gab zahlreiche Überlegungen“, so Garth, doch am Ende setzte sich die Idee durch, die Thomasbirne auf der neu angelegte Kulturinsel, die über eine Brücke zugänglich ist, zu installieren. Die Kosten für die Überfahrt per Autokran und Tieflader übernahm die Phoenix-See-Gesellschaft. „Wir sind froh, dass wir so ein Stück Stahlgeschichte erhalten können“, erklärt Ludger Schürholz (Phoenix-See-Gesellschaft) die Anstrengungen.

 

Der stählerne Zeuge eines einst so gewaltigen Stahlstandorts - die Thomasbirne des Oxygenstahlwerks - stammt aus dem Jahr 1954.

PHOENIX West – Strukturwandel in Dortmund-Hörde

 

Gestern noch war das Gelände eine verbotene Stadt der Stahlindustrie, heute entsteht auf PHOENIX einer der größten Innovationsstandorte in Deutschland – mit nationaler und internationaler Strahlkraft. Morgen wird PHOENIX der Standort für Mikro- und Nanotechnologie, Software-Schmieden, Wohnen und Freizeit im Grünen sein.

 

1852 errichtete die Hörder Bergwerks- und Hüttenverein Aktiengesellschaft im Westen der Stadt Hörde ein Hochofenwerk, das über eine Eisenbahnlinie mit der Hermanns-Hütte, östlich von Hörde gelegen, verbunden wurde. Damit war Hörde von Industrie-Anlagen geradezu eingekesselt. Was nach der Stilllegung der Industriekomplexe zurück blieb, war ein baulich und sozial degradierter Stadtteil inmitten eines riesigen, altindustriellen Areals. Im Oktober 1998 wurde der erste Hochofen des Hörder Hochofenwerkes außer Betrieb genommen und leitete damit das Ende der über 150-jährigen Stahlära in Hörde ein. Schnell hat die Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungs-Gesellschaft LEG, der heutigen Landesgesellschaft NRW.Urban, und gefördert durch den Strukturfonds der Europäischen Union, den "Zu­kunftsstandort PHOENIX West" offensiv entwickelt.

 

Auf dem Gelände des ehemaligen Hochofenwerkes ist nach Ankauf durch den Grundstücksfonds Ruhr/NRW ein Technologiepark für Unternehmen der Mikro- und Nanotechnologie sowie der Produktions- und Fertigungs-Technologie bereits in Ansätzen verwirklicht. Nach Abbruch großer Teile der Gebäude, Hallen und diverser Infrastruktureinrichtungen des ehemaligen Hochofenwerkes stehen im Bereich PHOENIX West jetzt insgesamt 115 ha Fläche zur Neunutzung zur Verfügung.

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